Nicht besonders remarkable????
Hmmmm. Also so übermäßig vom Hocker gehauen haben mich bisher nicht viele Hefte von ihm, to be honest.
So, Spider-Man Nachmittag als Belohnung für den arbeitsreichen Vormittag:
Peter Parker: Spider-Man (Vol. 2) #37
Eine bitterkalte Winterepisode mit Spider-Man. Kein Wintermärchen, dafür eine Story, die recht müde und nicht so toll losgeht, sich aber kontinuierlich steigert und in einem lustigen Showdown mit Spidey, dem Geier und der Fackel endet. Jenkins hat besseres geschrieben, aber es war eine nette Episode für zwischendurch. Buckys Artwork wie immer ungewohnt an einem Superhelden-Titel á la Spider-Man, aber abwechslungsreich und andersartig gut.
7/10.
Peter Parker: Spider-Man (Vol. 2) #38
Nuff said! Die schweigsamen Ausgaben aus dem Jahre 2002, Klappe die erste. Im direkten Vergleich mit Stracz’ Amazing-Episode ohne Worte etwas schlechter, aber auch ganz anders gestrickt. Denn der Fun-Faktor ist bei Jenkins/Buckingham einmal mehr weit ausgeprägter als bei anderen Teams am Wandkrabbler. Großartig die Mönche, Barker und die hübsche Blonde und natürlich Kevin der Käse sowie der Beginn bei der Pantominen-Bande. Die Ponte ist dann auch wieder ziemlich gut mit dem Glas - das Stückchen dazwischen, sozusagen das Pre-Finale, ist nicht ganz so prall.
6,5-7/10.
Amazing Spider-Man (Vol. 2) #39
Der oben schon erwähnte zweite Nuff said-Beitrag aus der Spinnen-Ecke. Macht einem bewusst, wie lange Straczynski nun schon an Spidey schreibt. Wahnsinn. Langer, guter Run. Er mogelt ein bisschen mit den eMails von Tante May - ansonsten eine perfekte wortlose Episode, die einen schönen Einblick in die damaligen Beziehungen von Pete, May und MJ gibt. Romita ist ein Gott. Und das Cover von Karee Andrews - dem unglaublich wandelbaren Karre Andrews - ist `ne Wucht.
9/10.
Amazing Spider-Man #541
Back in Black, nächster Teil! Ich will niemanden spoilern, aber das ist schon ganz groß: Wie JMS mit der Continuity spielt, die aussagekräftigen letzten Seiten und das coole, atmosphärische Setting, das somit [als Schauplatz] für das große Aufeinanderprallen geschaffen wird. Groß. Wirklich, ganz, ganz groß. Garney und Stracz’ liefern da wieder tolle Arbeit ab. Und die Ratten dürften einmal mehr eine Anspielung auf Kravens letzte Jagd gewesen sein, oder? Kein direktes Bildzitat, aber von Atmosphäre und Ambiente her, ging es schon in die Richtung. Würde - schwarzes Kostüm, unbändige Wut - ja auch Sinn machen. Und: I really like it, wie der Kingpin wieder zum major player aufgebaut wird. Großartig.
10/10.
Amazing Spider-Man #509-514 ("Sins Past - Alte Sünden")
Nachdem in den letzten Tagen die Story hie und da wieder erwähnt worden ist und ich auch meiner besseren Hälfte mal davon erzählt habe, dachte ich mir, dass ich sie doch noch mal am Stück lesen könnte. Gesagt, getan.
Und was soll ich sagen? Nun, erst mal so viel: Vielleicht muss ich endlich differenzieren: Sins Past, was es für Leser bedeutet, die unbedarf rangehen; und Sins Past, was es für Leser bedeutet, die eine Verbindung zu Gwen und jener gesamten Ära haben.
Doch der Reihe nach. Die ersten beiden ASM-Hefte sind geil. Das muss man so stehen lassen. Das ist erstklassig. Das ist spannend, das ist kernig, das ist gut. Deodato wird trotzdem nicht mehr mein Lieblingszeichner, fällt für mich in die Kategorie Bagley - mal brillant, mal schlampig, sieht man sich sehr leicht satt dran, überschätzt. Egal, die ersten beiden Hefte - und damit immerhin ein Drittel - des Storyarcs ist wirklich top. Hatte ich nicht so gut in Erinnerung, sage ich ganz offen.
(9/10).
Dann geht’s bergab. Mit dem dritten Teil. Der Aha-Effekt wird schon vom Cover vorweg genommen, es sind einige sinnlose Szenen drin, homogen und spannend ist es auch nicht mehr so sehr - wird mit jeder Seite schwächer und lebt eigentlich nur vom Cliffhanger und Peters Verzweiflung sowie den Momenten zwischen Pete und MJ. Die Enthüllungen und die Handlung von Sarah und Gabe - schwach. Gefällt mir auch beim jetzigen Lesen nicht.
(5,5-6/10)
Und auch der vierte Teil der „Saga“ hat nur einen Gewinner: MJ. Ansonsten ... konstruiert. Aber ich wollte ja differenzieren: Für unbedarfte Leser ist es verworren und hat nicht die Intensität, wie JMS das wohl gern hätte; für Leser, für die es die entsprechende, gewünschte Intensität hat, birgt es aber auch genügend Fallstricke, an denen sich die Story mit jeder Enthüllung und Wendung weiter verstrickt. Und weiter verliert. Das ist nach wie vor ganz übles Herumgepfusche an den wirklich wichtigen Ereignissen zwischen Peter und Osborn/Spidey und dem Kobold. Wie gesagt: Nur Mary Jane gewinnt. Und das wirklich sehr. Deshalb sind die Punkte auch alle ihre.
(6/10).
Das vorletzte Heft wird besser, hat auf der Brücke ein paar sehr gute Szenen. Verliert aber durch die „Wiederholungsszene“ auf der Brücke später, genauso wie durch den „Zufall“ mit dem Unterwasserlabor. Obwohl ich beides aus dramaturgischer Sicht sogar okay finde. Fängt sich wieder ein bisschen - was vor allem daran liegt, dass Sins Past nicht mehr so viel in der Past rumstochert, sondern vor allem mit den Konsequenzen spielt.
(7/10).
Finale. Schwach. Lasch. Egal unter welchem Gesichtspunkt.
(4,5/10) So hat Sins Past dann am Ende mehr Verlierer als Sieger und Gewinner: Gwen verliert, Peter verliert, die (eh schon gebeutelte, da ausgelutschte) originale Brückenszene verliert, ja selbst Sins Past, das in Teil eins und zwei wirklich genial beginnt, verliert am Ende einfach nur. Einziger Gewinner? Mary Jane. Und selbst sie verliert, unwissentlich, am Ende, wenn Peter ewige Liebe schwört.
Nein, Folks, egal wie oft ich das lese: Es wird, sehen wir vom Anfang ab, einfach nicht besser und ist gerade im Mittel- und Kernstück des Sechsteilers eine kleine große Katastrophe.