You are not logged in.

Dear visitor, welcome to PaniniComics.de Forum. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

4,721

Friday, August 1st 2008, 2:07pm

Dass Problem ist, dass er schwafelt. Und jeder noch so unbedeutenden Szene 20 Seiten einräumt. Und da deshalb kein Spannungsverhältnis mehr rein bekommt, weil er anscheinend das Gespür dafür verloren hat, zu sagen, welche Szene nun plattgewalzt werden muss und welche nicht.


"Schwafelt" ist vielleicht etwas hart formuliert. Ansich mag ich die Art und Weise, wie Martin seine Geschichten erzählt auch hier. Ich denke halt nur, dass er die Nebengeschichte besser in irgendeinen Band mit Anhängen gepackt hätte und mit der Hauptgeschichte hätte fortfahren sollen.

4,722

Friday, August 1st 2008, 2:56pm

George R. R. Martin: Zeit der Krähen

Der Band konnte insgesamt nicht an die Qualität der Vorgänger anschließen. Es handelt sich immerhin schon um den 7. Band des Liedes von Eis und Feuer und so allmählich würde der geneigte Leser gerne einmal das Hauptthema dieses Songs höhren

Ich fände es etwas beunruhigend, wenn nach tausenden von Seiten immer noch nicht das Hauptthema behandelt würde. ;) Ich sehe das so: Der Krieg, die Auseinandersetzungen zwischen den Häusern, dazu das Thema der "Anderen", das IST das Hauptthema. "Eis" und "Feuer" sind hier vielfach interpretierbar, das hat Martin auch selbst mal gesagt. Das könnte für die Extreme des Kontinents stehen, des Krieges, der Leidenschaften der Figuren, für Liebe und Hass, oder für den Norden und den Süden, die sich bekriegenden Häuser, evtl. "Eis" für die Starks aus dem kalten Norden, "Feuer" für die Targaryens, Beherrscher der Drachen... o. a. Ich sehe es so, dass der Krieg mit allen Konsequenzen und Ausläufern (Danys Erlebnisse, die Bedrohung der Mauer...) das "Lied von Eis und Feuer" ist = das eigentliche Thema. Allerdings gebe ich dir schon recht, dass manchmal der Eindruck entsteht, dies alles sei nur eine Vorgeschichte, auch angesichts des noch jungen Alters vieler Figuren.
Die US-Bände 1-3 (dt. 1-6) haben "das eigentliche Thema" imho genau abgedeckt, für mich in aller epischen Breite genau richtig und nicht eine Sekunde langweilig oder überflüssig. Richtig ist, dass sich das in Band 4 (von dem dt. "Zeit der Krähen" die erste Hälfte ist) etwas ändert, da ist Martin wirklich etwas in Nebenkriegsschauplätze abgedriftet ist, ich fand das zwar weiterhin toll geschrieben und interessant, aber da hätte ich mir auch gewünscht, dass er zeigt, wie es auch den anderen Figuren ergeht.

Dass Problem ist, dass er schwafelt.

?( Sorry, aber das ist schlichtweg falsch und wird der Martinschen Schreibe nicht im Geringsten gerecht. Er mag in "A Feast of Crows" etwas auf abgelegenen Plotpfaden wandeln, aber seine Erzählstil ist nach wie vor dicht, packend und konkret, für mich das Gegenteil von "Schwafeln". "Schwafeln" wäre, wenn er völlig belangloses Zeug erzählen würde, wenn er tatsächlich Szene an Szene reihen würde ohne jegliche Spannung, wie du hier behauptest. Das ist nicht der Fall. Er hat auch hier in jeder Szene hervorragendes erzählerisches Können, um das Ganze interessant und intensiv zu gestalten, auch Spannung ist weiterhin genügend vorhanden. Auch Martins differenzierte und tiefgehende Charakerzeichnungen sind hier weiterhin außergewöhnlich und großartig, wie es sie im Fantasy-Bereich wohl kein zweites Mal gibt. Auch das wertet selbst abgelegenere Pfade der Handlung auf und erhält auch dort den Lesespaß. Ich kann diese Aussagen jedenfalls nicht nachvollziehen. Btw: Du hast doch hier vor einiger Zeit geschrieben, dass du "Eis und Feuer" vorerst nicht anfangen willst, weil es dir zu langgezogen und noch unvollständig ist? Jetzt etwa doch? Oder kritisierst du, ohne es selbst gelesen zu haben?

