@Excelsior
Herr Lehrer, ich bin gerne Dein Schüler! Deswegen erkläre mir bitte anhand von
dem Beispiel SPAWN 71, wie der Comicpreiskatalog theoretisch und praktisch
einen Wert ermittelt. Wenn du auch weißt, wie die Wertermittlung finanziert
wird, wäre ich auch daran sehr interessiert.
Wissbegierige Grüße Gooß Old Boy
Hi, Good Old Boy,
natürlich ist das ganze eine Frage von Angebot und Nachfrage (ach...). Für die Preisbestimmung des Comickatalogs setzen sich alljährlich zur Kölner Comic Messe einige Comichändler und -kenner der Szene zusammen (sie sind auch auf den ersten Seiten namentlich und mit Darstellung ihrer Preisfindungsprozesse aufgeführt), eruieren die von ihnen u.a. Händlern erzielten (oder bezahlten) Preise, nehmen (mittlerweile) das Internetangebot hinzu und ermitteln so die Preise für den anstehenden Katalog. Natürlich werden auch jew. eigene (Händler-) Interessen dabei eine Rolle spielen. Dennoch hat der Katalog lange Zeit als Indikator und Richtlinie gedient, in Zeiten des Internethandels und der entspr. (Preis-) Kataloge (comicguide...) nimmt die Bedeutung des Katalogs ab. Bei Spawn 71+72 (u.v.a.) spielt es eine große Rolle, dass es die (absehbar) letzten Hefte eines Verlags waren, der diese mit recht geringen Auflagen auf den Markt warf. Zudem ist ein ND nicht geplant. Oftmals sind es eher die letzten Comics einer Reihe, die weitaus gesuchter sind als die ersten (die aber immer wieder von Sammlern zuhauf gekauft und gehortet werden). Und wie gesagt - auf den Seiten des Comickatalogs ist alles beschrieben (auch die nach wie vor gültigen oder zumeist als Richtlinie genommenen Zustandsbeschreibungen).
Letztlich aber regeln wir Leser und Sammler die Preise. Dass ich bereit bin, für meine letzten fehlenden Comics weitaus mehr als angegebene Katalogpreise zu bezahlen oder bei anderen Reihen eben nur einen Bruchteil bezahlen mag, entscheidet dabei eben nur "meinen Preis". Wenn ich billig an Comics komme (Pakete, von denen ich nur das ein oder andere Heft brauche), verkaufe ich ebendiese Comics auch ganz billig (bspw. für 50 Cent). Andere, für die ich den über dem aktuellen Katalogpreis "gültigen" (Neu-)Preis bezahlt habe, gebe ich aber auch nicht immer billig(er) ab. Das divergiert. So biete ich manchen Hefte für ein paar Cent an, zahle aber für das vorletzte Marvel-heft auch in Z 3 mehr als der Katalog es "verlangt"...
Medieval (Spawn) Witchblade hat kurz nach Erscheinen weit über 100 DM gekostet, heute würde ich die drei Hefte kaum für 10 € los (zusammen).
Es gab mal einige (nicht offizielle) HIT Comics, die in sehr geringer Auflage erschienen sind (ca. 12 Expl.). Es handelt sich dabei um den Neudruck der alten Comics, in denen die Zweitgeschichten einiger Hefte gesammelt und mit fehlenden Seiten/Panels in anständiger Aufmachung komplett abgedruckt wurden. Dafür gibt es keinen Markt. Ich habe ein kleines Vermögen dafür bezahlt...