Na, ich kann ja schon mal meinen Senf dazu geben.
Also zuerst einmal, fand ich es richtig klasse, die Klonsaga Teil 1 mal wieder zu lesen. Hat damals schon Spass gemacht, als der Schuber rauskam, jetzt ebenso.
Man merkt aber auch, dass man beim wiederholten Lesen kritischer wird. Das hat sicher auch seine Gründe hier im Forum. Man will ja mitreden...
Da ich die US-Version gelesen habe, erst einmal eine Anmerkung zur Gedächtnislücke von PP, als er bei Jameson ins Büro kommt und nach Ned Leeds gefragt wird. Das könnte auch einfach eine ziemlich banale Ausrede sein, weil er Betty nicht beunruhigen will. Zumindest ist in der US-Ausgabe auf dem nächsten Panel (Spidey schwingt zum Shea Stadium) eine Gedankenblase, dass er eigentlich nur MJ treffen wollte und das in die Hose gegangen ist. Natürlich könnte es sich aber auch um den Klon gehandelt haben... Werden wir es jemals erfahren? Insgesamt finde ich das Hin und Her in der #149 ein wenig abgehackt - eigentlich gibt es keinen Grund, warum der Klon nicht auf der ersten oder zweiten Seite schon seinen Auftritt hat. Man hat das Gefühl, das Conway die Seiten füllen wollte.
Sehr schön finde ich die Idee, dass der Leser selbst nicht weiss, wer der richtige Spider-Man ist. So bleibt tatsächlich zunächst offen, ob die Bombe den Klon erwischt hat.
Die Läuterung von Warren ist etwas banal: Gwen durchbricht die Hypnose, reist ihm die Maske vom Gesicht und ihm wird klar, dass er ein Mörder ist, passt aber in die Superheldencomics von damals.
Was mir dann aber ein wenig die Schuhe ausgezogen hat am Ende des Heftes war das Klingeln von Spideys Spinnensinn, weil jemand in seinem Appartement ist. Es ist MJ. Und wenn wir jetzt daran denken, dass der Schakal Spidey kurz zuvor erklärt hat, dass der Spinnensinn niemals vor des Schakals Angriffen gewarnt hat, weil er (der Schakal, also Warren) eigentlich ein Freund von Spidey ist, dann frage ich mich, was das Klingeln hier am Ende aus MJ macht: "Der Feind in meinem Bett!"
Die Folgegeschichte (#150) soll eigentlich dazu dienen, klarzumachen, dass der Klon gestorben ist und der echte Spidey lebt. Beim ersten Lesen, in Spinne #1 von Condor habe ich das damals ohnehin nicht kapiert und da die Zusammenhänge fehlten war es auch relativ egal. Beim zweiten Lesen, als der Schuber mit den fehlenden Ausgaben rauskam, habe ich die ganze Geschichte aber auch schon nicht ernst nehmen können. Ich versuche die Erklärung dafür, dass Spidey plötzlich weiß, dass er der echte Spidey ist, mal in eigene Worte zu fassen: "Emotionale Reaktionen werden durch äußere Einflüsse ausgelöst und deshalb (weil Warren der äußere Einfluss des Klons war und Warren krankhaft eifersüchtig auf Gwen und Peters Liebe war, hätten des Klons emotionale Reaktionen zwischen Gwen und Mary Jane hin- und hergerissen sein müssen) SIC! Während Peter, in diesem Moment, als Smythe ihn fast umbringt, nur an MJ denkt. Hmm. Das ist starker Tobak. Zum einen werden meines Erachtens Emotionen auch durch Erinnerungen beeinflusst und zweitens - ok - jetzt gerade, wo Spidey an der Schwelle zum Tod steht, denkt er an MJ - aber in den 10 Ausgaben vorher, war er dann doch ziemlich zerrissen zwischen MJ und Klon-Gwen. Na, da würde ich mir auf Grundlage dieser Gedanken fast Sorgen machen, ob ich nicht doch der Klon bin.
Und bevor ich es vergesse. Die Liste auf der ersten Seite habe ich mir noch nicht angeschaut, aber ich habe alle Spider-Man Hefte aus der damaligen Zeit. Von daher sollte es (abgesehen von zeitlichen) keine Probleme geben, dass ich diese hier zusammenfasse, wenn wir so weit sind.