Seit gestern sind wir wieder zurück von unserem Berlin-Trip. Bevor ich zu einem Fazit komme, hier mal weitere Reiseberichte (wie gesagt, eigentlich Mails an meine Mama.

Also nicht wundern.):
Montag: Jetzt geht's erst richtig los
Für Montag hatten wir geplant, einige Museen mit unserer 3-Tages-Karte abzuklappern. Die Neue Nationalgalerie machten wir zu unserem ersten Ziel, mussten aber feststellen, dass diese - entgegen der Aussage unseres Museen-Prospekts - geschlossen hat. Mist. Weiter ging es also zum Bauhaus Museum. Hier hatten wir schon mehr Glück und beschauten Zeichnungen, Fotografien und Modelle prägender Mitwirkendenrder Bauhaus-Schule. Unter dem Begriff "Bauhaus" konnte ich persönlich mir vorher nichts vorstellen. Ich ging davon aus, dass irgendjemand mal so hieß und das Gebäude danach benannt wurde. Richtig ist aber, dass Martin Gropius (der Name sagte mir dann wieder was) das Bauhaus Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet hatte, um dort handwerkliche und gestalterisch-hochschulische Ausbildung miteinander zu vereinen. Ziel war es, mit geringmöglichsten Kosten und so wenig Material wie möglich die praktischsten und gleichzeitisch "schönsten" Möbel, Gebäude und andere Produkte herzustellen. Daraus ergab sich ein spezieller Stil, der durch einfache Grundformen wie Quadrate, Dreiecke und Kreise gekennzeichnet ist, denen jeweils eine Farbe zugeteilt wird. Die bekanntesten Bauhausler dürften Kandinsky und Paul Klee sein.
Soweit ich mich recht erinnere, haben wir mittags Tadim Dönerkebap aufgesucht, um uns einen der angeblich besten Döner Berlins zu gönnen. Schon beim ersten Bissen schmeckten wir die Frische des Gemüses, die Würze des Fleischs und vor allem war das Brot selbstgebacken. Zusammen mit etwas Joghurtsauce ergab das eine erfrischende, leichte Mahlzeit - was ich von noch keinem anderen Döner behaupten konnte. Mit einem Preis von 3,00 € lag der Kebab zwar in einer für Berlin durchschnittlichen Preisklasse, im Vergleich zu den Dönerläden in unserer Stadt war das aber günstig.
Gestärkt machten wir uns auf zum Shoppen in Mitte. Die von uns ausgesuchten Läden lagen eigentlich alle in einem Viereck, aber durch die vielen kleineren und größeren Neben- und Seitenstraßen dauerte alles viel länger. Ursprünglich wollten wir den "me Collectors Room" besuchen, der hatte aber ebenfalls montags geschlossen - diesmal hatten wir uns aber einfach falsch informiert. Leicht genervt shoppten wir aber trotzdem ganz ordentlich. In "Who killed Bambi?" holte ich mir ein süßes Shirt und der Comicladen "Grober Unfug" war ganz anders als mein Stammladen in Frankfurt: Er war geräumig und hell, aber mit ungefähr der gleichen Auswahl, nur mehr Manga gab es dort. Wir stießen unterwegs auch noch auf den Laden "Neo Tokyo", der sich auf Manga spezialisiert hat. Dort gab es eine kleine Abteilung mit niedlichen japanischen Figürchen, Plüschis und anderem Kleinkram. Hier habe ich mir ein winziges, rosanes Mamegoma geholt. (:
[img]http://kawaii.kawaii.at/img/pink-Mamegoma-baby-seal-squeezable-charm-168229-1.jpg[img]
In den anderen Läden fanden wir leider nichts (oder nicht viel, weiß ich nicht mehr so genau), Spaß hat's aber trotzdem gemacht.
Unser Abendessen wurde uns im "Zum Schusterjungen" gereicht: Rinderrouladen mit Klößen und Rotkohl. Mama, du weißt, du machst verdammt leckere Rouladen, aber die hier kamen schon nahe an deine.

Teuer war's auch nicht, die Bedienung war nett und bereits nach 15 Minuten stand unser Essen auf dem Tisch - klasse Service. Und: Das Essen lag wieder nicht schwer im Magen. Irgendwas machen die hier anders in Berlin.
