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1

Wednesday, July 21st 2004, 12:34am

Magisterarbeit Manga

Hallo!

Ich werde in Bälde beginnen meine Magisterarbeit im Fach Volkskunde zu schreiben. Grober Arbeitstitel ist "Wie verändern Magas das Leben ihrer Leser in Deutschland?"

Dazu möchte ich einige ausführliche Interviews führen und im Idealfall auch den Alltag des jeweiligen Mangalesers ein wenig unter die Lupe nehmen.

Deswegen frag ich eichfach mal in die Runde, wer denn Interesse hat, mich bei meiner Magisterarbeit zu unterstützen.

Ziel ist es ein möglichst breites Spektrum zwischen alt und jung und verschiedenen (Bildungs)schichten zu bekommen.

Wer sich vorstellen könnte, mir in naher oder ferner Zukunft für ein paar Stunden Rede und Antwort zu stehen, soll sich bitte bei mir melden, entweder hier, oder direkt an meine mailadresse. Schön wäre die Angabe von Alter, Geschlecht und Wohnort, falls nicht eh schon ersichtlich.

Danke schonmal...

Saramudo

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2

Thursday, July 22nd 2004, 9:20am

Also wenn ich Dir dabei helfen kann, dann würd ich das wohl tun.

Wie würde das denn laufen? Per Mail?
Wenn wir, in Flügel gebettet, langsam unsere Augen schliessen und schlummernd erwachen aus unserem Schlaf, erkennen wir, alles war nur ein Traum.... und der Albtraum ist vorbei.
- Sara Mudo -

Sonja

Trainee

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3

Thursday, July 22nd 2004, 9:58am

Per Mail würde ich dir auch helfen ... anders wirds wohl nicht gehen, da ich in Österreich lebe.

Alita

Trainee

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4

Thursday, July 22nd 2004, 11:46am

Solange es nicht ausufert, würde ich mich auch zur Verfügung stellen.
Sören

Abstimmen über Mangas für Deutschland

Pinhead

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5

Thursday, July 22nd 2004, 3:25pm

Ich frage mich zwar ob Mangas das Leben gewisser Leute auf speziellere Weise als andere Hobbies beeinflussen können, aber für eine Art Mailaustausch bin ich auch zu haben.
Welcome Explorer of Forbidden Pleasures.
You have solved the Puzzle, and I am the key.

6

Thursday, July 22nd 2004, 5:01pm

an ner email aktion würd ich auch mitmachen oder auch über IRC (chat programm falls das kennst)

also wenn interesse hast einfach ne PN schicken ;)
[IMG]http://brainstorm-network.de/gsg-forum/Filez/signatursmilie.gif[/IMG]

Schnuckel

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7

Thursday, July 22nd 2004, 7:37pm

Mich darfste Du auch löchern,wenn Du noch mehr Leutz brauchst;)
Wege enstehen dadurch, dass man sie geht. - Franz Kafka


---- [url]www.splashcomics.de[/url] -----

Alita

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8

Thursday, July 22nd 2004, 7:49pm

Eventuell erstelle doch einen ersten Fragen-Katalog, poste ihn hier und deine Email-Adresse. Wer mitmachen will, soll die Antworten an dich mailen.
Sören

Abstimmen über Mangas für Deutschland

9

Thursday, July 22nd 2004, 9:03pm

hi!

ich finde das ne sehr interessante sache. erzähl uns/mir doch ein wenig mehr davon.
wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf?
is natürlich optimal, wenn man sein hobby so cool in sein studium einbauen kann. andererseits: hast du nicht das gefühl dich da n bisschen weit aus m fenster gelehnt zu haben? die akzeptanz dieses hobbies ist nicht gerade besonders hoch, denke ich.

ich selbst komme leider nicht als versuchsobjekt in frage, da ich den mangas abgeschworen habe und wieder zu den us-helden zurück bin.
warum? ich hatte das gefühl irgendwie "rausgewachsen" zu sein. die neueren serien a la conan und KKJ sowie die anthologien waren/sind für kids. die einzige serie für die ich immernoch die hand ins feuer lege ist "20th century boys" - ein knaller :D!

gruß
Anakyn

PS: ich selbst bin 27 und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen dass es sehr viele manga-leser in deutschland gibt, die noch älter sind?!?

