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Leider liegen die Dinge tatsächlich so einfach wie von mir dargestellt. Soweit man bei volkswirtschaftlichen Zusammenhängen von einfach sprechen kann. Mangelt es den Banken an freiem Kapital, können sie keine Kredite vergeben. Bekommt die Wirtschaft keine Kredite, hemmt dies das Wachstum. Kein Wachstum führt zu stagnierenden Steuereinnahmen und somit zu wenig verfügbare Mittel im öffentlichen Haushalt. Wo muss man dann sparen: An Sozialem oder an Bildung, Gesundheit oder Kultur, was aber auch nicht besser ist. Die Systemfrage stellt sich nicht, da kein alternatives System existiert. Natürlich tragen wir alle die Risiken der Banken mit, da wir direkt oder indirekt auf ihr Wohlergehen angewiesen sind. Auch eine Verstaatlichung der Banken schafft hier keine Abhilfe.Leider liegen die Dinge nicht ganz so einfach. Wenn die von Dir dargestellte und von unserer derzeitigen Regierung vertretene Automatik so gegeben wäre, stellt sich für mich die Systemfrage. Am Ende bedeutet dies nämlich, dass die Banken in weiten Teilen das negative Risiko ihrer Bankgeschäfte nicht mehr selber tragen, sondern sozialisieren. Dann braucht man sich aber über Freie Marktwirtschaft keinen Kopf mehr zu machen und kann die Banken gleich verstaatlichen. Spidey2099 weißt in dem Zusammenhang nicht zu Unrecht darauf hin, dass es dann einfacher wäre, wenn die EZB das Geld direkt verteilen würde.
Es kann keine Zweifel daran geben, dass das Sozialsystem vor der Reform angenehmer war. Es war nur leider nicht mehr zu finanzieren. Wie du selbst feststellst, hat man den positiven (Neben-)Effekt, dass sich Arbeitslose nachhaltiger und schneller um eine Arbeitsstelle bemühen als vorher. Andere Vermögensanlage sind doch keine Alternative zur AV, da es sich dabei um ein solidarisches System handelt, d.h. man bezahlt nicht für die evtl. eintretende eigene Arbeitslosigkeit, sondern für die der Gemeinschaft. Das ist auch der Grund dafür, warum Menschen, die deutlich weniger oder nichts eingezahlt haben, genau dasselbe rauskriegen.Auch in diesem Punkt hat spidey2099 nicht völlig unrecht. Der Begriff ALG II verschleiert und verniedlicht den tatsächlichen Sachverhalt. Vor der Hartz-Reform kam nach dem Arbeitslosengeld die ebenfalls am vorherigen Arbeitseinkommen orientierte Arbeitslosenhilfe und erst dann die Sozialhilfe.
Jetzt geht es vom Arbeitslosengeld direkt in die Sozialhilfe. ALG II klingt allerdings netter und nicht so nach sozialem Abstieg. Es ist sicher ein positiver Effekt dieser Konstruktion, dass sich Arbeitslose nachhaltiger und schneller um eine Arbeitsstelle bemühen als vorher. Das ist ein Effekt, den ich so nicht erwartet hätte. Fakt ist aber auch, dass Arbeitslose mit langer Beschäftigungsdauer (von Ausnahmen für ältere Arbeitnehmer abgesehen) ihr Geld statt in die AV besser in eine andere Vermögensanlage investiert hätten. Die Leistungen, die der langen Beitragszahlung gegenüber stehen, sind einfach mickrig. Hinzu kommt, dass Menschen, die deutlich weniger oder nichts eingezahlt haben, genau das selbe rauskriegen. Da besteht aus meiner Sicht trotz der positiven Ergebnisse der Hartz-Reformen ein Gerechtigkeitsproblem.
Ja, mehrfach an verschiedener Stelle. Hab auch schon ein paar Artikel dazu gepostet. Lass mal Deine Ideen hören.
Quoted
hast du die schon ausgeführt, oder hab ich die überlesen? dann sorry. und noch mal posten. ich hba da auch zwei drei ideen.
