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dk one

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Tuesday, May 29th 2012, 8:18pm

Deiner ersten Aussage stimme ich zu, die zweite ist so zu pauschal.
Victoria pax, non pactone parienda.

Rovin

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Tuesday, May 29th 2012, 8:23pm

Na, dann präzisier ich sie doch gerne für dich :P

Nehmen wir den Klamottensektor: Wir hier leben in dem Wohlstand, uns für nen Hunderter 10 Hosen kaufen zu können, weil wo anders Leute ausgebeutet werden. Unsere Aggrarriesen karren ihre Reste nach Nordafrika und zerstören dort die Landwirtschaft. Es läuft letztlich alles darauf hinaus, bei der großen Industrie, dass man andere ausbeutet. Vielleicht nicht bei jeder Firma, aber bei vielen. Gerade bei denen, wo die Gewinnspanne sehr klein ist und man versucht immer mehr rauszuholen. Anstatt das Endprodukt teurer zu machen. So würde vielleicht auch das Bewusstsein steigen für solche Produkte..


dk one

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Tuesday, May 29th 2012, 8:44pm

Das ist schon besser, aber immer noch zu kurz gedacht.

In Deutschland Hosen für 10 Euro zu kaufe, birgt die Gefahr irgendwo auf der Welt schlechte Arbeitsbedingungen zu fördern. Da hast Du vollkommen recht. Allerdings muss man auch sehen, dass eine Familie die von ALG 2 lebt und der nur wenige hundert Euro für Nahrung im Monat zu Verfügung stehen, sicher glücklich darüber ist, überhaupt so günstig Kleidung kaufen zu können.

Die EU-Agrarsubventionen sind tatsächlich in riesiges Problem und mitverantwortlich für die Armut in Afrika. Allerdings nicht nur, weil wir unsere "Reste nach Nordafrika karren ", sondern vor allem weil wir nicht aus Afrika importieren. Allerdings muss man auch hier sehen, dass durch die plötzliche Abschaffung dieser Subventionen:
1. Die Lebensmittelpreise explodieren würden, da die afrikanischen Länder nicht die Infrastruktur haben, um durch ihre Exporte unseren Bedarf zu decken, was wieder der oben bereits erwähnten Familie schaden würde und
2. Millionen von europäischen Landwirten von heute auf morgen arbeitslos wären.

Du siehst, wie so oft gibt es auch hier keine einfachen Lösungen.
Victoria pax, non pactone parienda.

Rovin

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Tuesday, May 29th 2012, 8:48pm

Das sage ich ja nicht. Aber man könnte auch sagen wir können uns unsere Niedrigverdiener nur leisten weil wir anderen weniger zum leben lassen. Und dein Punkt zwei zeigt ja wie sehr wir in dieser Abhängigkeit von einem zweifelhaften System bereits drinstecken...


Nania

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Wednesday, May 30th 2012, 3:24pm

Was Billigklamotten angeht:

Sweatshops sind eine ganz fürchterliche Sache, für bessere Arbeitsbedinungen, Menschenrechte und mehr Geld sollte man sich da einsetzten.
Aber - und das muss man sich auch vor Augen halten, so traurig es ist: Die Menschen sind dort bitterarm, die Arbeitslosigkeit hoch, da nimmt man alles, was man bekommt.
Und wenn es dann zu groß angelegten Boykottaufrufen kommt, muss ich mir die Frage stellen, ob diese den armen Menschen dort unten helfen. Im Zweifelsfalle bekommen diese nämlich kaum mehr Geld, die Firmen würden vermutlich eher wegziehen und an anderen Orten produzieren. Und damit gibt es dort noch mehr Armut. Es ist eine Art von Alternativloskeit für die Menschen dort unten. Klar, nicht jeder Produzent für Kleidung arbeitet mit den gleichen Methoden, Kik ist dafür ja gerade zu berühmt (also für mieseste Ausbeuterei), aber man sollte sich zumindest fragen, wer die Produkte eigentlich herstellt und was er dafür verdient.
Man müsste sich dafür einsetzen, eine allgemein bessere Preispolitik in der Hinsicht fahren zu können, von der alle - Hersteller, wie Kunde - profitieren.