10

Thursday, July 22nd 2004, 10:41pm

ich hatte das gefühl irgendwie "rausgewachsen" zu sein. 8o 8o 8o ?(

wieso gehst du dann zu den US helden? :biglol:
[IMG]http://brainstorm-network.de/gsg-forum/Filez/signatursmilie.gif[/IMG]

Masterfly

Unregistered

11

Thursday, July 22nd 2004, 10:50pm

Der über dir dürfte schon älter sein. ;)
Hm naja man sollte nicht nur so Loveromanzen lesen, gibt ja auch andere Sachen die anspruchsvoller sind oder actionreicher (nein nicht Dragon Bal).

Quoted

Original von Alita
Eventuell erstelle doch einen ersten Fragen-Katalog, poste ihn hier und deine Email-Adresse. Wer mitmachen will, soll die Antworten an dich mailen.

Hm wenn es ne Magisterarbeit ist, dürfte das ein ziehmlicher großer Fragenkatalog sein ;D

PS: ICQ AIM mIRC YIM....... sind auch Möglichkeiten um die Leute direkt zu fragen, um auch mal nachzuhaken, bei unklaren Antworten. ;)

12

Saturday, July 24th 2004, 11:40am

Um ein breiteres Publikum zu erreichen, solltest Du vielleicht auch im CIL Forum im *Manga Fan Forum* Deine Umfrage posten und auch im Comicforum im *Anime- und Mangaforum*
Außerdem kannst Du bei den Yahoo Groups mal kucken - da gibt es hunderte Mail Groups zum Thema Manga, allerdings oft auf einzelne Genres beschränkt.

Es gab schonmal eine großangelegte Umfrage für eine Abschlußarbeit dergestalt, dass man auf einer Website Fragen beantwortet hat. Ist vermutlich einfacher auszuwerten als wenn man sich die Antworten in einem öffentlichen Forum oder einzeln per Mail zusammensuchen muss.

13

Tuesday, July 27th 2004, 8:21pm

danke schonmal für euer interesse!

email-fragebogen-aktionen will ich nur im äußersten notfall starten, weil da erfahrungsgemäß nicht viel dabei herauskommt. ich will am ende nicht sagen, dass 34,3 % aller befragten denken sie würden jetzt ganz anders leben seit sie mangas lesen blabla und so weiter, weil das wohl keinen interessiert.

ich will in die tiefe gehen und herausfinden, wieso es mangas zu uns geschafft haben und nicht südafrikanische comics, die ungefähr ähnlich viel mit unserem kulturkreis zu tun haben wie mangas. irgendwas in den mangas muss zumindest zu einem teil der leute hier im land passen. was das im einzelnen ist, will ich herausfinden.

klar, grundsätzlich kann man sagen mangas sind ein hobby wie jedes andere und es wird wohl auch leute geben, die sagen, dass ihnen egal ist, was sie lesen, hauptsache es ist billig, aber ansonsten gibt es doch ein paar sachen, die manga von fussball, flötengruppe oder stammtischtreff unterscheiden.

@ anakin. ich bin 24 und akzeptanz sollte nicht der grund sein, etwas zu untersuchen oder nicht. tatsache ist doch, dass manga seit geraumer zeit immer mehr zu einem phänomen in europa wird. wissenschaftlich hat das noch kaum jemand richtig untersucht. seltsamerweise passiert das erst dann, wenn mindestens ein paar jahrzehnte vergangen sind... :D

und mit deinem gefühl rausgewachsen zu sein bist du ein versuchsobjekt erster güte. nicht nur, dass du dich noch immer in einem mangaforum herumtreibst, nein du hast auch eine differenzierte meinung zu dem thema.
und was das alter anbelangt: auch hentai, splatter und all so was gehört zu manga. ich hab noch nicht nachgefragt, in welchem alter die käufer davon in eroticshops sind, aber zumindest 18 müssten sie doch sein. und ausnahmen gibt es immer.

in japan zieht sich manga ja auch durch fast alle altersschichten. wenn das hier nicht so ist liegt es dann daran, dass es mangas noch nicht so lange gibt oder daran, dass comics hier einfach nichts für 'erwachsene' sind?

