Sooo, letztes Kapitel, wie versprochen.

Es wird noch ein Prolog folgen, der wird allerdings nicht annähernd so lange sein. Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Hatte wohl eine Schreibblockade.
6: Der Clown
„Robin an Batman“, knackend erwachte das Funkgerät. „Batman hier“, knurrte es dumpf aus dem Gerät zu Robin. „Batgirl und ich sind auf jemand Neuen gestoßen. Ihr Namen ist Sleeping Beauty, gleiche Fähigkeit wie Poison Ivy, Hang zum Töten. Sie konzentriert sich anscheinend vor allem auf Rosen, deren Dornen sie in Metallspitzen verwandeln kann, zudem besitzt kann sie – wie Ivy – Männer und Frauen in ihren Bann ziehen, selbstverständlich ohne sie vorher zu küssen.“ „Danke Robin“, ertönte schlecht gelaunt Batman aus dem Funkgerät. „Willst du dich nicht....“, fragte Robin, bereute es aber im nächsten Moment sofort wieder. „Nein – wir kümmern uns später um diese Märchenfigur. Kommt beide zur Höhle, Dick und ich machen uns auf den Weg ins Arkham Asylum.“ Robin fragte nicht weiter nach, sondern sah sich nach Batgirl um, die auf dem Boden saß und gedankenverloren in den Himmel blickte. „Wir sollen uns in die Höhle zurückbegeben“, sagte Robin enttäuscht, er hatte sich mehr von dem Abend erhofft, auf der anderen Seite spürte er auch eine gewisse Erleichterung, da er sich endlich hinlegen konnte, wenn auch nicht wirklich schlafen.
Wieder saßen Nightwing und Batman nebeneinander im Batmobil. Batman schwieg. Nightwing schaute ebenfalls schweigend aus dem Fenster. Er dachte nach. Da war wieder dieses ungute Gefühl, dieses dumpfe Gefühl, dass etwas nicht stimmte und das hing definitiv mit Bruce zusammen. Er fühlte, dass mit seinem Mentor etwas nicht stimmte. Mit Ivy, Pamela, war alles sehr schnell gegangen, viel schneller als bei irgendeiner Freundin, an die sich Nightwing sonst erinnerte, Selina vielleicht mal ausgenommen. Aber Poison Ivy, Pamela? Sie war da doch jemand anders als Selina. Er traute sich nicht, etwas darüber zu sagen, auch wenn er wusste, mit Bruce konnte er über alles reden. Irgendwie fühlte es sich aber nicht richtig an, Bruce gerade darauf anzusprechen. Je tiefer er in Gedanken versank, desto mehr fühlte er, dass Bruce, nach all den Jahren immer noch nicht bereit war, ihm alles zu verraten – und vielleicht war das auch besser so.
Pamela saß auf dem großen, gemütlichen Sofa in einem der vielen Räume von Wayne Manor. Ihr gefiel das alte Gebäude gut und sich merkte mehr und mehr, wie sie sich in den gut aussehenden Mann verliebte. Sie hatte inzwischen gehört, dass er nicht derjenige, war, der gut zu halten war. Sie wusste, dass er dafür bekannt war, neue Bekanntschaften auch schnell wieder zu verstoßen, aber irgendwie hatte sie auch das Gefühl, dass es bei ihr anders sein würde. Dass sie vielleicht Pheromone besaß, die ihn anregte. Pheromone. Ein seltsames Wort. Es war ihr so gefährlich bekannt. Bilder schossen in ihren Kopf. Pheromone. Männer, Verführerin. Pheromone. Pamela schüttelte den Kopf und sah wieder zum Fernseher hin. Bilder über Bilder, eindringliche, in ihrem Kopf. Pflanzen, Rosen, Macht. Sie versuchte die unzusammenhängenden Bilder zu vertreiben. Doch es gelang ihr nicht.
Es klopfte an der Tür.
