Spät gekauft und trotzdem begeistert.
Dieses Geschichte ist nicht bloß die Auseinandersetzung Daredevil gegen den Punisher, sondern Lapham bietet deutlich mehr: Eine intelligente und vor allem spannend aus der jeweiligen Sicht erzählte Story (Stories) und starke Charakterisierung von Daredevil und dem Punisher. Beide verfolgen, grob gesagt, das gleiche Ziel, setzen aber unterschiedliche Mittel ein. Die Methoden des Punisher sind für DD als gesetzestreuen Anwalt das Problem. Interessant sind die Gefühlsregungen bei Castle, als er aus Versehen einen Unschuldigen erschießt. Das führt ihn in dieser Story wieder so etwas aus der Prügelecke hinaus. Die Duelle der Beiden werden mit äußerster Brutalität geführt, wobei es im Laufe der Story kontinuierliche Steigerungen gibt. Aber diese Brutalität ist nicht Selbstzweck, sondern unterstreicht passend die Szenerie, die Lapham von Hells Kitchen zeichnet: „Die Stadt ist eine Jauchegrube“. Die Schurken Hammerhead und der Schakal wollen die Regentschaft an sich reißen, ihnen ist jedes Mittel recht. In dieser Atmosphäre, in diesem Sumpf tummeln sich nun DD und der Punisher und tragen neben dem Kampf gegen das Verbrechen noch ihren eigenen Kampf aus.
Als Bindeglied zwischen allem baut Lapham die Story um die Familie Bastelli (besonders des Sohnes Martin) ein, die Opfer von Schutzgelderpressern werden. Das Schicksal von Martin, die Gespräche mit seiner Schwester, seine Erlebnisse auf der Party und Disco geben dam Ganzen den gewissen Lapham-Independent-Touch, den ich so mag.
Laphams Zeichnungen kommen zwar auch in bunt sehr ansprechend rüber, aber ich würde das Ganze von ihm mal gerne in S/W sehen.
9,5/10