eine andere frage ist, was die leute hier überhaupt als manga begreifen. muss es aus japan sein? sind doujinjis aus deutschland oder manwha auch irgendwie manga? ist usagi yojimbo ein manga? ist ente süß-sauer oder das marvel mangaverse noch manga? und sind animes einfach nur bewegte mangas oder doch was völlig anderes? ist es die kunst eine geschichte in einzelbilder zu zerlegen das, was einen manga ausmacht?

so viele fragen, die schon weit ins thema führen...
aber das nur als idee von dem, was ich euch alles fragen werde, solltet ihr interesse daran haben.

vielleicht könnt ihr ja hier schonmal ein statement dazu abgeben, unabhängig davon, ob ihr euch später mal interviewen lassen wollt oder nicht. würde mir jedenfalls weiterhelfen. danke.

14

Tuesday, July 27th 2004, 8:44pm

Zum Thema: Was macht den Manga zum Manga gabs schon eine laaaange (bis zum Erbrechen) Diskussion :thumbsup:HIER
Da ist das Thema wirklich ausführlichst "zerlegt" worden ;)

Und zu Manhwas: Is wohl einfach nur der koreanische Begriff für "Lustige Bilder" (also Comics)

Ach ja, mit ein Grund dafür, dass Mangas sich bei uns noch nicht durch alle Altersschichten ziehen ist mE neben deren Ruf als "Kindisch" auch, dass sich das Angebot hierzulande vornehmlich an Jüngere richtet.

Irgendwann "entwächst" man halt einfach Geschichten, die einen mit 12 oder 13 noch unheimlich fasziniert haben. Und wahrscheinlich interessieren einen mit 40 auch nicht mehr unbedingt dieselben Sachen, wie mit 17.

Aber ich bin mir eigentlich schon sicher, dass sich das Angebot mit der Zeit anpassen wird - und parallel auch die Einstellung der Gesellschaft.

This post has been edited 2 times, last edit by "senova" (Jul 27th 2004, 8:48pm)


Großvater Mantis

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15

Tuesday, July 27th 2004, 9:10pm

Ohne jetzt mal schon konkret irgendwelche Themen ansprechen zu wollen, sonst haben wir hier direkt wieder die nächste GRundsatzdiskussion.

Jacqueline Bernd: Phänomen Manga

Dies ist ein recht gutes Buch über Mangas in Japan. Vielleicht kannst Du sowas als Grundlage für die Arbeit verwenden, wenn Du das Buch nicht eh schon kanntest.

ICh würde mich auch als Testperson zur Verfügung stellen, mir wäre das über Internet aber wahrscheinlich auch lieber.
Was diese Sache mit dem herauswachsen aus Mangas und dem Einfluss von Mangas auf unser Leben betrifft:
Wahrscheinlich kriegst Du Antworten wie Sand am Meer. ICh hoffe das die sich überhaupt nach irgendwas ordnen lassen.
Soll das eher so eine Art empirischer ERhebung werden? Wie groß soll Deine Testgruppe sein?
Beschreibe doch mal Deine Vorgehensweise für die Arbeitm sofern Du das willst. Für mich war das "Mangaphänomen" bislang immer nur eine Form des gelungenen MArketing. Gute Comics gibts meiner Meinung nach überall. Nur haben die meisten in keinster Weise Marketing. Bei Mangas ist das was anderes, da ja durch das TV ordentlich die Werbetrommel gerührt wird.

Zum Vergleich: MArvel geht es erst seit sie die Filme ins Kino bringen wieder richtig gut. Die Werbewirkung der anderen Medien neben dem COmic scheint also eine sehr große Rolel zu spielen und hat meiner Meinung nach sehr viel mit der Verbreitung der jeweiligen Comicart zu tun.

Naja ist eigentlich egal und führt in dem Thread hier schon zu weit.
Rettet die Boys und den Regenwald, denn es gibt kein Bier auf Hawai.

Minerva

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16

Wednesday, July 28th 2004, 8:15am

Also zum Thema rauswachsen:
Ich bin auch nicht mehr so jung und lese Mangas (wegen der Geschichten, besonders den Charakteren), und ich habe eine 30 jährige Freundin, die auch Mangas liest (und eine ihrer Bekannten im gleichen Alter auch).

