Original von King Haggard
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ich will in die tiefe gehen und herausfinden, wieso es mangas zu uns geschafft haben und nicht südafrikanische comics, die ungefähr ähnlich viel mit unserem kulturkreis zu tun haben wie mangas. irgendwas in den mangas muss zumindest zu einem teil der leute hier im land passen. was das im einzelnen ist, will ich herausfinden.
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in japan zieht sich manga ja auch durch fast alle altersschichten. wenn das hier nicht so ist liegt es dann daran, dass es mangas noch nicht so lange gibt oder daran, dass comics hier einfach nichts für 'erwachsene' sind?
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eine andere frage ist, was die leute hier überhaupt als manga begreifen. muss es aus japan sein? sind doujinjis aus deutschland oder manwha auch irgendwie manga? [...] und sind animes einfach nur bewegte mangas oder doch was völlig anderes?
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vielleicht könnt ihr ja hier schonmal ein statement dazu abgeben, unabhängig davon, ob ihr euch später mal interviewen lassen wollt oder nicht. würde mir jedenfalls weiterhelfen. danke.
Aaaaalso.... ich bemühe mich jetzt mal diese Fragen für mich persönlich zu beantworten, ist nur meine eigene Meinung, keine Generalantwort, ja?
Zum Absatz 1 (den ich mal einfach so nenne) und somit zu der Frage wieso es grade Mangas zu uns geschafft haben.
Ich habe bisher nur Mangas gelesen und keine Comics aus anderen Ländern, weswegen ich nicht unbedingt weiß inwieweit anderer Länder Comics besser in unsere deutsche Kultur reinpassen.
Generell denke ich einfach, in den meisten Mangas werden Themen behandelt, die sich problemlos auf verschiedenste Kulturen übertragen lassen. Da geht es um Mobbing, Schulalltag, um Beziehungsprobleme, quasi alltägliches. Dies könnte auch schon einmal ein Hinweis darauf sein, warum hierzulande kaum Erwachsene Mangas lesen. Viele Mangas sind auf junges Publikum zugeschnitten, verarbeiten junge Probleme und tragen unter anderem auch dazu bei, diese aus Tagträumen herauszurütteln.
In Japan gibt es aber natürlich auch einen Markt für erwachsene Themen (und damit meine ich nicht unbedingt sofort Hentai), sondern Geschichten in denen es um Hausfrauen geht, um Lehrer, eben für jeden etwas dabei, mit dem man sich identifizieren kann und was einen auch noch im Alter interessiert, da sich mit dem älterwerden ja auch die spezifischen Probleme verändern.
Mangas werden in Japan also von allen Altersklassen zur Hand genommen und nicht so wie hier von der älteren Generation belächelt.
Wie kann das sein? Nun, ich denke es liegt schon einmal stark daran, dass Mangas das Licht des deutschen Marktes erst vor wenigen Jahren erblickt haben. Mit Fernsehserien, die eindeutig auf Teenager zugeschnitten waren (Sailor Moon, Dragon Ball), wurde hierzulande erst die Aufmerksamkeit einer größeren Gruppe auf die Mangathematik gelenkt. Diese Generation war anfangs von dem anderen Stil, den großen Augen und magischen Kräften in den Bann gezogen und hat angefangen sie zu kaufen, wir sind also quasi in jungen Jahren da reingewachsen, waren die ersten die sich damit auseinandergesetzt haben. (Ausser einigen Insidern die sich mit Originalen aus Japan eingedeckt haben ^-^)
Ich persönlich habe mit 12 meinen ersten Manga gelesen, das ist jetzt schon gut 8 Jahre her. Seit dieser Zeit sind immer mehr Serien im Fernsehen erschienen und es entwickelte sich eine Trendwelle. Diese allerdings nach wie vor nur im Teenager-Bereich, denn diese Serien wurden mit System im Nachmittagsfernsehen auf einem eher trivialen Sender ausgestrahlt.
Zusätzlich ist es einfach so gewesen, dass viele Eltern plötzlich mit Dingen überfordert wurden, wie Kindern die zuhause Zitate durch die Luft schwingen, bei denen die Eltern weder die Namen (japanisch halt) und erst recht nicht den Sinn verstehen konnten, hinzukommend Sammelwahn (enorme Kosten) und ähnliches.
Ich selbst hatte das Glück dass ich "Pokemon, Beyblade und Yu-Gi-Oh" nicht als Kind schon miterlebt habe und diesem Wahn verfallen bin, der einem Dank Werbung suggeriert man müsse unbedingt alles tolle haben, was an qualitativ billigem Kram für teuer Geld in den Spielzeugläden steht.
