Amazing Spider-Man (Vol. 2) #43
(ASM 484, September 2002)
Ich sag nur: Flughafen Kontrolle, Webshooter, Tante May und der Gynekologen-Spruch. Was für ein Knaller! Restliche Bestandaufnahme: Ein alter und ein neuer (und zum Glück nicht weiblicher) Doctor Octopus, dazu May und Peter, die nach Hollywood fliegen, um MJ auf einem B-Movie-Set abzupassen, damit Peter die verpatzte Eherettung erklären kann. Aber das wird nicht einfach. Ein schöner Opener für die neue Storyline. Hatte ich nicht so gut in Erinnerung. (8/10).
Amazing Spider-Man (Vol. 2) #44
(ASM 485, Oktober 2002)
Gute Fortsetzung. Tolle Mischung vor allem: Das „Gespräch“ mit Mary Jane zu Beginn, die Unterhaltung zwischen MJ und ihrem Film-Superhelden-Ehegatten. Aber auch der Action-Part ist okay, wenn auch etwas überladen. Sind halt ein paar Ame zu viel. Auch der alte Otto weiß unter JMS zu gefallen, kommt sehr stark rüber, das gefällt mir. Alles in allem ein gutes Mittelstück der Trilogie um die Tintenfisch-Invasion. Ach ja: Herrliches Romita-Cover! (8,5/10).
Amazing Spider-Man (Vol. 2) #45
(ASM 486, November 2002)
Eigentlich hat sich der Dreiteiler kontinuierlich gesteigert. Dabei hat er vor allem zwei Gewinner: Den klassischen Doc Ock und Mary Jane. Romita arbeitet diesmal mit vielen geometrischen Panels, die fast klassisch anmuten. Interessante Seitenaufteilung. Aber auch wieder genügend Action. Gutes Finale, vielleicht sogar mit einer kleinen Steigerung zur Vorgängerausgsabe. Bärsenstark: Die Selbstironie in Sachen Origin, von wegen „Radioaktivität ist aus dem letzten Jahrhundert. Götter und Mythen sind nun in, Mann!“ Und ich sage es noch mal: Das hatte ich längst nicht so stark in Erinnerung. (8,5/10).
Interessant zu sehen, wie Stracz die Göttersachen nun eigentlich völlig außer Acht lässt. Aber es war wohl nötig, dass er mal wieder die Fans der klassischen Schurken bedient. Hat er dann ja auch gut hinbekommen. Schön gemacht auch die Aufteilung der Storyelemente: Peter/May wird subtil, aber gut weiter ausgebaut, der Beziehungskonflikt zwischen MJ und Peter ebenfalls zum elementaren Antriebsproblem weiter entwickelt, und auch die, nun, klassische Action kommt nicht zu kurz. Daneben immer wieder eingestreut nette kleine Gags - hat durchaus etwas für sich gehabt und keineswegs darunter gelitten, dass die konzentrierte Power von ziemlich vielen Tintenfischtentakeln eher punktuiert und sparsam eingesetzt wurde auf manchen Seiten. Ausgewogen ist einmal mehr das Stichwort.
Amazing Spider-Man (Vol. 2) #46
(ASM 486, Dezember 2002)
Was für eine herrliche Opening-Page! Und auch die Traum-Sequenz mit Doc Strange ist richtig gut. Wie gesagt: Ich mag die Chemie zwischen ihm und Spidey. Funktioniert einfach prächtig. Nicht gar so gut funktioniert Shathra. Zwar sinnig, dass JMS der Abwechslung halber nun wieder auf die Totem-Sache zurück geht, aber ... das muss sich erst noch ein bisschen entwickeln, würde ich sagen. Schön aber trotzdem, wie er die interne/seine eigene Kontinuität im Auge behält. (8/10).
Amazing Spider-Man (Vol. 2) #47
(ASM 487, Januar 2003)
Und hier, meine Damen und Herren, haben wir die erhoffte Steigerung. Was bringt Spidey auf die Palme? Richtig. Wenn man sein Privatleben in irgendeiner Weise angeht. Deshalb waren die Gegner, die Spider-Mans Alter Ego Peter Parker kannten, auch immer mit die Gefährlichsten für den Netzkopf. Gerade jetzt in der schwierigen Phase mit MJ ist Shathras PR-Stunt da natürlich Gift. Und entsprechend reagiert Peter. Ganz starkes, intensives Heft! Auch wenn das Ende etwas - im wahrsten Sinne des Wortes - haarig ist. Aber das ist eben der Mystik-Part, der bei Amazing zu dieser Zeit immer drin ist. (10/10).