Natürlich bin ich in der Hinsicht ehrlich: Wenn ich bei C&A eine kurze Hose finde, die unter 10 Euro (in meinem Fall: 9) kostet, dann bin ich zufrieden. Aber ich kaufe die Hose dann nicht, weil sie nur neuen Euro kostet, sondern im Zweifelsfalle, weil sie eben passt.
Ich weiß, dass die Näherin oder der Näher einen Bruchteil von dem bekommt, was ich für die Hose bezahle. Aber ich kann es - ganz ehrlich gesagt - von meinem derzeitigen Standpunkt aus finanziell gesehen nicht ändern.
Schlimm finde ich es, wenn Leute dies dann nicht zugeben wollen, oder - wenn sie eine Hose für 200 Euro kaufen, die aber genauso in Sweatshops hergestellt wird, wie meine 10 Euro-Hose.

Es klingt vielleicht ein bisschen egoistisch, das gebe ich zu.
Ich frage mich nur bei diesem Thema, wie man den Leuten tatsächlich helfen kann. Und ich glaube, als Einzelperson von hier aus ist das fast unmöglich.
Am dunklen Himmel leuchtet das Licht am hellsten.
(Andreas Tenzer)



Jean Paul Valley

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Wednesday, May 30th 2012, 3:56pm

In Deutschland Hosen für 10 Euro zu kaufe, birgt die Gefahr irgendwo auf der Welt schlechte Arbeitsbedingungen zu fördern. Da hast Du vollkommen recht. Allerdings muss man auch sehen, dass eine Familie die von ALG 2 lebt und der nur wenige hundert Euro für Nahrung im Monat zu Verfügung stehen, sicher glücklich darüber ist, überhaupt so günstig Kleidung kaufen zu können.


Was natürlich kein Argument sein darf, dass die Zustände der Ausbeutung in anderen Ländern wichtig ist, damit bei uns die Menschen am Rande der Gesellschaft noch ihre Hosen kaufen können. Und das sind nicht nur ALG 2-Bezieher, sondern auch ein paar Millionen Menschen, die von ihrer Arbeit kaum leben können und sich auch nur diese Billigklamotten leisten können.



Das sage ich ja nicht. Aber man könnte auch sagen wir können uns unsere Niedrigverdiener nur leisten weil wir anderen weniger zum leben lassen. Und dein Punkt zwei zeigt ja wie sehr wir in dieser Abhängigkeit von einem zweifelhaften System bereits drinstecken...


Ja, exakt.
Zitat von LeoLurch: Comics sammeln und lesen ist ein relativ schwules Hobby.

dk one

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Wednesday, May 30th 2012, 4:33pm

Was natürlich kein Argument sein darf, dass die Zustände der Ausbeutung in anderen Ländern wichtig ist, damit bei uns die Menschen am Rande der Gesellschaft noch ihre Hosen kaufen können. Und das sind nicht nur ALG 2-Bezieher, sondern auch ein paar Millionen Menschen, die von ihrer Arbeit kaum leben können und sich auch nur diese Billigklamotten leisten können.


Mir erschließt sich nicht ganz, warum das kein legitimes Argument sei. Ich beharre darauf, dass das zu kurz gedacht ist.
Ich votiere hier nicht pro Ausbeutung, sondern weise lediglich darauf hin, dass es auch in der westlichen Welt Menschen gibt, die nur sehr wenig Geld zur Verfügung haben und auf sehr günstige Kleidung angewiesen sind. Dass ihr die Bedürfnisse dieser Menschen aus den Augen verliert, ist doch nur Zeichen dafür, dass ihr die Situation aus dem Elfenbeinturm des Wohlstandes analysiert.
Was ist den Eurer Meinung nach das Ideal. Keine Sweatshops mehr und dafür müssen die Kinder einkommensschwacher Eltern dann ihre Hosen tragen, bis sie nur noch über die Knie reichen. Das ist die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera. Oder sollen wir den ALG2 Satz so weit anheben, dass Bezieher sich in Frankreich unter guten Arbeitsbedingungen gefertigte Lacoste Hemden kaufen können?
Wie Könnte man eurer Meinung praktikable Lösungen zur Behebung dieses Ungleichgewichts aussehen? Und jetzt bitte keine Argumente a la „das gesamte weltweite Wirtschaftssystem verwerfen und neu gestalten“, das ist nämlich unrealistisch.
Victoria pax, non pactone parienda.