Doch in vielen Haushalten wurde das denke ich zum Alltag, und Eltern fragten sich, womit sie das verdient hatten, und fragten natürlich nach dem Sinn dieser Serien, ausser dem, die Eltern zu schröpfen. Ich denke, da entsteht schon eine eher negative Grundeinstellung gegenüber allem was im weiteren Sinne mit "Manga" zu tun hat.
Hinzukommt, dass es für die ältere Generation einfach nicht wirklich möglich war, zu Beginn der "Mangawelle Deutschland" mit einzusteigen. Die Mangas ganz am Anfang waren einfach darauf zugeschnitten, dass sie möglichst eine ähnliche Thematik behandeln wie die beliebten Fernsehserien, und somit Themen behandeln, die den älternen relativ am A... vorbeigehen. Diese fragen sich also größtenteils noch heute, was an Mangas so toll ist, spotten darüber und lassen sich von dem Gedanken hinreissen, es geht da nur um Kinderkram, oder, aufgrund der Fehlinfomrationen die sich dank einigen nicht genug informierten Journalisten verbreitet haben, es ginge nur um Sex und Gewalt.
Ich denke das ist mal grob einer der Gründe warum Erwachsene selten zum Manga greifen, wenn sie nicht da reingewachsen, sprich damit "großgeworden" sind.
Wir jungen Erwachsenen (so bezeichne ich mich einfach mal mit 20) haben heute das Glück, dass uns die Verlage dank des enormen Interesses (Lizensen kosten ja) weiter mit Themen beliefern können die uns in neuen Lebensabschnitten neu interessieren. Für uns Ältere gibt es mittlerweile die Möglichkeit differenziertere erwachsenere Serien einzukaufen, die nicht Mainstream sind, aber vom Mainstream finanziert werden.
Warum dieser Trend jetzt genau aus japan kommt und nicht aus südafrika, ich weiß es nicht. Ich nehme an, es war ein relativer Zufall dass ausgerechnet Mangas und Animes hier Erfolg hatten, alles begründet auf 1-2 Serien die im Fernsehen liefen und gefielen.
Zum 3. Absatz kann ich auch noch ne Kleinigkeit erzählen, was aber wieder persönliche Meinung ist, anders geht das ja auch garnicht. Für mich ist es einfach so: Mangas kommen aus Japan, basta. Deswegen heissen die koreanischen Ausgaben ja auch Manhwas und nicht Mangas, was heisst, die deutschen Werke müssten eingentlich auch einen eigenen Namen bekommen.
Ein Manga kommt für mich einfach aus Japan. Das heisst nicht zwangsläufig dass für mich alle Produktionen aus Deutschland schrecklich sind (wobei das bei den MEISTEN so ist, es gibt nur wenige positive Ausnahmen, die zum Können hinzukommend nicht auch noch das Vorurteil von Sex und Gewalt bestätigen), es sind nur einfach keine Mangas. Egal wie sehr sie versuchen, japanische Themen nachzuahmen indem sie irgendwelche Tempelzeremonien und japanische Namen verwenden, das wirkt irgendwie billig finde ich. Dass der Stil nachgeahmt wird, mein Gott, das ist normal, ohne größere Augen etc wärs halt nur ein Comic in schwarz/weiß.
Ich weiß nicht, ob das jetzt verständlich ist, aber ich hoffe es... ^-^
Ich finde es einfach lächerlich, wenn auf Teufel komm raus eine andere Kultur beschrieben werden muss, obwohl die Autoren sie selbst nur aus Büchern kennen...
Und abschliessend (ich schreibe mich hier ja tot!) noch zur Frage ob Animes und Mangas das gleiche, nur eben eines bewegt, sind, sag ich einfach nur:
Vergleiche Disney-Filme mit einem "Lustigen Taschenbuch". Das ist nicht das Gleiche, oder? Da wird mit ganz anderen Akzenten gearbeitet...
So, ich hoffe, das hilft irgendwie.. ^-^ Andere denken bestimmt was anderes... Schöner Spruch... ^-^
Generell habe ich nichts gegen ein "Interview" käme halt drauf an, wie weit ich dafür reisen müsste. Wenn Du noch irgendwelche Fragen haben solltest und ICQ hast, meine Nummer is hier im Forum angegeben, ansonsten PN oder Mail, ja?