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Breaking the Code: Behind the Walls of Jericho
Ich muss gestehen, dass ich lange, lange auf dieses Set gewartet habe. Einen Dreiteiler hätte ich offen gestanden nie erwartet. Mit den Kämpfen bin ich noch nicht durch, aber da habe ich wenig Zweifel, denn Corazón de León ich einer der Wrestler, bei denen man sich über diesen Aspekt kaum Sorgen machen muss. Sind halt zu wenig. Kämpfe gegen Benoit sind von vorneherein ausgeschlossen, nur die Fehde gegen Shawn Michaels 2008 wäre zu einseitig... Nun ja, vielleicht folgt ja irgendwann noch eine reine Matchzusammenstellung.
In der Dokumentation kommen einige Weggefährten Jerichos zu Wort (hauptsächlich Edge und Christian, habe ich das Gefühl, man hört aber auch Rey Mysterio, Chavo Guerrero, Dean Malenko, Eric Bischoff, Lance Storm, Chris' Vater, einige andere und aus irgendeinem Grund auch Matt Hardy). Der Großteil wird aber vom Sexy Beast, vom King of the World, von Y2J selber bestritten. Einmal mehr fällt auf, dass Jericho zu den intelligenteren unter den Wrestlern zählt. Die Doku beginnt in seiner Kindheit, erzählt von seinem Interesse an Sport und Musik und einem frühen Treffen mit Jesse Ventura, der ihm dringend ans Herz legte, erst das College zu beenden. Jericho besuchte ein spezielles College für kreative Kommunikation und hat mit einem "Grad in Journalismus" beendet.
Er erzählt von seinen Anfängen mit Lance Storm in Kanada, einen Abstecher nach Deutschland und seine Abstecher nach Mexiko und Japan bevor er in Smoky Mountain Wrestling erstmals in den USA antrat. Weiter geht es über ECW und WCW bis zur damaligen WWF. Hierbei bleibt er durchgehend fair und, so weit das eben möglich ist, neutral. Auch wenn es um problematische Phasen geht. Man erfährt viel über Jerichos Entwicklung als Performer und auch als Mensch. Er geht bei jeder Station auf die Hintergründe ein, erzählt was er auf welcher Station gelernt hat und wie er dieses Wissen auch heute noch einsetzt.
Seine Band Fozzy, sein Buch und die allgemeine Herangehensweise an seinen Beruf als Wrestler werden ebenfalls thematisiert. Kreativität erweist sich hierbei als Jerichos große Antriebsfeder. Eine Eigenschaft die stets von seiner inzwischen leider verstorbenen Mutter unterstützt und gefördert wurde. Auch sein Vater, der mehr oder weniger bekannte Eishockeyspieler Ted Irvine (Hockeyfans mögen das beurteilen) hat die Pläne und Träume seines Filius immer unterstützt.
Jericho erweist sich als intelligenter, gewitzter Erzähler, der über sich selbst lachen kann und sich nicht scheut, sich für sein Publikum auch mal zum Narren zu machen, als äußerst selbstsicher ohne dabei arrogant zu wirken und mehr als fähig zur Selbstkritik.
Die Doku dauert annähernd zwei Stunden und ist meines Erachtens mit die beste, die von WWE bisher veröffentlicht wurde. Absolut uneingeschränkte Kaufempfehlung.
So. Carsten und Günther machen aus Ultimo Dragon doch tatsächlich einen Mexikaner... Das haben sie, ich glaube auf der letzten DVD über Eddie Guerrero, schon mal gemacht. Meine Herren, Hausaufgaben machen! Dragon hat eine Geschichte in Mexiko, ja. Aber er ist Japaner!