@Großvater Mantis:
Klingt logisch (Werbetrommel...)

Großvater Mantis

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17

Wednesday, July 28th 2004, 9:21am

Ich zähle mich mitlerweile auch schon zum alten Eisen. Kann guten gewissens behaupten, das ich seit über 20 Jahren Comics LESE (das mit den Bildchen gucken war vorher) und sammle.
Rettet die Boys und den Regenwald, denn es gibt kein Bier auf Hawai.

18

Wednesday, July 28th 2004, 10:38am

Quoted

Original von Großvater Mantis
...das ich seit über 20 Jahren Comics LESE...

Jetzt löst sich auch das Rätsel um Deinen Nick auf wundersame Weise in Wohlgefallen auf. :P
Phil & Lamonds Comic-Kolumne

Denn gute Reviews fallen nicht vom Himmel!

Saramudo

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19

Wednesday, July 28th 2004, 10:44am

Quoted

Original von King Haggard

[...] 1

ich will in die tiefe gehen und herausfinden, wieso es mangas zu uns geschafft haben und nicht südafrikanische comics, die ungefähr ähnlich viel mit unserem kulturkreis zu tun haben wie mangas. irgendwas in den mangas muss zumindest zu einem teil der leute hier im land passen. was das im einzelnen ist, will ich herausfinden.

[...] 2

in japan zieht sich manga ja auch durch fast alle altersschichten. wenn das hier nicht so ist liegt es dann daran, dass es mangas noch nicht so lange gibt oder daran, dass comics hier einfach nichts für 'erwachsene' sind?

[...] 3

eine andere frage ist, was die leute hier überhaupt als manga begreifen. muss es aus japan sein? sind doujinjis aus deutschland oder manwha auch irgendwie manga? [...] und sind animes einfach nur bewegte mangas oder doch was völlig anderes?

[...]

vielleicht könnt ihr ja hier schonmal ein statement dazu abgeben, unabhängig davon, ob ihr euch später mal interviewen lassen wollt oder nicht. würde mir jedenfalls weiterhelfen. danke.



Aaaaalso.... ich bemühe mich jetzt mal diese Fragen für mich persönlich zu beantworten, ist nur meine eigene Meinung, keine Generalantwort, ja?

Zum Absatz 1 (den ich mal einfach so nenne) und somit zu der Frage wieso es grade Mangas zu uns geschafft haben.
Ich habe bisher nur Mangas gelesen und keine Comics aus anderen Ländern, weswegen ich nicht unbedingt weiß inwieweit anderer Länder Comics besser in unsere deutsche Kultur reinpassen.

Generell denke ich einfach, in den meisten Mangas werden Themen behandelt, die sich problemlos auf verschiedenste Kulturen übertragen lassen. Da geht es um Mobbing, Schulalltag, um Beziehungsprobleme, quasi alltägliches. Dies könnte auch schon einmal ein Hinweis darauf sein, warum hierzulande kaum Erwachsene Mangas lesen. Viele Mangas sind auf junges Publikum zugeschnitten, verarbeiten junge Probleme und tragen unter anderem auch dazu bei, diese aus Tagträumen herauszurütteln.
In Japan gibt es aber natürlich auch einen Markt für erwachsene Themen (und damit meine ich nicht unbedingt sofort Hentai), sondern Geschichten in denen es um Hausfrauen geht, um Lehrer, eben für jeden etwas dabei, mit dem man sich identifizieren kann und was einen auch noch im Alter interessiert, da sich mit dem älterwerden ja auch die spezifischen Probleme verändern.
Mangas werden in Japan also von allen Altersklassen zur Hand genommen und nicht so wie hier von der älteren Generation belächelt.

