Hm, ich hatte etwas Bedenken, ob die vielen Veränderungen im MU dieser Serie nicht schaden würden, wenn sich der gerade für diese Serie maßgebliche Status Quo ändern würde. Aber man kriegt doch ziemlich gut die Kurve, in dem man gerade diese Veränderungen interessant zum Thema macht.
Eine gute Idee war die psychische Aufarbeitung der Invasion bzw. der Gefangenschaft einiger Helden, die in unterschiedlicher Form stattfindet: Henry therapiert sich selbst mit Hilfe von Jocasta, andere müssen zur Gruppensitzung (herrlich, der murrende Dum Dum, ganz sicher DER geeignete Mann für eine Gruppentherapie

) oder zu Trauma zur Angstbewältigung. Dieses Thema hätte man unbedingt noch ausweiten sollen, da wäre noch mehr rauszuholen gewesen.
Aber nun gut, das Leben geht weiter, und Osborn streckt natürlich auch seinen Krallen nach der Initiative aus. Sehr gut dargestellt war aber erst einmal der ungewisse Schwebe-Zwischenzustand zwischen Ende der Invasion und Osborns Auftauchen: die Vorgesetzten weg, keiner weiß, wer wirklich verantwortlich ist, die Befehlskette unterbrochen, die Schatteninitiative plötzlich ohne Rückendeckung in Madripur sitzend usw. Was tun? Was geht ab? War gut erzählt.
Der Kampf gegen den Thor-Klon fand ich jetzt nicht unbedingt so berauschend, 1. war es mir doch etwas zu viel Gekloppe, 2. mag ich Ramos sehr, aber Massen-Kampfszenen sind definitiv nicht sein Ding. Trotzdem aber eine gute Idee, das Thema des Thor-Klons wieder aufzugreifen.

Die Aktionen in Madripur waren unterhaltsam. Gefallen hat mir auch, dass MVPs Tod noch einmal aufbereitet wurde, so schließt sich hier ein Kreis, was über viele Folgen ein wichtiges Thema der Serie war.
Klasse dann wirklich das Auftauchen von Big O, mit eisernem Besen wird durchgekehrt, knallhart u. a. in den Fällen Tigra und Gauntlet.

Spannend, und sehr gut erzählt. Den Taskmaster zu befördern, kann nur eine gute Idee sein, der war in der Serie eh einer der besten Charaktere.

Übrigens hat Norman auch gute Ideen, z. B. das Lager von Stamford abzuziehen. Es war eh kompletter Unfug, geradezu leichtsinnig, ein solche Basis so nah an der Zivilbevölkerung zu betreiben (die ja auch zwangsläufig immer potenzielles Angriffsziel für Schurken und feindliche Mächte ist), da ist Osborns Anordnung (wenn sie auch populistisch motiviert ist) trotz allem sinnvoller.
Auch Band 6 überzeugt mich, hat Spaß gemacht, wenn er auch nicht ganz so bärenstark wie zu Slotts Zeiten war. Ramos mag ich grundsätzlich, auch wenn er schon stärker war als hier. Ich hoffe, dass trotz aller Veränderungen das Thema „Ausbildung junger Rekruten“ nach wie vor eine große Rolle in der Serie spielt, gerade das hat sie ausgemacht.
8/10