Naja, bei
www.splashcomics.de erscheinen regelmäßige Rezis zu paniniheften, sowie specials über bestimmte Themen. Aber die seite ist bestimmt dem König bekannt, weiterhin hat es ja wohl keinen Sinn bei jeder neuer rezension zu posten.
Ah ja, noch
http://www.parnass.scram.de/rezensionen.php
u.a. zu Genosse Superman:
Was wäre wenn? Diese fazinierende Frage, die schon einer ganzen Marvelserie den Namen gab, macht aus den meisten Elseworld Titeln bei DC interessante Comics. Nun hat es den Stählernen in die Sowietunion verschlagen. Nicht Martha und Jonathan Kent, sondern Bauern in der Ukraine finden das Raumschiff mit dem außerirdischen Baby. Superman wird zu der Ikone des Kommunismus. Er muss an Truppen-Paraden teilnehmen und verteidigt einen Staat, der seine Gegner mit groben Mitteln bekämpft. Da hat sich noch nicht so viel zu den „normalen“ Superman Stories geändert – oder? Aber Genosse Superman ist verdammt düster erzählt. Hier steht nicht ds "der Held fängt nach anfänglichen Schwierigkeiten Bösewicht" Schema im Vordergrund, diese 172 Seiten erzählen eine andere Geschichte. Die Russen haben mit Superman die Kraft und die USA haben mit Lex Luthor das Gehirn. Und das paranoide Amerika versucht mit üblen Tricks, die rote Bedrohung zu bekämpfen. Das die USA dabei wesentlich schlechter wegkommen als das gar nicht so plumb geschilderte Russland ist ein Highlight im amerikanischen Superheldencomic. Diesen Eiertanz auf Messersschneide zwischen guter Story und platter Propaganda hat Marvel in „HeldenSpezial #1: Glaubenskrieg“ noch in traditionell dämlicher Art und Weise ganz anders in den Sand gesetzt. Hier also keine Plattitüden, aber dafür leider auch ohne roten Faden. Die wirklich lesenswerte Geschichte, in der neben Supie auch noch Wonderwoman, Batman, die Grüne Leuchte und Brainiac mitspielen, findet erst zum Schluss zu einer brauchbaren Pointe.
Es ist dennoch spannend zu lesen, wie Lex immer wieder versucht, Superman aufs Kreuz zu legen. Er erschafft Bizzaro, lässt Brianiac eine Flaschenstadt erschaffen und gründet das Green Lantern Corps. In der spielerischen Einbeziehnung bekannter Teile des „richtigen“ DC-Universums in die Elseworld Geschichten liegt auch die Stärke dieser Comics. Das macht richtig Spaß! Lesen!
Die Zeichnungen sind wie die Story nicht so richig aus einem Guss. Zuerst wird Howard Chakyin kopiert dann sieht es im dritten Teil des Albums mehr nach modernen DC-Zeichnern wie Mahnke oder Kolins aus. Nie schlecht, aber auch nie so richtig eigenständig. Vor allem sieht es düster aus. Selten lächelt jemand – so kommt beim einfachen Durchblättern doch der falsche Verdacht auf, dass es sich hier wieder einmal um die schon erwähnte plumpe Propaganda handeln könnte.
Bei Panini ist momentan gerade einiges am Gange – da ist es nicht verwunderlich, wenn Wonderwoman von dem Übersetzter auch mal etwas total dämliches in den Mund gelegt wird. Bei einer Gala treffen sich Wonderwoman und Superman das erste Mal. Sie ist von der Idee ganz hingerissen, endlich einen Menschen kennen zu lernen, der wie sie auch mehr als ein Mensch ist und deswegen eigentlich verdammt einsam. Das drückt sie leider vollkommen verkehrt wie folgt aus: „[...] Wie oft treffe ich jemanden wie mich?“ Egal, wir wissen was gemeint ist und freuen uns am Rest des Comics.
Genosse Superman ist ein sehr gutes Comic dem der rote Faden und eine eigenständige Handschrift des Zeichners fehlt. Dennoch weit über dem Durchschnitt und in der deutschen Übersetzung nicht teuerer als im amerikanischen Original. Panini bleibt eben günstig, selbst in schwierigen Zeiten – danke Panini.
