Autor: J.M. DeMatteis
Zeichner: Mark Bagley
Der Prozess gegen Peter Parker - Kapitel 2: Gericht des Wahnsinns
Sitzt ihr kleinen Spinnenfans alle gut? Habt ihr ordentlich gegessen? Ja? Dann auf zu einer extra-wahnsinnigen Ausgabe von Spider-Man. Am Steuer der kaputte Jean Marc und der noch kaputtere Mark, die hier alle Register ziehen, die uns kollektiv in die Hose machen lassen. Wer schwach auf der Brust ist, steigt hier besser aus.
Die verstörende Ausgabe eröffnen Carnage, Shriek, Chameleon, Dr. Kafka, Eddie Wheelan (Vermin als Mensch) und der Sohn Tripple J's: Col. Jameson. Judas Traveller hat sein eigenes Gericht IN Ravencroft ins Leben gerufen.
Richter: Judas Traveller
Angeklagter: Spinnenmann
Staatsanwalt: Herr Cassady
Verteidigung: Frau Dr. Kafka, John Jameson und Kaine
Jury: Shriek, Chameleon und andere Ravencroft Typen
Sollte Spidey schuldig gesprochen werden, droht ihm der Tod. Unser Held ist verunsichert, was Judas da wieder für ein komisches Spielchen vorbereitet hat? Richter Traveller meint es aber toternst! Er fand bei seinem Bericht vom letzten Besuch im Superknast (siehe Besprechung Condor 253 - 255) heraus, dass der Hass ein Bindeelement für die Verrückten hier sei. Traveller verschärft die Situation. Ist Spider-Man gar der Grund für dessen Entstehung? Würde sein Tod, die Leute da normal werden lassen - oder würde sie destruktiv weitermachen?
Peter kann sich nicht äußern - Traveller muss ihn gelähmt haben. Da ergreift der Herr Verteidiger Kaine das Wort. Er stürzt sich auf den Richter. Interessant ist hier die Wortwahl Kaines: "Ich habe von Dir gehört! Du bist Scriers Mann, nicht wahr? Ein aufgeblasener Wichtigtuer, den man zurechtstutzen sollte." Kaine werde es nicht zulassen, dass hier so über Spider-Man verhandelt wird. Er will ihm sein Zeichen ins Gesicht brennen, aber Traveller wäre nicht der Obermacker, weil ihn das nicht sonderlich zu jucken oder überfordern scheint. Jetzt ist wieder Darth Traveller Zeit:
"Ich bin n i c h t Scriers Mann. E r dient mir... seit Jahrhunderten." Er unterstehe niemanden, die Dinge geschehen nach seinem Willen (er hat die Macht, Mann). Genetischer Abschaum, wie Kaine es ist, würde i h n nicht aufhalten. Genau dieser Abschaum hat keine Chance, aber er wird nicht kampflos gegen Traveller aufgeben, Spider-Man zu liebe. Kaine hat aber haushoch verloren und wird wieder in seine Rolle als Verteidiger vom Held in Rot-Blau gezwängt. Er kuscht, und er wird nicht der letzte in dieser Ausgabe sein, der vor Judas zittern wird. Das Verfahren wird nun feierlich eröffnet und Cletus Cassy Carnage stürmt in den Court.
Und wie läuft es in Manhatten? Schalten wir live in den Gerichtssaal, wo gerade die hübsche Ehegattin im Zeugenstand aussagen muss. Diese wird damit konfrontiert, dass ihr "Ehemann" öfter mal abkömmlich ist und in besagtem Zeitraum des Mordes von Salt Lake City, nicht für den Bugle unterwegs war. MJ stockt - er sei privaten Angelegenheiten auf der Spur gewesen. Der Anwalt bohrt unaufhörlich. Mary Jane weiß, dass Peter zu der Zeit 2 Wochen in einem Sarg eingesperrt war und begraben war (siehe Kravens letzte Jagd - Klassiker - Pflichtlektüre: Marvel Exklusiv 2). Sie wird ohne Antwort gegeben haben aus dem Zeugenstand entlassen. Ben und MJ blicken sich kurz in die Augen, sie hat ihren "Mann" geschützt. Sie sinkt zu ihrer Tante im Saal und ist verzweifelt.
Kaine wird mal wieder von lästigem Kopfkino gestört. Immer noch sieht er die Vision einer tote Mary Jane. Das bemerkt auch Peter, der aber ein anderes Problem priorisiert: Carnage! Der faselt etwas davon, dass sein Symbiont ohne Spideys Symbionten (siehe Secret Wars - Marvel Exklusiv 9, und Marvel Exklusiv 45, bzw. Spinne Condor 212) nicht existieren würde. Cassady geht sogar soweit, dass er noch ein ehrbarer Bürger wäre. Der Richter nimmt das so ab und fragt, ob der Herr Verteidiger das auch so sähe? Kaine weiß allerdings, dass Cassady auch ohne den Symbionten schon ein irrer Mörder war.