Ich halte die Wahl von François Hollande aus einem zentralen Grund für wichtig. Sie stellt das Gleichgewicht der Achse Deutschland-Frankreich wieder her. Sarkozy ist Merkel zu bedingunglos gefolgt und hat dabei die Interessen der Südländer aus den Augen verloren, als deren Anwalt sich Herr Hollande versteht.Was sagt ihr eigentlich dazu dass François Hollande die französischen Wahlen gewonnen hat? Entschuldigt wenn ihr darüber schon diskutiert habt ich in neu hier im Forum![]()
This post has been edited 2 times, last edit by "dk one" (May 11th 2012, 6:50pm)
Leider liegen die Dinge tatsächlich so einfach wie von mir dargestellt. Soweit man bei volkswirtschaftlichen Zusammenhängen von einfach sprechen kann. Mangelt es den Banken an freiem Kapital, können sie keine Kredite vergeben. Bekommt die Wirtschaft keine Kredite, hemmt dies das Wachstum. Kein Wachstum führt zu stagnierenden Steuereinnahmen und somit zu wenig verfügbare Mittel im öffentlichen Haushalt. Wo muss man dann sparen: An Sozialem oder an Bildung, Gesundheit oder Kultur, was aber auch nicht besser ist. Die Systemfrage stellt sich nicht, da kein alternatives System existiert. Natürlich tragen wir alle die Risiken der Banken mit, da wir direkt oder indirekt auf ihr Wohlergehen angewiesen sind. Auch eine Verstaatlichung der Banken schafft hier keine Abhilfe.
Es kann keine Zweifel daran geben, dass das Sozialsystem vor der Reform angenehmer war. Es war nur leider nicht mehr zu finanzieren. Wie du selbst feststellst, hat man den positiven (Neben-)Effekt, dass sich Arbeitslose nachhaltiger und schneller um eine Arbeitsstelle bemühen als vorher. Andere Vermögensanlage sind doch keine Alternative zur AV, da es sich dabei um ein solidarisches System handelt, d.h. man bezahlt nicht für die evtl. eintretende eigene Arbeitslosigkeit, sondern für die der Gemeinschaft. Das ist auch der Grund dafür, warum Menschen, die deutlich weniger oder nichts eingezahlt haben, genau dasselbe rauskriegen.
PS: Der Polittalk-Thread hat die 1000 Post-Grenze geknackt! Vielen Dank an Alle die sich so eifrig beteiligen. Ich wünsche Euch noch viel Spaß und einen regen Austausch.
Man muss sich der Tatsache bewusst sein, dass Banken wie auch alle anderen privatwirtschaftliche Unternehmen ein Ziel haben: Rentabilität! Auch ist es ja nicht so, als würden die Verluste der Banken im jetzigen System prinzipiell vom Staat getragen werden. Die Bankenrettung ist eine direkte Folge der Finanzkrise, an der die Banken Mitt- aber keine Alleinschuld tragen. Außerhalb von extremen Krisenzeiten würde kein vernünftiger Ökonom Finanzspritzen für Banken befürworten. Auch die Kreditvergabepraxis der Geschäftsbanken normalisiert sich langsam wieder. Spekulationen sollten natürlich viel strenger kontrolliert werden. Staatliche Banken sind m.M.n. keine Alternative, da sie erstens ineffizient sind und zweitens die Arbeit auch nicht besser machen als Geschäftsbanken.Das Banken für die Wirtschaft von Bedeutung sind, ist unstreitig. Die Frage ist, ob wir private Banken noch brauchen, wenn diese die Gewinne mitnehmen und die Verluste am Ende vom Staat getragen werden. Das die Gesamtheit der Bürger die Risiken trägt, aber die Ergebnisse der Chancen nur wenigen zugute kommen, kann ich nicht als natürlich empfinden. Hinzu kommt, dass die Banken derzeit ihre Aufgabe, der Wirtschaft Geld zuzuführen, eher zögerlich wahrnehmen und stattdessen Gewinne z.B. in Spekulationsgeschäften mit Lebensmittelpreisen optimieren. Zumindest im Bereich kleiner Genossenschaftsbanken existiert da durchaus eine Alternative und ein staatlicher Bankensektor wäre aus meiner Sicht durchaus auch eine Alternative.