Nania

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Wednesday, May 30th 2012, 4:47pm

Im Grunde das Problem, dass ich angesprochen habe.

Ich sage ja: Es gibt Menschen, die sind froh, dass sie eine neue Hose für 10 Euro oder weniger bekommen könnten.
Aber man darf nicht vergessen, wo die Kleidung gefertigt wurde. Meines Erachtens müssten da die Hersteller viel mehr in die Pflicht genommen werden - ich weiß, dass das schwer ist - die Preise einerseits nicht zu erhöhen, aber auch nicht zu versuchen, den Lohn für die Arbeiter/innen in Bangladesh, Indien und Co. noch weiter zu drücken um mehr Profit für sich zu erwirtschaften.

Ich weiß, das klingt arg polemisch, aber ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. Grad leider wenig Zeit.
Am dunklen Himmel leuchtet das Licht am hellsten.
(Andreas Tenzer)



Rovin

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Wednesday, May 30th 2012, 4:50pm

@DK: Wie hat das denn früher funktioniert, wo es keine KIK Läden gab? Ernsthafte Frage, bin zu jung um das zu beantworten.


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Wednesday, May 30th 2012, 4:56pm

Im Grunde das Problem, dass ich angesprochen habe.

Ich sage ja: Es gibt Menschen, die sind froh, dass sie eine neue Hose für 10 Euro oder weniger bekommen könnten.
Aber man darf nicht vergessen, wo die Kleidung gefertigt wurde. Meines Erachtens müssten da die Hersteller viel mehr in die Pflicht genommen werden - ich weiß, dass das schwer ist - die Preise einerseits nicht zu erhöhen, aber auch nicht zu versuchen, den Lohn für die Arbeiter/innen in Bangladesh, Indien und Co. noch weiter zu drücken um mehr Profit für sich zu erwirtschaften.

Ich weiß, das klingt arg polemisch, aber ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. Grad leider wenig Zeit.
Nobler Gedanke, aber ökonomisch irgendwo zwischen sehr schwierig und unmöglich!

@DK: Wie hat das denn früher funktioniert, wo es keine KIK Läden gab? Ernsthafte Frage, bin zu jung um das zu beantworten.
Ehrlich gesagt, kann ich Dir diese Frage nicht beantworten! Ich bin selbst noch nicht so alt und war Gott sei´s gedankt nie in der Situation bei Kleidung allzu sehr auf den Euro (oder die DMark 8)) achten zu müssen. Zur Zeit unserer Eltern war es wohl so, dass die Menschen einfach weniger Kleidungsstücke hatten (nur 1 oder 2 gute „Sonntagshosen“).
Victoria pax, non pactone parienda.

Rovin

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Wednesday, May 30th 2012, 4:58pm

Ja, aber funktioniert hat es auch. Die sind ja nicht alle nackt rumgelaufen....ich glaube einfach KIK und Konsorten sind ein Produkt unserer Wegwerf und Konsum-Overkill Gesellschaft...und ob man sowas unterstützen sollte....


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Wednesday, May 30th 2012, 5:07pm

Nein, aber sie sind jahrelang mit den selben Hosen herumgelaufen. Ganz falsch ist Dein Gedanke sicher nicht. Ich bräuchte fürs Büro vielleicht 5 Hemden, habe aber 20. Das ist teilweise schon übertriebener Konsum. Aber ich rede ja hier auch nicht von mir. Mir geht es um Menschen die sich mit Müh´und Not eine billige Hose im Jahr kaufen können.
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Rovin

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Wednesday, May 30th 2012, 5:08pm

Dann reden wir aber nicht von einem wirtschaftlichen Problem, sondern von einem Gesellschaftlichen. Es kann nicht sein, dass wir denen nur deswegen so wenig ALG geben können, weil andere dafür hungern. Oder ausgebeutet werden. Oder beides.