Amazing Spider-Man (Vol. 2) #48
(ASM 488, Februar 2003)
Endlich mal ein schönes Cover von Frank Cho. Dahinter verbirgt sich der Abschluss um den Mehrteiler mit Shathra. Ezekiel kommt zurück - als mysteriöser Hilfeleister. Peter kommt seinem Erbe näher, die Anansi-Sache hat fast was von Gaiman ... Stracz macht einmal mehr einen tollen Job. Ich brauch Spidey zwar nicht oft in Tempeln oder wie er mit Spinnen redet, aber in diesem Fall war das mehr als nur okay. Und es ist doch auch so: JMS versucht, etwas eigenes zu machen, der Figur einen neuen Ansatz zu geben. Damit relativiert er das bisherige ja nicht, sondern ergänzt es höchstens. Ich habe es sonst nicht mit Veränderungen, und man muss es echt ja nicht gleich übertreiben. Aber zwischenrein ist das doch mal ganz interessant und eine ganz andere Facette an einem klassischen Helden. Hier hat es schlichtweg und ergreifend gut gepasst, und deshalb wirkt es auch so gut. Doch zurück zum Heft: Action, Mystik, Witz und die Frage: Was kommt noch mit Ezekiel Sims? Ja, das ist wirklich alles vielversprechend und gut. Wer mit dem Mystik-Zeug aber generell ein Problem bei Spidey hat, hat hier natürlich ein Problem. Dennoch: Eine gute Episode mit einem sehr wandelbaren, trotzdem aber charakteristischen John Romitas jr. in Höchstform. Gutes Finale. (9/10).
In den nächsten Heften wird JMS das wieder recht clever machen: Noch ein bisschen Ezekiel, viel Soap mit Peter und MJ, ein Gastauftritt von Doc Doom und Cap America und dazu die längere Storyline mit dem neuen Hulk-a-like Schurken Digger aus Stracz’ Feder ...
Amazing Spider-Man (Vol. 2) #49
(ASM 489, März 2003)
Die zweite Seite von ASM 49 ist für mich eine entscheidende und besondere. Während Ezekiel über Totems referiert, sitzt Peter in einer Hütte in Ghana mit nacktem Oberkörper auf einem Stuhl und hört zu. Auf seinem Oberkörper krabbeln überall große schwarze Spinnen, mit denen er kommunizieren kann. Hier überschreitet Stractynski ganz klar die Grenze. Im Vorgänger-Heft, mit dem kollektiven Bewusstsein, war das noch ein klein wenig anders. An dieser Stelle aber wirkt es sehr, sehr ... surreal und out of character. Ich denke, dass man das auch bei Marvel erkannt hat, denn folglich hat man zumindest Peters „Spinnen-Verbundenheit“ deutlich zurückgefahren. Dann beginnt der Zweiteiler um die Wiedervereinigung von Peter und MJ. Nach langen, langen Wirren und ebenfalls viel Murks in jüngerer Vergangenheit durch Mackie und Byrne und den „Tod“ von MJ und ihre Rückkehr und überhaupt, ist es eine Wohltat, dass Stractynski und Romita jr. sich zwei Hefte Zeit nehmen, wieder zusammen zu bringen, was trotz aller Unkenrufe zusammen gehört. Doch das typische Parker-Glück verhindert die Aussprache. Mit Sinn für Gefühl und Humor inszeniert Stracz ein lustig-tragisches Spielchen, bis eine Notlandung Peter und MJ doch noch zusammen führt. Wenig Action, viel Herz und gutes Storytelling, dazu Romitas schönes Artwork. Eine angenehm ruhige Episode, die Peters Privatleben in den Vordergrund stellt. (9/10).
Amazing Spider-Man (Vol. 2) #50
(ASM 490, April 2003)
Die Jubiläums-Nummer von Amazing Vol. 2. Als Gaststars: Doctor Doom und Captain America. Auf begrenztem Raum zeigen JMS und JRjr hier, wieso sie zu den ganz großen gehören und Run an Amazing Spider-Man mit zum Besten, was der Figur in den letzten Jahren wiederfahren ist. Am Flughafen folgt ein Terroranschlag auf Doc Doom, was wieder einmal die Aussprache zwischen Pete und MJ verhindert. Während Peter also Seite an Seite mit Cap America kämpft, um Doc Doom vor Roboter-Attentätern aus Reihen der Freiheitskämpfer von Latveria zu schützen. Das verhindert natürlich eine „normale“ Aussprache mit MJ - was zu einigen sehr witzigen Szenen und einem schönen Schlusswort von Cap führt. Wunderschönes Heft mit Action, Team-up, Humor, erstklassigen Dialogen und einem göttlichen John Romita jr! (10/10).