Wie kann das sein? Nun, ich denke es liegt schon einmal stark daran, dass Mangas das Licht des deutschen Marktes erst vor wenigen Jahren erblickt haben. Mit Fernsehserien, die eindeutig auf Teenager zugeschnitten waren (Sailor Moon, Dragon Ball), wurde hierzulande erst die Aufmerksamkeit einer größeren Gruppe auf die Mangathematik gelenkt. Diese Generation war anfangs von dem anderen Stil, den großen Augen und magischen Kräften in den Bann gezogen und hat angefangen sie zu kaufen, wir sind also quasi in jungen Jahren da reingewachsen, waren die ersten die sich damit auseinandergesetzt haben. (Ausser einigen Insidern die sich mit Originalen aus Japan eingedeckt haben ^-^)
Ich persönlich habe mit 12 meinen ersten Manga gelesen, das ist jetzt schon gut 8 Jahre her. Seit dieser Zeit sind immer mehr Serien im Fernsehen erschienen und es entwickelte sich eine Trendwelle. Diese allerdings nach wie vor nur im Teenager-Bereich, denn diese Serien wurden mit System im Nachmittagsfernsehen auf einem eher trivialen Sender ausgestrahlt.
Zusätzlich ist es einfach so gewesen, dass viele Eltern plötzlich mit Dingen überfordert wurden, wie Kindern die zuhause Zitate durch die Luft schwingen, bei denen die Eltern weder die Namen (japanisch halt) und erst recht nicht den Sinn verstehen konnten, hinzukommend Sammelwahn (enorme Kosten) und ähnliches.
Ich selbst hatte das Glück dass ich "Pokemon, Beyblade und Yu-Gi-Oh" nicht als Kind schon miterlebt habe und diesem Wahn verfallen bin, der einem Dank Werbung suggeriert man müsse unbedingt alles tolle haben, was an qualitativ billigem Kram für teuer Geld in den Spielzeugläden steht.
Doch in vielen Haushalten wurde das denke ich zum Alltag, und Eltern fragten sich, womit sie das verdient hatten, und fragten natürlich nach dem Sinn dieser Serien, ausser dem, die Eltern zu schröpfen. Ich denke, da entsteht schon eine eher negative Grundeinstellung gegenüber allem was im weiteren Sinne mit "Manga" zu tun hat.
Hinzukommt, dass es für die ältere Generation einfach nicht wirklich möglich war, zu Beginn der "Mangawelle Deutschland" mit einzusteigen. Die Mangas ganz am Anfang waren einfach darauf zugeschnitten, dass sie möglichst eine ähnliche Thematik behandeln wie die beliebten Fernsehserien, und somit Themen behandeln, die den älternen relativ am A... vorbeigehen. Diese fragen sich also größtenteils noch heute, was an Mangas so toll ist, spotten darüber und lassen sich von dem Gedanken hinreissen, es geht da nur um Kinderkram, oder, aufgrund der Fehlinfomrationen die sich dank einigen nicht genug informierten Journalisten verbreitet haben, es ginge nur um Sex und Gewalt.

Ich denke das ist mal grob einer der Gründe warum Erwachsene selten zum Manga greifen, wenn sie nicht da reingewachsen, sprich damit "großgeworden" sind.
Wir jungen Erwachsenen (so bezeichne ich mich einfach mal mit 20) haben heute das Glück, dass uns die Verlage dank des enormen Interesses (Lizensen kosten ja) weiter mit Themen beliefern können die uns in neuen Lebensabschnitten neu interessieren. Für uns Ältere gibt es mittlerweile die Möglichkeit differenziertere erwachsenere Serien einzukaufen, die nicht Mainstream sind, aber vom Mainstream finanziert werden.

Warum dieser Trend jetzt genau aus japan kommt und nicht aus südafrika, ich weiß es nicht. Ich nehme an, es war ein relativer Zufall dass ausgerechnet Mangas und Animes hier Erfolg hatten, alles begründet auf 1-2 Serien die im Fernsehen liefen und gefielen.