Danach war aber nicht mehr als Ausruhen im Hotel drin. Denn der nächste Tag wollte geplant werden - doch davon später mehr.
[b]Dienstag: Die Koffer füllen sich[/b]
Den Dienstag begannen wir mit einem Besuch beim TK Max in Neukölln. In den TK Max-Filialen werden Kleidung, Deko und Krimskrams zu meist günstigen Preisen verkauft. Die Preise kommen meiner Vermutung nach dadurch zustande, dass sich die angebotene Ware aus Lagerrestbeständen verschiedener Einzelhandelsunternehmen zusammensetzt. Um es kurz zu machen: Angereist waren wir mit einem großen, vollen und einem kleinen, fast leeren Koffer. Nach unserem Besuch bei TK Max waren beide Koffer voll. Im Gegensatz zu unserem Ausflug zum TK Max in Köln gab’s hier aber keine schönen Schuhe, dafür konnte ich etliche T-Shirts für 10,- €, einen verdammt tollen Blazer im Leo-Muster und ein Hello Kitty-Notizbuch erstehen, aber auch mein Freund ging nicht leer aus.
Weiter ging es Richtung KaDeWe, das auch noch von vielversprechenden Schuhläden gesäumt ist. Unseren ersten Halt machten wir hier bei Solebox, einem kleinen, aber bekannten Sneakerladen. Wir fanden dort zwar nichts, die Leute waren aber sehr nett – so auch das Schuhangebot, nur leider nicht in meiner Größe. Schade.
Für meinen Freund gab’s das erste Paar Schuhe im Puma Concept Store für gerade mal 45.- €, bevor es dann weiter zu Niketown ging. Dieser Laden macht seinem Namen alle Ehre. Dem Kunden wird hier Gelegenheit gegeben, durch ein mehrstöckiges, geräumiges Schuhangebot zu stöbern und aus Sport- über individuell gestaltbare bis hin zu den neuesten Schuhmodellen zu wählen. Mein Freund entdeckte hier Foam Posits – obwohl die eigentlich sehr begehrt und nicht mehr leicht zu haben sind. Spaßeshalber fragte er, ob die Schuhe in seiner Größe da sind und er hatte Glück. Für einen stolzen, aber verhältnismäßig durchschnittlichen Preis nahm er die Schuhe mit. Nichts konnte diesen Tag jetzt noch verderben.
Und dann war es so weit: Wir betraten das KaDeWe, das größte Kaufhaus Europas. Am meisten freuten wir uns auf die Amerika-Ecke in der so genannten „Feinschmecker-Abteilung“ und eigentlich hatten wir auch vor, hier etwas zu essen. Die vielfältigen, kleinen Essensstände waren jedoch meist komplett belegt und/oder zu teuer: Für Spaghetti mit Tomatensauce 13.- €? Äh, nein danke. Nachdem wir in der „Multimedia- und Entertainmentabteilung“ ein wenig herumgestöbert hatten und uns nicht mal die Hello Kitty-Wand zum Kaufen verführen konnte, visierten wir die amerikanische Ecke an – nur, um von Angebot und Preisen gleichermaßen enttäuscht das Kaufhaus zu verlassen. Wir ließen es uns nicht nehmen, uns noch ein bisschen über die Dekadenz des Louis Vuitton-Ladens lustig zu machen. Das fiel nicht gerade schwer, im Gegenteil lud der Laden förmlich dazu ein. Hier verbringen also Lebewesen mit viel Geld und wenig Geschmack ihre Zeit damit, ihr Vermögen für überteuerte, wahlweise mit Muster A oder Muster B bedruckte Taschen und Schuhe auszugeben, um die ihnen von Gott zugestandene Prestige zur Schau zu tragen. Wir wurden an diesem Tag jedenfalls nicht Louis Kunden. Ging gar nicht, so ein merkwürdiges Etwas namens ästhetisches Empfinden, im Volksmund auch Geschmack genannt, hinderte uns mit gelassener Entschlossenheit daran.
Das Klagen unserer leidenden Mägen beendeten wir bei Dolores Burritos mit köstlichen Texmex-Wraps gefüllt mit Bohnen, knackigem Gemüse, leckerer Salsa und zartem Fleisch.
EDIT: Ein paar Kleinigkeiten wurden bearbeitet. Und irgendwie funktioniert das Bild nicht. :/[/img]