Puuuh !
Heute habe ich den Band gelesen und bin hin- und hergerissen (zwischen totalem Ärger über solche Logiklöcher/Unterschätzen der Leserintelligenz
und einer vorsichtigen Zufriedenheit, dass es nun - ja, viel, viel zu spät - halbwegs passabel und ohne à la Bobby's Duschszene in Dallas alles Vorherige nichtig zu machen "erklärt" wird).
Ich habe mir nun auch noch Eure 143 Posts angetan, einiges war anregend, vieles nachvollziehbar (sogar bei gänzlich konträren Äußerungen) und ich hänge immer noch "dazwischen".
Mit einer Hoffnung muss ich allerdings aufräumen : Peter & MJ werden nicht mehr zusammen kommen, zumindest nicht in den nächsten 10 Jahren im 616er- Universum.
Alleine das war doch der Sinn hinter all dem veränderungsgemurkse :
Peter Parker = Spidey war stets deshalb von besonderem Leseinteresse, weil er jugendlich, frisch und hie und da auch etwas tollpatschig war. Ein sich entwickelnder SM war kein "typischer" Spidey mehr mit Witz und Verve und locker-flockigen Sprüchen. Und eben den wollte man (Marvel, Joe Q.) unbedingt wieder haben.
Ich entsinne mich noch, welche Diskussionen damals über Gwen Stacys Tod (auch Marvel-Redaktions intern) geführt wurden. Bei der Hochzeit mit MJ war es ebenso.
M.E. hätte es zwei akzeptable "Lösungen/Wege" gegeben :
Eine konsequente Charakterweiterentwicklung von Peter, der altert, heiratet, Kinder bekommt (sie evt. verliert oder sich trennt oder...), reift ODER
den ewig charmant-tragischen, tapferen, flappsigen, Sprüche klopfenden, sich in Beziehungen verwickelnden Jungspund, der dementspr. auch ohne feste (diese Eigenarten einschränkenden) Lebenspartner bleiben muss.
Ärgerlich und an dem ganzen Dilemma Schuld ist es, dass man beides nacheinander und immer mal wieder wechselnd versucht hat.
Vielleicht wäre wirklich damals der Wechsel zu Ben Reilly die richtige Entscheidung gewesen, aber Ihr überseht, dass die Klon-Saga einst einen ebenso schlechten Ruf genoss, wie heute der BND und seine Folgen. Gott, war die Entrüstung damals groß, gerade bei den langjährigen Lesern (und auch ich war eher unzufrieden, ließ es doch alle gelesenen Geschichten der Vorjahre nahezu "nichtig" werden).
Das kann auch die ein oder andere Meinungsänderung hier erklären : Manchmal ändern sich von einem neuen Standpunkt aus auch die eigenen Perspektiven und Bewertungen (Hermeneutik...).
Nun ja, einiges bleibt noch offen, aber damit werde ich mich dann wohl erst später beschäftigen, nun geht's ins Bett (zu meiner MJ Gwen)...
Eines noch : Für mich las sich die Geschichte mit der kleinen May (Peter und MJs Tochter) anders : Ich hatte es so verstanden, dass May lebte, durch ein totes Baby ersetzt und von Osborn entführt wurde, um Peter zu verletzen/quälen/erpressen. Die spätere Änderung (May war wirklich tot) entstand erst nach längerer Marvel interner Debatte und der Haltung, dass Peter als Vater noch weiter von seinen Wurzeln und seinem "Typus" entfernt wäre.
Daher dann auch Spider-Girl im MU 2 (Gott, waren das frische und tolle Geschichten)...
Aber vielleicht irre ich mich da auch, wer weiß...
Mephisto hat aber doch jetzt Ehe und Liebe "vernichtet". Peter und MJ sind getrennt und geben sich frei, können (sich noch "freundschaftlich liebend") nun ihre eigenen Leben mit potentiellen anderen, neuen Lieben entwickeln. Das müsste selbst dem Teufel reichen. Und natürlich hat Mephisto Tante May gerettet und nicht war ursächlich für May's wundersame Wiederbelebung durch Peter verantwortlich. Alles andere wäre dann doch grober Unfug im Unfug...
Harrys Wiederauftauchen bleibt Schrott, die Abwesenheit ist zwar erklärt worden (und ich freue mich sehr über ihn und Flash und das Coffee Bean), aber sicher out of character...
Wie aber sollten hunderte von Autoren und Zeichnern immer wieder neue und originelle Geschichten erzählen, wenn sie nicht versuchen würden, neue Aspekte an den Protagonisten aufzuzeigen ?! Ich denke, es ist mehr als verständlich, dass dies dem einen gut, dem anderen schlecht gelingt, dabei stringent, glaubhaft und einfallsreich zugleich zu bleiben...