Sprachs und setzt wieder zum Zeichen des Kaine an. Mit Wirkung. Der Sybiont kuscht und Carnage bekommt es mit der Angst zu tun (denkwürdige Szene). Der Killersymbiont hat nun alle Hände voll zu tun, Kaine auf Distanz zu halten. Das alles beobachtet ein sehr nachdenklicher Peter, der aber nicht einschreiten kann, da er unter Bann steht. Er ist aber von Kaines Selbstlosigkeit beeindruckt und fragt sich, warum dieser Freak ihn so glorifiziert? Traveller trennt die Zankäpfel mit einem seiner "Jeditricks".
Er lässt hier keinen Zweifel, wer hier der Richter ist! Carnage ist ihm gegenüber erstaunlich handzahm und unterwürfig. Aber schon muss auch hier der erste Zeuge ran: Malcom MacBride - Carrion. Dr. Kafka und Col. Jameson müssen hilflos mit ansehen, wie der labile und mit dem gleichnamigen Virus infizierte Mann in den Zeugenstand geschoben wird. Carnage fängt die Befragung an. Wieso hätte er an Professor Warrens Virus herum experimentiert? War es der Neid gegenüber einem anderen clevereren Studenten namens P e t e r P a r k e r ?
Festhalten Freaks und Spinnenfreunde: Carnage demaskiert mit diesen Worten Spider-Man! Autor DeMatteis macht erneut das, was er am besten kann. Er bohrt schmerzhaft in Peters Gehirn rum und konfrontiert ihn mit seinen Traumas und Psychosen. Dieses Mal erinnert ihn Cletus Cassady an sein "Versagen und Tode" von Onkel Ben, Gwen und Arthur Stacy, Ned Leeds und die beiden Osborns. Und dann besudelt Carnage den Namen der Frau, für die eine Spinne zum Berserker wird: May.
GENUG mit dem Mummenschanz! Schluß mit lustig. Peter rastet (mal wieder und gerechtfertigt) aus. Er überwältigt sein Lähmung und ergreift das Wort. Traveller sei ihm durch sein Zeitreise schon nicht auf die Spur seines Wesens gekommen, noch würde er es unter diesen Umständen schaffen. Traveller ist wieder stark beeindruckt. Doch bevor ein Zeichen der Schwäche über Traveller huscht, übergibt er der Jury das Wort. Das Urteil: Schuldig! Vermin und Carrion verwandeln sich in diesem Chaos zu ihren Alter Egos. (zu was die zwei im Einzelnen fähig sind, haben wir hier auch schon besprochen).
In einem kurzen Intermezzo wird noch einmal auf Raven und Stunner geschwenkt. Stunner fragt Raven, ob er weiß, wie es ist jemanden zu verlieren, den man liebt? Oh ja - Raven weiß das (und das besprechen wir auch noch in Marvel Exklusiv #7). Er schlägt der üppigen Blondine vor (baggert der etwa?!) zum Gericht zu fahren. Da löst sie sich vor seinen verdutzten Augen in Luft auf! Ende der Szene. Zurück nach Ravencroft. Wie im "Schweigen der Lämmer" steht er(in Ketten und Mundschutz tragend) da, unser lieber "Hannibal Parker", hilflos einem Mob ausgeliefert, der aus den schlimmsten und häßlichsten Visagen des Superknasts besteht, und die wollen ihn lynchen.
Kaine springt abermals in die Presche, bereit zu einem Märtyrertod, um für seinen geliebten Held zu sterben. Er hat keine (!) Chance. Die Insassen zerreißen ihn... Schwärze... Plötzliche Stille...
Dann ist es nur noch Traveller, Mr. "Fleißmeise-alles-mitschreibend" Nacht, k.o. Kaine, Traveller und Spidey. Wieder hat er eines seiner Psychospielchen glücklicherweise beendet, um herauszufinden, dass Peters unglaublicher Großmut einzigartig ist. Traveller ist um ein weiteres Mal zutiefst überrascht und spricht die Spinne posthum "NICHT SCHULDIG!" Seine Untersuchung sei vorerst beendet. Warum er so besessen ist fragt ihn Spidey, doch er würde i r g e n d w a n n die Gründe erfahren. Weg ist er, der Schlingel.
Die zwei Hinterbliebenen sind wieder vor dem Tanzstudio materialisiert worden. Und Peter muss das Geschehene erst mal verdauen. Er zweifelt mittlerweile an seinem Kainebild, als Stunner plötzlich aber endlich zur Tat schreiten kann! (Hä?, die hat sich doch grade aufgelöst? Ladevorgang abgeschlossen?) Sie packt ihn mal eben locker an einer Hand und es sieht nicht gut aus für den zerlumpten Typen.
Während wir bis zur nächsten Ausgabe warten müssen, schenkt uns Mr. Traveller noch schnell eine Lektion, wie man einen höchstgefährlichen Killersymbionten bändigt. In Ravencroft verwischt er alle Hinweise der Wahnsinnsverhandlung und löscht Cassadys Wissen um Peters Geheimidentität. Denn dieser hatte schon wieder eine Sight Seeing Tour nach Forrest Hills im Kopf, um die Familie in Fetzen zu reißen... . Danke Judas, alter Bad Ass!