Zum 3. Absatz kann ich auch noch ne Kleinigkeit erzählen, was aber wieder persönliche Meinung ist, anders geht das ja auch garnicht. Für mich ist es einfach so: Mangas kommen aus Japan, basta. Deswegen heissen die koreanischen Ausgaben ja auch Manhwas und nicht Mangas, was heisst, die deutschen Werke müssten eingentlich auch einen eigenen Namen bekommen.
Ein Manga kommt für mich einfach aus Japan. Das heisst nicht zwangsläufig dass für mich alle Produktionen aus Deutschland schrecklich sind (wobei das bei den MEISTEN so ist, es gibt nur wenige positive Ausnahmen, die zum Können hinzukommend nicht auch noch das Vorurteil von Sex und Gewalt bestätigen), es sind nur einfach keine Mangas. Egal wie sehr sie versuchen, japanische Themen nachzuahmen indem sie irgendwelche Tempelzeremonien und japanische Namen verwenden, das wirkt irgendwie billig finde ich. Dass der Stil nachgeahmt wird, mein Gott, das ist normal, ohne größere Augen etc wärs halt nur ein Comic in schwarz/weiß.
Ich weiß nicht, ob das jetzt verständlich ist, aber ich hoffe es... ^-^
Ich finde es einfach lächerlich, wenn auf Teufel komm raus eine andere Kultur beschrieben werden muss, obwohl die Autoren sie selbst nur aus Büchern kennen...
Und abschliessend (ich schreibe mich hier ja tot!) noch zur Frage ob Animes und Mangas das gleiche, nur eben eines bewegt, sind, sag ich einfach nur:
Vergleiche Disney-Filme mit einem "Lustigen Taschenbuch". Das ist nicht das Gleiche, oder? Da wird mit ganz anderen Akzenten gearbeitet...

So, ich hoffe, das hilft irgendwie.. ^-^ Andere denken bestimmt was anderes... Schöner Spruch... ^-^

Generell habe ich nichts gegen ein "Interview" käme halt drauf an, wie weit ich dafür reisen müsste. Wenn Du noch irgendwelche Fragen haben solltest und ICQ hast, meine Nummer is hier im Forum angegeben, ansonsten PN oder Mail, ja?
Wenn wir, in Flügel gebettet, langsam unsere Augen schliessen und schlummernd erwachen aus unserem Schlaf, erkennen wir, alles war nur ein Traum.... und der Albtraum ist vorbei.
- Sara Mudo -

This post has been edited 1 times, last edit by "Saramudo" (Jul 28th 2004, 10:58am)


20

Wednesday, July 28th 2004, 1:14pm

Da will ich mal meine unbedeutende Meinung zum Thema abgeben.

Ich sammle Mangas seit etwa 95. Mein erster Magna war Streetfighter 2 und mein zweiter Xenon. Schon damals war mir klar, daß japanische Comics das einzig Sammelnswerte für mich sind.
Der Grund lag wohl in Trickfilmserien wie SaberRider, Miyuki, Familie Robinson usw. die auf Tele5 liefen. Obwohl sie sich für mich aus dem Rest der Menge abhoben, hat es länger gedauert, bis ich realisiert habe, daß sie alle aus einem kleinen Land namens Japan stammen. Erst nach dieser Erkenntnis, begann ich nachzuforschen und stieß auf Mangas.

Zu dem Zeitpunkt konnte man noch nicht von einer Mangawelle sprechen. Es gab ein paar wenige Serien, immerhin schon Glanzlichter wie Ghost in the Shell, Appleseed oder Akira. Der wahre Boom ging aber wohl erst etwa 97 los. Carlson ging ein gewagtes Experiment ein und veröffentlichte Dragonball nicht in den gewohnten dünnen Alben für 18,90 DM sondern in dicken kleinen Taschenbüchern für 10 DM das Stück. Zudem kahm langsam die Animania auf Fahrt, Sailormoon lief endlich auf RTL2 und EMA brachte die den Manga dazu ebenfalls im Taschenbuchformat.
Ich denke das sich TV, Buchverlage und Animezeitschriften wie die Animania hier gegenseitig unterstützt haben. Die Animania hat nicht nur Wissen unter die breiten Massen gestreut, sondern auch Lust auf mehr gemacht. Immerhin waren schon damal Artikel über Artbooks, Mangas und Anime frisch aus Japan enthalten. Sie war die Bibel für all Diejenigen die zwar schon lange Animes gesehen hatten aber bisher nicht wußten was das ist, wie es heißt und ob es noch mehr gibt. Immerhin tauchte der Begriff Anime erst sehr viel später im deutschen Fernsehen auf, und auch die Verlage haben sehr wenig Aufklährungsarbeit geleistet. Das Internet wurde auch erst ein paar Jahre später so populär. Die einzige Möglichkeit sich zu informieren und offene Fragen zu beantworten war die Animania.