Nania

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Wednesday, May 30th 2012, 5:12pm

Das Problem an deinem Argument, Rovin, liegt in seiner Natur.
Es ist eines jener Argumente, die man immer weiter in die Geschichte hinein zerlegen kann. Wieso braucht ein Mensch heute eine Zentralheizung? Kohleöfen haben es auch getan.

Damals und heute sind völlig andere Zeiten.

Dazu kommt, dass es kik zwar erst seit 1994 gibt, die niederländische Kette "zeemann" jedoch schon seit 1967. Und die haben auch damals schon billige Kleidung verkauft. Genauso wie andere Geschäfte.
Am dunklen Himmel leuchtet das Licht am hellsten.
(Andreas Tenzer)



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Wednesday, May 30th 2012, 5:18pm

Dann reden wir aber nicht von einem wirtschaftlichen Problem, sondern von einem Gesellschaftlichen. Es kann nicht sein, dass wir denen nur deswegen so wenig ALG geben können, weil andere dafür hungern. Oder ausgebeutet werden. Oder beides.
Natürlich ist das Problem auch wirtschaftlicher Natur. Wir können den ALG2 Satz nicht beliebig erhöhen.

Dazu kommt, dass es kik zwar erst seit 1994 gibt, die niederländische Kette "zeemann" jedoch schon seit 1967. Und die haben auch damals schon billige Kleidung verkauft. Genauso wie andere Geschäfte.
Von "zeemann" habe ich ja noch nie gehört. :D Gibt es die auch in Deutschland?
Victoria pax, non pactone parienda.

Rovin

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Wednesday, May 30th 2012, 5:27pm

Nania, das lass ich so nicht gelten. Ich rede hier von einer Entwicklung die so nur möglich war weil jemand dafür ausgebeutet wird. Das hat nichts mit geschichtlicher Entwicklung zu tun. Es sei denn es ist jetzt schon eine natürliche Entwicklung dass früher oder später immer andere ausgenutzt werden.

@DK: Wir können ihn aber auch nur deswegen so niedrig ansetzen weil andere dafür leiden.

Wir drehen uns hier im Endeffekt im Kreis.
Klar, wir können nicht unsere Leute verhungern lassen, aber es ist bedenklich andere dafür hungern zu lassen. Eigentlich wäre das hier DK's große Stunde, so als Mitarbeiter der Handelskammer :P
Was denkst du denn, was richtig wäre? So wie es jetzt ist kann es ja nicht ewig weitergehen....oder sollte es zumindest nicht.


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Wednesday, May 30th 2012, 5:36pm

@DK: Wir können ihn aber auch nur deswegen so niedrig ansetzen weil andere dafür leiden.
Er ist im internationalen Vergleich sogar relativ hoch. Der höchste der großen Industrienationen. Wir sind nicht Luxemburg. ;)

Wir drehen uns hier im Endeffekt im Kreis.
Klar, wir können nicht unsere Leute verhungern lassen, aber es ist bedenklich andere dafür hungern zu lassen. Eigentlich wäre das hier DK's große Stunde, so als Mitarbeiter der Handelskammer :P
Was denkst du denn, was richtig wäre? So wie es jetzt ist kann es ja nicht ewig weitergehen....oder sollte es zumindest nicht.
Wenn wir etwas von "einem Euro Stundenlohn" in Schwellenländern lesen, denken wir die Arbeiter würden verhungern. Dass dies unter Umständen dort ein relativ hoher Lohn ist, wird von uns allzu leicht vergessen.
Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass die Menschen hier durch den Handel (Im- Export) mit Deutschland profitieren und dies auch so wahrnehmen.
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Rovin

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Wednesday, May 30th 2012, 5:40pm

Aber wenn dort die Löhne steigen, wie jetzt auch in China....


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Wednesday, May 30th 2012, 5:46pm

... sind die Menschen glücklich, weil sie mehr Geld zur Verfügung haben. ;)
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Rovin

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Wednesday, May 30th 2012, 5:47pm

Aber die Firmen, die die Jobs hinbrachten wandern wieder ab, Investoren gehen wieder etc...bin ja gespannt wie das im Fall China weiterläuft.