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Ich hätte Schiss, dass wenn es den Euro nicht mehr gäbe, Deutschlands "neue Währung" so hart wäre, dass wir nicht mehr exportieren können. Die wäre so massiv aufgewertet. Das wäre kacke.
Zur Zeit halten wir unsere Währung ja wegen solchen Gurkenländern wie Italien, Spanien und Griechenland künstlich unten. Super geil.
Naja ich denke der Euro ist noch immer nicht wirklich in Gefahr. Auch wenn das Volk es subjektiv so empfinden mag. Die europäischen politischen Strukturen müssen sich einfach ändern.
Aber vielleicht ist das schon zu spät.
Zeitarbeit 1€ jobber...
Letztlich läuft alles auf eine Währungsreform hinaus. Griechenland wird nach nie und nimmer freiwillig aus dem Euro aussteigen, das Risiko von Staatsbankrott und Volksunruhen wäre zu groß, und dann haben wir noch die Pulverfäßer Spanien und Italien, die dann Zentrum der Europäischen Angst wären.
Ich bin schon sehr gespannt auf Sarrazins Buch "Europa braucht den Euro nicht", welches noch diesen Monat erscheint.
Es gibt genug Wirtschaftsexperten, die der Meinung sind, dass es für die Griechen genau das richtige wäre, wenn sie zur Drachme zurückkehren würde, gerade, weil die Währung schwächer wäre und man günstiger exportieren könnte.
Letzendlich profitiert vor allem Deutschland vom Euro, genau das Land,in dem immer über ihn gemeckert wird.
Zitat von »L.N. Muhr«
nur weil man sich scheiße benimmt, hat man noch nicht automatisch recht.

Als Land, seine Witschaft und Finanzmärkte. Der Bürger spürt das mMn nicht oder nicht stark genug.
Auch wenn das Volk nicht direkt von der doch recht gut laufenden Wirtschaft in Deutschland wenig mitbekommt: Glaubst du, es wäre gut für Deutschland, liefe die Wirtschaft schlecht? Im Endeffekt hängt da das Volk nämlich auch dran.

also ist mir die solidarität mit spanischen griechischen italienischen Arbeitern wichtiger als mit deutschen Großverdienern.
This post has been edited 1 times, last edit by "Big Time Cosmo" (May 8th 2012, 3:01pm)
Den letzten Satz erachte ich als wirklich wichtig! Wir können doch nicht, nur weil Deutschland eine gut laufende Wirtschaft und weniger Arbeitslose hat, davon ausgehen, dass wir darüber bestimmen können, wie die Spanier, Italiener und vor allem Griechen ihr Geld einsetzen können. Diese Arroganz (gerade auch von der BILD) kann ich nicht ausstehen.
Auch wenn das Volk nicht direkt von der doch recht gut laufenden Wirtschaft in Deutschland wenig mitbekommt: Glaubst du, es wäre gut für Deutschland, liefe die Wirtschaft schlecht? Im Endeffekt hängt da das Volk nämlich auch dran.
also ist mir die solidarität mit spanischen griechischen italienischen Arbeitern wichtiger als mit deutschen Großverdienern.
Wobei Arbeiter für mich hier das wichtigste wort ist. Mit den Staaten habe ich nämlich keine.
@Nanias Posting: Ich finde auch, Deutschland sollte nicht die Entscheidungen über die Sparpläne dominieren weil es eine gut laufende Wirtschaft und weniger Arbeitslose hat. Aber es soll sie dominieren weil wir der verdammte Hauptzahler sind. Laut Wiki sind 27 Länder in der EU, aber bei allem, bei dem für einander eingestanden werden mus,s zahlen wir kein 27stel sonder ein fünftel oder mehr.
Das muss mehr ausgeglichen werden. Wer immer 20 % von allem zahlt soll auch 20% der Stimmen im EU Parlament und sonstwo haben.
was jetzt na ja besser als nichts bleibt mir immer noch eine Milliarde zu freien Verfügung
) finde ich vollkommen nachvollziehbar. 
Zusammengefasst: Die deutschen Proteste gegen die griechische Regierung kann ich verstehen, die Wut, die die BILD (und andere) auf griechische Bürger entwickelt hat (und sie setzt sich in der Bevölkerung fort) nicht. Diese finde ich sogar widerlich.
Als Land, seine Witschaft und Finanzmärkte. Der Bürger spürt das mMn nicht oder nicht stark genug.
Auch wenn das Volk nicht direkt von der doch recht gut laufenden Wirtschaft in Deutschland wenig mitbekommt: Glaubst du, es wäre gut für Deutschland, liefe die Wirtschaft schlecht? Im Endeffekt hängt da das Volk nämlich auch dran.
na, das lgaubt doch keiner, aber: wenn das Geld, das in einem Zusammenhang in einem Staat verdient wird so ungerecht verteilt wird, und gleichzeitig mit seiner Wirtschaftlichkeit geprotzt wird und zum anlass genommen wird, anderen Ländern sagen zu wollen, wie es bei denen läuft, stellt sich doch scon die frage: die wirtschaft läuft super, na und? die grenze verläuft nicht zwischen ost und west, nicht zwischen süd und nord, sondern, wie immer noch, oben und unten. also ist mir die solidarität mit spanischen griechischen italienischen Arbeitern wichtiger als mit deutschen Großverdienern.
