Dank einer Recherche durfte ich den ersten Sapkowski-Roman nun schon deutlich vor Erscheinen lesen. Hat mir gut gefallen, geht aber in eine klar andere Richtung als die spritzigen Kurzgeschichten aus den beiden Sammelbänden. Die Märchen-Bezüge sind weg, es wird epischer, politischer - und Sapkowski ist sich des Romans bewusst, also der Erzählung in 5 Romanen, besser gesagt, und lässt sich richtig Zeit. Das verursacht die eine oder andere Länge, ist aber irgendwie auch konsequent und homogen nach den Shortstorys. Ich denke, wenn man mit seiner eigenen Erwartungshaltung richtig umgeht, dann machen die neuen Bücher auch ordentlich Laune. Die kurzgeschichten waren jedoch, so viel sei gesagt, "besser" im Sinne von knackiger. Komplex wird's jetzt allerdings, und dass die Hintergründe der Hexer etwas beleuchtet werden und die gesamte politische Konstellation der Welt, das ist schon schick. Mal sehen, wo es im zweiten Band hingeht.
Nun lese ich Scott Sigglers Earthcore aus. Ein netter Mystery-Thriller, toll aufgemacht.
Das muss nun gelesen werden, ansonsten könnten mich nichts und niemand halten, und ich würde den vierten NIGHTSIDE-Band direkt lesen und verschlingen.
Ach ja, im Schnellgang abgefertigt: Steve Seviles Blutige Erbschaften, ein neuer Warhammer-Storyzyklus um Vampire, der bei mir nach dem ersten Band schon wieder aus dem Regal fliegt. Öde. Und zu hausbacken, da auch stilistisch und von den Charakteren her nicht wirklich lebendig. Deshalb: Adios! Es bleibt dabei: Die ersten 6 Gotrek & Felix-Romane von Bill sind die einzigen wirklich lesenswerten Warhammer-Romane. Der Rest glänzt viel zu selten oder bleibt die gesamte Lektüre über stumpf.