Ich denke, die Veränderung von Superhelden und Bösewichten hat hauptsächlich mit zwei Faktoren zu tun. Der erste Faktor sind sicherlich die Verkaufszahlen. Manche Figuren (egal ob "Gut" oder "Böse") müssen sich einfach verändern, um neue Leser anzusprechen oder um alte Leser weiterhin zu begeistern. Als Beispiel fällt mir hier Spider-Man ein... Spidey Back in Black... was für ein Schlagzeile, Spider-Man (der Gute) wieder in dem schwarzen Kostüm, welches man mit etwas bösem verbindet! Das sind Verkaufszahlen förderne Aktionen, die neue und alte Leser ansprechen sollen! Aber zurück zum eigentlichen: Sicherlich kann man sagen, diese oder jene Figur gehört zu "den Guten", aber um den Leser bei der Stange zu halten, machen auch "die Guten" manchmal schlimme Dinge (oder umgekehrt). In gewisser Weise erlangt dadurch die Figur sogar etwas mehr "Menschlichkeit". Einer von "den Guten", der auch Mal etwas Böses tut (einen Fehler begeht), wirkt auf den Leser sicherlich "echter" und "menschlicher", als wenn dieser ausschließlich Gut wäre. Sicherlich, einer von "den Guten" muss auch weiterhin als solcher identifiziert werden können, selbst wenn dieser etwas Böses tut. Immerhin geht es auch um eine Art Vorbildfunktion, wo das Gute über das Böse gewinnen muss und böses bestraft werden muss (selbst wenn es einer von den Guten macht). Aber wie schon gesagt, Veränderung weckt das Interesse an diversen Figuren und ist somit sicherlich auch förderlich für die Verkaufszahlen.
Der zweite Faktor. Wir verändern uns. Unsere Welt verändert sich, unsere Ansichten, unsere Meinungen, unsere Technik usw.! Wir stopfen Fastfood in uns hinein; Musiker, die "schmutzige Lieder" singen werden unsere Idole; Politiker, die für oder gegen Krieg sind werden unsere Vorbilder usw., usw.! Es gibt und geschehen um uns herum 1000 Dinge, die durchaus schlecht sind und trotzdem sehen wir es als etwas Gutes. All dieses spiegelt sich somit auch in Comics, Filmen, Musik etc. wieder. Unsere eigene Toleranz und Hemmschwelle verändert sich immer mehr, unsere suche nach dem Kick steigt, dass Verlangen seine Grenzen auszuloten steigt usw., usw., usw. all das spiegelt sich auch darin wieder, dass "das Gute" auch Mal etwas böses tut, Grauzonen entstehen und wir Comicfigur, für ihre gute oder schlechte Handlung, immer noch mögen – oder gerade deswegen. Wir verändern uns und somit auch die Toleranz für eine Comicfigur, die sich verändert!
So, falls ich völlig am Thema Vorbeigeschrieben habe und es Dir nur um Figuren ging, so wäre ich für "Batman". Diese Figur hat sich meiner Meinung nach am stärksten verändert. Für mich lange Zeit eine Figur, die sehr deutlich in der Grauzone von "Gut" und "Böse" schwamm, so ist von dem "Bösen" eigentlich nichts mehr übrig und die Figur irgendwie nur noch "Gut".
Obwohl… so ganz kann ich mich da gar nicht festlegen, auch "Green Lantern" (die Alte) und "Der unglaubliche Hulk" haben durchaus extreme Veränderungen zwischen Gut und Böse durchgemacht – Mal abgesehen davon, was in Sachen Hulk noch aus den USA auf uns zukommt!
Gruß,
Preacher27