Die Saga von Swamp Thing
Wenn Alan Moore, einer der einflußreichsten Comicautoren, etwas anfaßt, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Erfolg gekrönt. Nicht nur seine Eigenkreationen wie Watchman, From Hell oder Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen sind gedruckt und verfilmt sehr erfolgreich. Auch wenn er für bestehende Serien schreibt, werden dies meist denkwürdige Ausgaben, z.B. bei 'Batman: The Killing Joke' oder 'Supermann: Whatever Happened to the Man of Tomorrow?' Selbst die farblose WildC.A.T.s -Figur Voodoo wurde unter seiner Regie interessant.
Das gleiche passierte auch bei Swamp Thing. Von Len Wein und Bernie Whrightson geschaffen, wurde unter Moores Regie aus einem klassischen B-Movie-Monster mit Superheldenanleihen eine tiefgründige, lebendige Figur mit Herz, was den Gruselfaktor der Serie auch noch erhöhte.
Alec Holland ist ein Wissenschaftler, dessen Geist durch einen Unfall mit dem Sumpf verschmilzt und somit zu Swamp Thing, dem Sumpfding, wird. Und schon in diesem Punkt setzt Moore ein und korrigiert etwas die Entstehungsgeschichte (wie, wird hier nicht verraten). Trotz allem ist die Kreatur immer noch in in seine alte Liebe vernarrt, muß aber gleichermaßen gegen Erzeinde wie Anton Arcane und Dämonen antreten. Dabei hilft ihm das Grün, denn Swamp Thing ist mit der gesamten Pflanzenwelt verbunden.
In dem ersten Band der gesammelten Alan Moore-Ausgaben bekommt es Swamp Thing mit dem Floronic Man (Jason Woodrue) zu tun, der ihn eigentlich studieren soll, so aber zu unglaublicher Macht kommt. Außerdem muß er es mit einem fiesen Angstdämon aufnehmen, der nicht nur ein Faible für kleine Kinder hat.
Da es sich um eine alte DC-Serie handelt, ist Swamp Thing auch in diese Welt eingebunden, so daß es ab und an zu Gastauftritten kommt, wie z.B. von der JLA und Etrigan. Nichtsdestotrotz bleibt es Swamp Things Welt, d.h es kommt zu keinem der üblichen Crossover, die die Atmosphäre verwässern.
Fazit: Eine starke, emotionale Fantasy-/Horrorserie, der man ihr Alter (entstanden Mitter der 80er) nicht anmerkt. Dazu wunderschöne Zeichnungen, gerade von der Natur oder den psychedelischen Trips der Figuren. Wem auch die weniger populären Werke Moores wie Promethea oder sein Captain Britain-Run gefallen, sollte hier zuschlagen.