The Stand 2: Ein amerikanischer Albtraum
Es mag nun schon 20 Jahre zurück liegen, dass ich den Roman ‚The Stand’ das erste mal gelesen habe, damals noch die gekürzte Version. Es faszinierte mich als Kind, dass ein Buch so viele Seiten haben kann (schon die Kurzfassung hatte über 600), und dann auch noch vom Meister des Horrors persönlich.
Schnell stellte sich heraus, daß der Roman genau mein Thema traf, denn die Angst war hier eine durchaus reale. Durch einen Unfall wird ein Militärvirus freigesetzt, der 99,4% der Menschheit ausrottet: die Supergrippe, auch Captain Trips genannt. Im ersten Band der Comicadaption kann man den Verlauf der Epidemie verfolgen, und es werden diverse Figuren vorgestellt, die im späteren Verlauf eine große Rolle spielen werden, z.B. Stu Redman, Fran Goldsmith und Nick Andros.
Und auch das Böse gibt sich in Gestalt von Randall Flagg, dem Mann ohne Gesicht, ein Stelldichein.
Im 2. Band wird nun näher auf die Charaktere eingegangen, vor allem darauf, wie sie mit der Katastrophe fertig werden, schließlich liegen die Straßen und Häuser voller Leichen, Städte brennen und nichts funktioniert mehr richtig. Daß diese Situation nicht unbedingt bei jeden die geistige Gesundheit erhält, ist auch verständlich, und so müssen sich die Überlebenden auch gegen verrückt gewordene Menschen durchsetzen. Vergewaltigung und Mord ist nicht ungewöhnlich.
Stu Redman schafft es endlich aus dem Seuchenzentrum zu entkommen. Selbst die Wissenschaftler, die mit seiner Hilfe ein Heilmittel schaffen wollten, sind nicht mehr.
Fran Goldsmith trifft den merkwürdigen, 5 Jahre jüngeren Harold, der sich sofort in die Schwangere verliebt. Doch was will e wirklich von ihr?
Der Stumme Nick Andros ist nach wie vor auf seinem Posten als Deputy, und versorgt den letzten lebenden Gefangenen.
Larry Underwood versucht, mit seiner neuen Gefährtin Rita durch den Lincoln-Tunnel aus New York zu entkommen, doch darin ist es sehr, sehr dunkel. Was war das für ein Geräusch?
Lloyd Henreid sitzt noch immer im Gefängnis und hat das Problem, dass niemand mehr da ist, um ihn zu versorgen. Mehr und mehr sehen die Ratten in seiner Zelle appetitlich aus.
Auch der schon vor der Seuche durchgedrehte Mülleimermann erkennt, dass nun niemand mehr da ist, der ihn von seinen Brandstiftungen abhalten kann. Und die kleine Raffinerie am Stadtrand wirkt doch sehr anziehend auf ihn.
Was alle Überlebenden gemein haben, sind die Träume. Je nach Charakter dominiert in ihnen entweder Randall Flagg (der wandelnde Geck) oder Mutter Abigail, eine alte Lady, die ihren Kuchen noch selber backt. Wer wird am Ende die Oberhand behalten?
Erneut haben hier Roberto Aqirre-Sacasa (bekam als Autor von Marvel Knights 4 z.B. einen Harvey-Award) und Mike Perkins (z.B. Zeichner bei X-Men: Gefährdete Spezies) einen ausgezeichneten Job gemacht. Die künstlerische Leitung hatte wieder Stephen King persönlich, was an dem Werk auch anmerkt. So sind die Schockmomente, beispielsweise im Lincolntunnel, punktgenau wie im Roman gesetzt. Exakt so muß eine Adaption eines King Romans aussehen!
Im Anhang gibt es alle Cover, Variants und einen Artikel von Mike Perkins, in dem er seine Arbeitsweise beschreibt. Das ganze wird von Panini wie gewohnt im schönem Klappbroschur präsentiert.
Fazit: Eine genial umgesetzte Serie, die sich kein King-Fan entgehen lassen sollte!