Nach doch recht kurzer Fahrt erreichten Batman und Nichtwink das Arkham Asylum. Wieder ragte das Gebäude düster und schwer in den dunklen, gefährlichen Himmel. Dick spürte die Angst, die von ihm ausging, noch eindringlicher als bei seinem ersten Besuch. Noch grausamer. Sein Herz fror. Er hoffte, niemals in diesem Gebäude sitzen zu müssen und rückte seine Maske zurück. Masken – Anonymität, Sicherheit. Masken, hinter denen sich der wahre Mensch verbarg. So war es auch bei Bruce. Aber wer war hier die Maske? Bruce oder Batman? Immer öfter stellte sich Dick diese Frage und immer öfter merkte er, dass er sich da nicht mehr sicher war. Er hatte immer Robin, später Nightwing als die Maske gesehen. Aber bei Bruce schien dies zumeist nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil, es gab wieder und wieder Momente, wo Dick fühlte, dass hier Bruce die Maske war, nicht Batman, wie es hätte sein sollen. Masken. Sie spielten in den dunklen Mauern von Arkham ihre ganz eigene Rolle. Ob positiv oder negativ, oft war dies nicht zu bewerten, doch Dick war von mal zu mal erleichtert, wenn er an solchen Abenden seine Maske abnehmen und sich selbst im Spiegel ansehen konnte. Manchmal fragte er sich, ob Bruce das Gefühl kannte.
Die großen Tore der Anstalt öffneten sich, Batman lenkte den Wagen durch das Tor und stellte ihn vor der Tür ab. Die beiden düsteren Gestalten stiegen aus, liefen die weite Treppe hinauf und traten durch die schwere Tür. Die dunklen Wände wirkten bedrohlich und tödlich. Da war etwas in ihnen, was Dick Angst machte. Ganz im Gegensatz zu Batman. Dieser schien die Wände zu ignorieren. Die Wände fürchteten ihn. Genauso wie die Innensaßen. Dick wusste, so lange er Angst hatte, hier in diesem düsteren Gemäuer, Angst hatte vor den Masken, die sich ihm wieder und wieder boten, konnte er niemals Batman sein. Er musste es lernen, lernen, mit der Angst, umzugehen. Der Angst, die sich in diesem Gemäuer ausbreitete wie ein dunkler, toter Nebel, den er wieder und wieder durchschritt, jedoch nie sah, was sich wahrhaftig um ihn herum befand. Tod, Verderben, Hölle.
Batman blieb stehen. Die Zelle vor der er stand kannte er gut genug. Kannte seinen einzigen Innensaßen. Man besetzte die Zelle gar nicht, wenn er nicht da war und nun lümmelte er sich auf der harten Metallliege und hielt ein abgewetztes Buch in den Händen. Stephen King. Nicht gerade die Lektüre, die Batman dem psychopathischen Clown empfohlen hätte. Er grinste, als er erkannte, wer vor der Tür stand, legte das Buch beiseite und stand auf. „Hallo“, tönte es dumpf durch die wenigen Löcher in der gläsernen Zellenwand. „Schön, dich mal wieder zu sehen. Und dich auch, Robin.“ Nightwing reagierte nicht. „Ich hatte schon damit gerechnet, dass ihr beiden Spaßvögel hier irgendwann auftaucht. Ich hatte eigentlich schneller mit euch...“ Batman machte einen Schritt näher an die Zellenwand, in der sich plötzlich eine fast unsichtbare Tür öffnete. Batman trat durch die Tür, Nightwing stand dahinter, blockierte sie. Er bliebt draußen stehen, während Batman sich innen Joker packte. Weit und breit war keine Wache zu sehen. „Joker! Wo ist Scarecrow? Was hast du Ivy angetan? Dem Professor? Warum?“ Bei jeder Frage, dass bemerkte Nightwing, schlug Batman Joker ins Gesicht. Doch der Clown tat das, was ein Clown immer tat – er lachte. „War das nicht mal eine echt gute Idee? Ivy, schön und gefährlich und vor allem für dich, oder irre ich mich da?“, fragte Joker lachend. „Der Professor hatte Glück, dass er Teil von meinem genialen Plan werden konnte. Ebenso wie Scarecrow. Eigentlich brauchte ich ihn gar nicht, als ich von dem Professor erfuhr – aber...“ Joker spukte Blut auf den Boden. „... ich dachte, es wäre schön einen Ersatz für die gute Ivy zu haben. Sie war doch ein so süßes Mädchen. Hast du sie eigentlich gefunden? Sicherlich hast du das. Sie war doch... ach... manchmal glaube ich, die arme Ivy, oder Pamela, hat es sehr genossen, Ivy zu sein, ob sie nun wollte oder nicht. Aber ich weiß noch etwas, Batsie, und das wird dich schocken.“ Batman schlug erneut zu und Nightwing zuckte etwas zusammen. Diese ganze angestaute Wut, woher kam sie?