Die Zeichnungen von Bachalo (nicht mein Ding),
Ich kann ja verstehen, dass man, wenn man Bachalo nicht mag, das auch ausdrücken möchte. Aber ist es nicht auch langsam mal gut? Jetzt wird schon jede einzelne negative Stimme zu Bachalo hier bejubelt?

Ich habe selbstverständlich überhaupt nichts dagegen, wenn jeder Rezensent hier scharfe Kritik an Bachalo äußert, kein Thema. Aber inzwischen artet der X-Men-Heft-Thread mittlerweile jeden Monat in immergleiches Bachalo-Bashing aus, das ist für jeden Leser des Threads etwas öde und muss ja nun auch nicht sein.
Zum Heft:
So ist also aus den recht undurchsichtigen ersten beiden Folgen doch eine wirklich gute Story geworden. Endlich erfahren wir die Hintergründe der mysteriöse Vorgänge in den Teilen 1 und 2. Die Passagen, die von Sabretooth rückblickend erzählt wurden, waren hierzu sehr gelungen erzählt. Die ganze Story des Zeitbeschleunigungsexperiments und der daraus „erschaffenen“ neuen Rasse finde ich interessant, wenn auch für mich noch (zu) viele Fragen offen bleiben. Das Ganze mausert sich dann zu einer wirklich guten Action-Story mit jeder Menge cooler Szenen, z. B. der Kampf Northstar gegen Rogue, oder wie Iceman und Mystique Aurora ausschalten, Fuego und Aguja gegen die Düsenjets sowie der ganze Abschlusskampf an Bord des Tankers, u.v.m. Doch, mir hat´s gefallen.
Mystique und Sabretooth bei den X-Men, da kommen Erinnerungen hoch. Aber mir gefällt das Team, dass Rogue hier zusammengestellt hat, das kann ziemlich interessant werden!
Die Zeichnungen finde ich genial, Bachalo at his best!

Auch die Colorierung funktioniert hier wunderbar, für mich ein Augenschmaus!
Letztlich ist selbstverständlich auch der Zeichner verantwortlich für ein gelungenes Storytelling, ein solches wird immer von Autor und Zeichner gleichermaßen verantwortet, weshalb man das nicht so einfach komplett trennen kann: „Carey großartig, Bachalo Mist", wie es einige hier bewertet haben. Zeichnungen, ihr Aufbau und ihre Abfolge, transportieren die Story in einem Comic, ein Comiczeichner gestaltet und formt die Handlung immer auch entscheidend mit, durch seine spezielle Art der Gestaltung, durch den Aufbau und die Ausformung seiner Bilder. Deshalb ist ein erfreuliches Lesen, deshalb ist die Qualität des Storytellings eben auch (zwangsläufig) das Resultat seiner Arbeit. Alles Lob nur für Carey: sorry, aber das funktioniert so einfach nicht.
Auch der Gastzeichner in der 2. Story fügt sich sehr gut ein, mir gefällt sein Stil.
Hm, Rogue... Ich weiß nicht recht. Irgendwie ist mir diese neue extreme Toughness auch etwas zuviel, nichts gegen eine toughe Leaderin, aber muss sie gleich so unfreundlich (grundlos, meiner Meinung nach) zu Cyclops sein?

Und warum will sie am Ende das X-Mansion verlassen? Gibt es dafür irgendeinen Grund, außer dass sie gerade schlechte Laune hat und ihr danach ist?

Warum schon wieder so eine Extrem-Rogue? Entweder ist sie die Nervzicke wie bei Milligan oder jetzt die schlechtgelaunte, übertrieben Toughe. Ginge es nicht auch mal ein wenig weniger extrem? Die Figur wird seit Jahren zugrundegeschrieben, ich bezweifle im Moment, dass dieser neue Weg der richtige ist, den Charakter wiederzubeleben.
So ganz leuchtet mir die Motivation dieser „Children of the Vault“ auch nicht ein. Warum genau wollten sie jetzt noch gleich erst die Mutanten und dann die Menschen töten? Nur allein, weshalb die
da sind, in altbewährter „
Wir sind alleine für die Evolution der Menschheit zuständig“-Manier? Man ist mir bei solchen neuen "Gruppierungen“ der Evolution immer etwas zu schnell bei der Hand mit dem Ziel „Totale Ausrottung aller anderen“. Das wird inzwischen ja einfach als selbstverständlich genommen. Aber wieso kommen sie zu diesem Schluss, weshalb dieses Ziel? Danach wird überhaupt nicht mehr gefragt, dafür interessiert sich die Story nicht. Dabei wäre gerade das sehr interessant! Und was war eigentlich der ursprüngliche Plan des Experiments? Und wie soll so etwas ablaufen, eine Zivilisation, die 6000 Jahre auf den minimal begrenzten Raum des Tankers beschränkt ist? Fragen über Fragen... Natürlich, wir haben diese „Children“ nicht zum letzten Mal gesehen, das wird alles hoffentlich noch in der Zukunft mal näher beleuchtet, aber wenigstens ein klein wenig hätte man diese Fragen jetzt schon einmal ein wenig anschneiden können bzw. sollen. Das hängt mir im Moment alles zu sehr in der Luft, diese neue Gruppierung.
Fazit: Eine gelungene, unterhaltsame Story mit sehr tollen Zeichnungen, die allerdings bezüglich der Hintergrundgeschichte dieser neuen „Rasse“ für meinen Geschmack noch zu viele Lücken aufweist.
8/10