Hier spielt persönliche Bewertung eine wesentliche Rolle. Meiner Überzeugung nach führt unser Sozialsystem, wenn man die Gegebenheiten bedenkt, weitestgehend zu gerechten Ergebnissen. Wir werfen den Griechen gerne vor, sie hätte über ihre Verhältnisse gelebt, aber Tatsache ist, auch wir haben dies getan. Im Einzelfall würde mir ein Schicksal, wie Du es oben beschrieben hast, natürlich auch leidtun. Aber wenn man das große Ganze betrachtet waren die Reformen dennoch notwendig und richtig. Kleinere Nachbesserungen kann man immer noch vornehmen, wenn die Staatsfinanzen es zulassen.Ich will mich auch nicht vor der Diskussion darüber, was finanzierbar ist, bzw. wie weit die Existenzsicherung gehen sollte drücken. Ich habe ja schon gesagt, dass ich die Hartz-Reformen nicht durchgehend negativ sehe.
Mir ist auch klar, dass die AV ein solidarisches System ist und man da eigentlich nicht Vermögensanlagen dagegen rechnen sollte. Aber es ist auch Fakt, dass eine solidarische Finanzierung nur dann akzeptabel ist, wenn sie zu einigermaßen gerechten Ergebnissen führt. Wenn die Beteiligten für einen Arbeitnehmer 30 Jahre lang aus einem guten Einkommen einzahlen und dann für zwei Jahre eine Leistung raus kommt und man sich danach neben einem Dauerarbeitsloen mit Sozialhilfe in gleicher Höhe wiederfindet, ist das halt schwer hinzunehmen. An diesem Punkt finde ich einfach, das zuviel gekürzt wurde.
Unser König war ja ein paar mal kurz davor den Thread zu schliessen, hat aber Gnade vor Recht ergehen lassen.Wirklich erstaunlich und erfreulich, dass der Thread so lange überlebt hat. Hätte ich nicht gedacht.![]()
This post has been edited 1 times, last edit by "dk one" (May 11th 2012, 6:51pm)
Hmm.. Ich stimme dir zu, aber diese Achse ist eigentlich schon längst wieder hergestellt, oder wieso gibts dann die autonome Region Älsace, wozu gibt es die EU überhaupt. Aber stimmt, Merkel-Sarkozy wär kein gutes Paar gewesen
Ich halte die Wahl von François Hollande aus einem zentralen Grund für wichtig. Sie stellt das Gleichgewicht der Achse Deutschland-Frankreich wieder her. Sarkozy ist Merkel zu bedingunglos gefolgt und hat dabei die Interessen der Südländer aus den Augen verloren, als deren Anwalt sich Herr Hollande versteht.
PS:
) und hasse es wie mein Volk im Westen dargestellt wird
Was da passiert geht uns nichts an. Sich einseitig auf die Seite Timoschenkos und des Unternehmerflügels zu stellen, ist auch nicht sehr weise.
aber immerhin: timoshenko wird von ärzten von ausserhalb behandelt. das hats dann ja doch gebracht.
Quoted from "Kid Savage"
Mal ganz ehrlich, auch wenn ich sowas nicht gut heiße, aber: das war mit 16. Wieso sollte man ihm das jetzt zum Vorwurf machen?
Quoted
Romney hat mit 16 Jahren einem Mitschüler ein paar Haarbüschel abgeschnibbelt, typischer Jungenstreich, damals war noch gar nicht bekannt gewesen, daß dieser schwul gewesen ist.
Hand hoch, wer von euch hat im Alter 14-18 keine Scheiße gebaut?!
lg Task
So unsympathisch ich Romney politisch finde, würde ich ein Geschehnis, das Jahrzente her ist und dessen Hintergründe nicht eindeutig sind, auch nicht überbewerten.
Location: Köln/ursprünglich Hamburg
Occupation: Student - Politik/Wirtschaft/Geschichte und Latein auf Lehramt
das eigentliche Ziel, dass sie außerhalb der Ukraine behandelt wird, wurde nicht erreicht.
Fakt ist, ...