Die Antwort warum es gerade japanische Trickfilme und Comics sind die bei uns so erfolgreich sind, ist für mich folgende. Sie waren da, sie sind ästetisch und man kann sich mit ihnen identifizieren.
Japanische Trickfilme sind keine Entwicklung der letzten 7 Jahre. Sie waren bereits vorher da. Mangas haben es hingegen erst in den letzten 10 Jahren in die Läden geschafft. Warum die Verlage gerade diese rausgebracht haben, kann ich nicht beantworten.
Zudem sind Mangas und Animes sehr auf Ästetik getrimmt. Die Intention dahinter ist, einen Comic zu schaffen, der eine kinoreife Optik hat. Das selbe gilt für die Handlung. Egal ob billiges Actiongekloppe oder ob tiefgründige Psychoanalyse, es wird immer versucht das ganze so darzustellen, daß der Leser oder Betrachter davon gefesselt wird. Das hat nichts mit Gehirnwäsche zu tun, sondern mit dem Willen des Authors möglichst viel zu verkaufen und dabei ein (ihn) möglichst zufriedenstellendes Produkt zu erschaffen.
Im Gegensatz zu den amerikanischen Heldencomics sehe ich in Mangas das Bestreben möglichst viel Realismus einzubauen. Das macht die Charaktere viel menschlicher und der Leser kann sich besser mit allem identifizieren. So sieht man die Figuren auch bei alltäglichen Sachen, wie Zähneputzen, Baden oder Essen. Es ist für den Leser durchaus interessant, auch diese Seite der Figuren kennenzulernen. Immer nur die Welt zu retten und nach typischen Stereotypen zu handeln endet in Tristess.
Auch wenn europäische Comics viel stärker auf diesen Aspekt eingehen als die amerikanischen Heldencomics, so schaffen Mangas es durch ihre Combination aus Ästetik und Handlung, doch diese zu überflügeln. Der Clou bei Mangas ist ja auch, daß die Japaner ihren Figuren große Augen geben, damit sie exotischer aussehen oder besser süss und niedlich. Sie wirken dadurch aber auch europäischer. Dadurch kommen sie aber auch hier besser an. Hätten die Figuren nur einen Strich als Augen oder einen Punkt wären sie nicht so erfolgreich. Das mag duchaus rassistisch klingen, aber es spielt eine Rolle. Wären die Figuren alle schwarz und würden dem hießigen Ästetikempfinden nicht entsprechen, liefe es auf das selbe hinaus. Daß heißt nicht, daß schwarze Charaktere auf Ablehnung treffen, Nadia aus Secret of Blue Water hat eine dunkle Hautfarbe oder auch Bob aus Tenjo Tenge, aber beide entsprechen durchaus einem gewissen Schönheitsideal.
Manwhas sind eine neue Entwicklung, da sie aber weitestgehend den Mangas ähneln, was Grafikstil, Konventionen und Darstellung anbelangt, können sie sich nahtlos einfügen. Viele werden nicht einmal bemerken, daß der Comic nicht von einem japanischen, sondern koreanischen Autor stammt. Naja gut, die Leserichtung entspricht der Westlichen...

Als letztes könnte man noch sagen, daß Mangas und Animes etwas machen, was sie hervorhebt. Sie behandeln ihre Konsumenten nicht als wären diese dumm. Kinderunterhaltung aus westlichen Studios kann meist tatsächlich nur von Kindern konsumiert werden, weil jeder Erwachsene sich über dieser billigen und schwachen Handlung die Haare raufen würde. Die japanische Variante macht das nicht. Im Gegenteil versucht sie sogar ältere zu unterhalten. Die Stories sind anspruchsvoller und die Motive nicht immer nach dem Gut / Böse Prinzip verteilt. Zudem findet sich bereits hier eine ernsthafte Darstellung der realen Welt. So gewinnt der Held nicht nur sondern muß auch Niederlagen einstecken, ehemalige Gegner werden zu Freunden oder es gibt Abschiede und Wiedersehen.