@Nanias Posting: Ich finde auch, Deutschland sollte nicht die Entscheidungen über die Sparpläne dominieren weil es eine gut laufende Wirtschaft und weniger Arbeitslose hat. Aber es soll sie dominieren weil wir der verdammte Hauptzahler sind. Laut Wiki sind 27 Länder in der EU, aber bei allem, bei dem für einander eingestanden werden mus,s zahlen wir kein 27stel sonder ein fünftel oder mehr.
Das muss mehr ausgeglichen werden. Wer immer 20 % von allem zahlt soll auch 20% der Stimmen im EU Parlament und sonstwo haben.
Location: Köln/ursprünglich Hamburg
Occupation: Student - Politik/Wirtschaft/Geschichte und Latein auf Lehramt
Ja die EU hat halt einen wichtigen Fehler schon bei ihrer Gründung implementiert bekommen.
Die Einstimmigkeitspflicht und der Versuch alle Mitglieder als gleichberechtigte Partner zu behandeln war eine gut gemeinte, aber auch naive und letztendlich dumme Absicht.
Die EU wäre erfolgreicher gewesen, wenn sie sich bei ihrer Gründung klar zu den Führungsnationen Deutschland und Frankreich bekannt hätte.
Nun ist die EU eigentlich gescheitert. Zu viele Mitglieder, bevor man überhaupt wirklich das System geregelt gekriegt hat. Alle haben was zu melden. Aber niemand hat bedacht, dass Länder, die auf ganz unterschiedlichen Entwicklungsstufen stehen, auch ganz andere Ziele und Interessen haben.
Da hat man die Interessen der hochentwickelten Länder, wie Deutschland und Frankreich, denen es darum geht wirtschaftlich und politisch weiterhin ganz oben mitzumischen und man hat Länder, wie Polen (in denen man noch Wahlkampf gegen Homosexuelle machen kann) oder auch Griechenland, denen es eher darum geht ihren Bewohnern einen menschenwürdigen Lebensstandard zu sichern. Bzw. auch einen Teil vom Kuchen ab zu bekommen.
Die Gründerindustrieländer haben sich da ganz schön blauäugig über den Tisch ziehen lassen, in ihrem Glauben, alle Länder sind eine riesige freundliche Familie, die sich gegenseitig nur das beste will.
Aber die Ausbreitung der EU wurde ja auch mehr durch Lobbyinteressen voran getrieben, als durch politisches Geschick.
Eine vorgehensweise, die in einigen Kreisen einst wirklich diskutiert wurde, ist die des Kerneuropas, dass die umliegenden Länder nicht als gleich berechtigte Partner aufnimmt, sondern eher wie römische Provinzen an sich bindet. Während das Kerneuropa immer mehr verschmilzt und sich konsolidiert und langsam eine Art Nationalstaat werden sollte, wären die "Provinzen" langsam unterstützt und entwickelt worden, damit es irgendwann möglich gewesen wäre, sie vollends in das System zu integrieren.
Dieser langsame Weg wäre wohl der klügere gewesen. Auch wenn viele Gutmenschen, den Gedanken überheblich gefunden hätten.
Naja jetzt ist es zuspät. Die EU ist gegen die Wand gefahren. Und ich sehe für die EU schwarz, was ihre Zukunft betrifft. Historisches Ziel nicht erreicht. Die EU wird in der Zukunft zwischen China, USA und weiteren zukünftigen Mächten keine Rolle spielen. Höchstens als Absatzmarkt
Die Unwissenheit, was historische Zusammenhänge angeht, ist hier teilweise erschreckend. Die EU war und ist in erster Linie eine politische Union und führte dazu, dass Länder die jahrhundertelang Kriege führten in einer zuvor undenkbaren Epoche des Friedens und der solidarischen Zusammenarbeit leben. Somit ist es Unfug aller ersten Güte zu behaupten sie wäre gescheitert. Die wirtschaftliche Union war immer nur Mittel zum Zweck um diese politische Union zu erreichen, aber keineswegs deren Kern. Wer wirklich daran zweifelt, dass Deutschland durch die EU Vorteile hat, der sollte sich mal alle anderen Erdteile und deren Konflikte ansehen.
Die Tatsache, dass alle Mitglieder gleichberechtigt sind, war kein Zugeständnis der großen Länder an die kleinen, sondern pragmatische Notwendigkeit. Wer allen Ernstes glaubt, man hätte das Land zu Führungsnation machen sollen, das den Kontinent wenige Jahrzehnte zuvor in Schutt und Asche gelegt hat, der leidet an Realitätsverlust.
Zur aktuellen Wirtschaftskrise der EU bleibt nur zu sagen, dass die einzige nachhaltige Lösung, eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik, bereits vor längerer Zeit gefunden wurde und nur der politische Wille zu Umsetzung (noch) fehlt.