... abgesehen von konjungturbedingten Schwankungen sinken die Arbeitslosenzahlen seit Jahren konstant.
... die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten steigt.
... die Gehälter steigen, v.a. für Führungskräfte, Sachbearbeiter und Facharbeiter und Akademiker im Allgemeinen.
... die Zahl der Menschen, die ihre Schullaufbahn mit Abitur beenden wächst stetig (ca 50%).
... die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland (<10%) liegt weit unter EU-Durchschnitt (>20%), ganz zu schweigen von etwas Spanien (45%) oder Griechenland (40%).
... noch nie waren so viele Menschen über 50 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie heute.
Ich habe gehört es gäbe finanzielle Verbindungen zwischen den Timoschenkos und gewissen einflussreichen Kreisen in Deutschland. Vielleicht ist das ein Grund.
Lieber Steinbrück wählen.Alles in Butter dann können wir wieder die Mutti wählen, und Du kannst dir dein Sheck abholen.
Wo kann ich mir meinen Scheck abholen?
FAIL!die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen sagt überhaupt nicht aus
Und Facharbeiterdie Gehälter steigen für Manager, Führungskräfte ja und das wars schon
Mir tut es ja auch leid, dass die Gehälter der Hilfsarbeiter nicht steigen, aber es gibt Berufsfreiheit!mehr Menschen mit vernünftige Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ist doch gut!mehr Abiturienten, und ?
Wir liegen 10 Prozentpunkte unter EU Durchschnitt.die Jugendarbeitslosigkeit bei uns als starkes Exportland mit Griechenland und Spanien zu Vergleichen ist schon starker Tobak, wär ja noch schöner wenn der Abstand nicht so groß wäre
Du bist ein Paradebeispiel für die typisch deutsche Mentalität. Uns geht es besser als allen anderen, aber wir beklagen uns trotzdem. Scheinen nicht viele zu sein:wehe man wird mit 50 Jahren oder mehr Arbeitslos
Quoted from "dk one"
... noch nie waren so viele Menschen über 50 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie heute.
This post has been edited 1 times, last edit by "dk one" (May 11th 2012, 10:28pm)
], sondern, so meine Theorie, daran, dass immer mehr Leute darauf achten, dass ihre Kinder einen möglichst guten Lebensweg einschlagen und heute die Mädchen nicht mehr hören: "Was machst du denn Abitur, du heiratest doch", oder das die Männer in neunter Generation den Bauernhof ihres Vater übernehmen müssen. 
Location: Köln/ursprünglich Hamburg
Occupation: Student - Politik/Wirtschaft/Geschichte und Latein auf Lehramt
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Bei schriftliche Beiträge in Internetforen ist das oft ähnlich.

This post has been edited 1 times, last edit by "The Hiddler" (May 12th 2012, 12:35am)
Meine Aussage war ursprünglich als Scherz gemeint, enthält aber durchaus einen wahren Kern. Hier spiegelt sich die gesellschaftliche Entwicklung wieder, dass es quasi verpönt ist, jemandem der nur Schrott schreibt, dies auch zu sagen. Die Forderung nach Toleranz geht so weit, dass man praktisch jede Aussage akzeptieren soll. Das ist ein Trend, der in der Schule beginnt, sich durchs Studium und teilweise auch noch bis ins Berufsleben zieht. Da die virtuelle Welt nur ein Abbild der Realität ist, findet sich das eben auch hier.Der Unterschied sollte aber ja auf der Hand liegen. Schule ist keine Stammtisch und kein Internetforum.
Heute machen Leute Abitur, die von ihren kognitiven Fähigkeiten oder von dem was sie zu leisten bereit sind, früher nur Volksschule oder vor 20 Jahren noch nur Realschule gemacht hätten.
und dann schließlich erfolgreich aufs Gymnasium ging. Und ich glaube, diese Geschichte hätte sich viel öfter wiederholt, wären damals auch in unserer Gegend die Leute/Eltern stärker daran interessiert gewesen, ihren Kindern gute Bildungschancen zu geben. 
Viele Dozenten beklagen da ein sinkendes Niveau...schon seit Jahren.

Der Dozent meint, dass hätte es früher nicht gegeben.