Zu Bird of prey:
Eben noch als 13-teilige Serie im Fernsehen, dann an den Kiosken und schneller als der Flash auch schon wieder eingestellt.Die deutsche Comicgemeinde rückt enger zusammen – will meinen wird immer kleiner – und das drückt die Auflagen. Da muss ein großer Verlag einfach reagieren, und wenn sich ein tolles Comic wie dieses einfach nicht verkaufen will, dann darf man es nicht weiter produzieren. In unserem Fall heißt das für die verdammt hübschen Verbrecherfängerinnen nach einem Spezial mit alten Abenteuern und zwei regulären Heften das Aus. Das ist verdammt schade und sicher werden sich etliche in den Hintern beißen, wenn sie diese Hefte erst einmal gesehen haben.
Und hier fängt es an: Black Canary & Orakel – Birds of Prey. Gary Frank, der schon bei Supergirl – bei uns noch unter dem Dino Label - für allerfeinste Bilder sorgte, hat auch auf den ersten 56 Seiten den Zeichenstift fest in der Hand. Das bedeutet klare Linien, etwas hölzerne Personen, abwechlungsreiche aber immer nachvollziehbare Seitenaufteilung und schöne Menschen.
Anders als im Fernsehen sehen wir hier das ehemalige Batgirl Oracle und an ihrer Seite Green Arrows Ex Black Canary. Der geht es nicht gut, besonders finanziell ist die nicht immer Blondine so ziemlich am Ende. Da kommt ihr das Angebot der informierten Stimme im Hintergrund gerade recht, und der auf sie wartende Sportwagen macht die Sache perfekt; ein neues „Hirn und Hände“ Team ist geboren. Es geht ins politisch unkorrekte Ausland. Nicht das in dieser Geschichte an der Integrität Amerikas gekratzt werden würde. Die Bösen sind andere, und die kriegen auf die Zwölf. Es wird schon etwas platt, wenn ein unterernährtes Kind tot in den von Geldgier geleiteten Fluten von Canary nur noch beweint werden kann. Schwamm drüber, das ist ein Action Comic mit wunderschönen Frauen, da muss man über solche Nebensächlichkeiten drüber weg.
Die zweite Geschichte kann dem gelungenen Intro nicht das Wasser reichen. Weder die Bilder noch die Story können begeistern. Das muss zu diesem Teil des heftes reichen.
Trotz des Versagens auf der Zielgeraden ein lohnenswertes Comic, reinschauen lohnt sich!
So richtig überzeugend wird es dann in der regulären Serie. Hier treffen wir die aus dem Fernsehen bekannten Gesichter Oracle, Huntress und Dinah. Nie waren Black Canarys Netzstrumpfhosen so sexy wie an ihrer Tochter. Ed Benes zeichnet um Klassen moderner als der schon sehr gute Frank aus dem Spezial. Wenn Dinah mit ihren vollen Lippen und dem Knack-Arsch schon begeistern kann, dann gelingt es nur der atemberaubenden Huntress das zu toppen. Da fragt man sich, wie man 32 Seiten ohne diese Augenweide leben konnte.
Sex sells! Oder auch nicht, warum eigentlich? An der eher traditionellen Story um einen Jungspund, der bei der Feuertauf auf die Nase fällt, von der erfahrenen Partnerin gerettet wird um am Ende doch noch ihre Stärken beweisen zu können kann es nicht liegen.Die hatten wir schon tausendfach und haben uns nie darüber beschwert. Und wenn es dazu noch wirklich super Mädchen gibt – das müsste doch ein Instant Hit sein? Ist es aber leider nicht.
Panini hat die Serie wie schon geschrieben eingestellt. Damit der Leser die begonnene Story auch zu Ende lesen kann, kommt der letzte Teil als Spezial zum Erlanger Comic Salon heraus. Noch ein Grund mehr sich ins Bayrische zu begeben und vielen Dank Panini für diese Kundennähe!
Klasse Action/Mädels Comic und scheinbar unbeachtet – zu Unrecht! Fans der Dangergirls sollten sich die drei Hefte der regulären Serien nicht entgehen lassen und auch das Spezial ist nicht von schlechten Eltern.