Jack Kirby's Fourth World Omnibus Vol.1
Erstmal was zur Aufmachung des dicken Teils: Die ist wirklich sehr schick. Ein Hardcover auf dem gross die Fresse von Orion drauf ist und die nur so vor "POP!" schreit, passt wunderbar zum Inhalt. Noch dazu gibts im inneren ein passendes raues Papier welches die alten Farben im richtigen Licht glänzen lässt.
Zur Geschichte der 4ten Welt an sich: Kirby knallt dem Leser im Sekundentakt neue Konzepte(zumindest für die damalige Zeit, aber tun wir mal so als ob

) um die Ohren das es eine Freude ist. Er macht die relativ belanglosen Serie "Jimmy Olsen" zum Dreh und Angelpunkt eines Galaktischen Intermezzos, lässt Götter in unsere Welt umherschleichen und den Tod auf Skiern durch die Gegend fetzen. Na wenn das mal nicht unterhaltsam ist.

Leider kann die Schreibe des "Kings" nicht ganz mit seinen Ideen mithalten, zu oft gipfeln sich die Geschichten in einem grossen Gekloppe, und zu oft wird das Böse in Form des (hier noch etwas schmächtigen) Obermotzes Darkseid relativ leicht zurückgedrängt. Von den stellenweise richtig doofen Dialogen möcht ich gar nicht erst anfangen.

Richtig interessant werden die 4 verschieden laufenden Geschichten(Jimmy Olsen, Forever People, New Gods, Mister Miracle) erst gegen Ende des Bandes. Da wird schonmal Superman, in der Clark Kent Verkleidung, in eine "Phantomzone" ähnliche Falle gelockt, Titelhelden eingetütet und aus nen Hochhaus geworfen und der ewige Jüngling Jimmy Olsen muss sich aus einer sehr "feurigen" Angelegenheit winden. Erst da bekommt man so richtig die Bedrohung der dunklen Götter von Apokolips zu spüren, Anfangs agieren diese ja nur im Hintergrund und verhalten sich auch eher wie die doofen Standardgegner der damaligen Zeit.
Zu den Zeichnungen von Kirby kann man natürlich auch geteilter Meinung sein, das viele seiner Figuren auf jeden Panel anders aussehen(in den Jimmy Olsen Ausgaben musste sogar ein damaliger Supermanzeichner Jimmy und Supie zeichnen weil DC befürchtete die Leser können sich an einen Mann aus Stahl im Kirbystil nicht gewöhnen), sie regelmässig sich alle Glieder verrenken...allerdings hat er auch ein sehr gutes Gespür für Dynamik, das kommt besonders in einer Ausgabe zum tragen in der Olsen und seine "Newsboy Legion" dem "Zoomway" in ihren Vehikeln entlangbrettern, hier spürt man richtig die Geschwindigkeit die an einem vorbeisaust.
Insgesamt hat mir das dicke Ding aber dennoch eine Menge Spass gemacht. Kirbys höchst faszinierenden Konzepte lassen vergessen das er als Autor bei weitem nicht so strahlt wie als Zeichner, und ich bin sogar gespannt wie das grosse Epos weitergeht. Bin mir sicher das sich das 2te Volume sehr gut unterm Weihnachtsbaum macht.