This post has been edited 2 times, last edit by "Randy Fisk" (Aug 1st 2008, 3:40pm)


JackOLantern

Atombetriebene Redaktionslaterne

Posts: 12,080

Location: Würzburg

Occupation: Sklave der Musen

  • Send private message

4,723

Saturday, August 2nd 2008, 9:39am

Ich kritisiere nicht seine handwerklichen Fähigkeiten. Aber selbst der beste Schreibstil hilft nicht, wenn ein Buch jedes Mal ums neue einfach zu lang ist und sich auch auf Seite 800 noch an den Details eines Nebenplotts aufgeilt. Siehe Robert Jordan. Oder aktuell Scott Lynch. Und das Problem schleppt Martin schon seit seinen ersten Romanen mit sich herum, ich sage nur Fiebertraum. Exzellente Idee und toll geschrieben, ab einem gewissen Punkt aber zu lang und nicht mehr optimal getimed.

4,724

Saturday, August 2nd 2008, 12:38pm

Ab „Zeit der Krähen“ kann man sicher darüber streiten, wie „sinnvoll“ mancher Handlungsstrang ist, das würde ich auch immer unterschreiben, dass Martin sich da etwas verzettelt hat. Aber in den 6 Büchern davor mMn eindeutig nicht. Du ziehst Vergleiche von anderen Autoren und anderen Werken Martins heran, die aber nichts über das Werk aussagen, über das wir hier reden. Ist nicht böse gemeint, Jack, aber man sollte ein Werk schon selbst gelesen haben, wenn man es verurteilt, und nicht nur von anderen Werken Rückschlüsse ziehen, das halte ich dann doch für etwas fragwürdig. Dass Martin sich in seinem Schreiben wie die meisten Autoren seit seinen Frühwerken weiterentwickelt hat, wäre ja auch nicht ganz so abwegig. (Vermutlich werden sie deshalb im Gegensatz zu „Eis und Feuer“ auch nicht von der Kritik bejubelt.) Oder dass Martins "Eis und Feuer" einfach besser ist als die Werke der ganzen anderen Nasen, die Langzeitepen schreiben. :D ;) (Natürlich ist das kein makelloses Werk, klar, das hat auch seine Schwächen, insgesamt aber stelle ich es schon deutlich über andere Endlosepen des Genres.)
Zumindest bis vor den deutschen Bänden 7 und 8 (und zum großen Teil auch dort) schafft Martin bei „Eis und Feuer“ nämlich genau das: ein monumentales episches Werk zu schaffen, in dem auch das scheinbar Nebensächliche seinen Beitrag zum gelungenen großen Ganzen leistet und lesenswert und spannend und sehr unterhaltsam ist, in dem Spannung und Intensität durchgehend hochgehalten werden. Gerade die Breite und Fülle der Charaktere und Geschehnisse ist bei „Eis und Feuer“ faszinierend und bewirkt die Qualität, weil die Handlung, im Unterschied zu wirklich „schwafeligen“ Werken, womöglich zu Martins eigenen Vorgänger-Werken, im Unterschied zu anderen Endlosepen-Schreibern wie Jordan, Goodkind und Co., die in ihren Nebenschienen deutlich abflachen, eben auch dort das Niveau, die Dichte, die Qualität hält. Genau wegen dieses Unterschiedes wird „Eis und Feuer“ von der Kritik gefeiert und von vielen über andere Langzeit-Epen gestellt.
Ich habe fertig. ;)

JackOLantern

Atombetriebene Redaktionslaterne

Posts: 12,080

Location: Würzburg

Occupation: Sklave der Musen

  • Send private message

4,725

Saturday, August 2nd 2008, 1:09pm

Kriegst Du dafür Geld von Martin? ;)

4,726

Saturday, August 2nd 2008, 5:44pm

Nein, kein Geld, aber er hat mir versprochen, Nebenfigur #4825 im Abschlussband (der 2087 erscheinen soll) nach mir zu benennen, wenn ich ein wenig die Werbetrommel rühre. :D

4,727

Saturday, August 2nd 2008, 5:51pm

Auch wenn Randy von Martin gekauft sein sollte, bin ich da eher seiner Meinung. ;) Ich fand die sprachliche Umsetzung, die Nebenhandlungen und den Detailreichtum in den ersten 6 deutschen Bänden sehr gut. Gerade diese epische Breite fand ich sehr attraktiv. Das hat aber auch desshalb für mich so gut funktioniert, weil das Ganze im Gleichgewicht mit dem Fortgang der Haupthandlung war. Bei Band 7 ist das halt erstmals nicht mehr der Fall, wobei man mal abwarten muss, wie die Geschichte weiter läuft. Vielleicht ergeben sich ja da andere Gesichtspunkte für die Beurteilung, so Martin irgendwann mal endlich den nächsten Band fertig stellt.

Spannend wird natürlich, welche Rolle Randy dann kriegt. Hofnarr, Wildling oder Kleindrache? Bin schon mal gespannt! :)

JackOLantern

Atombetriebene Redaktionslaterne

Posts: 12,080

Location: Würzburg

Occupation: Sklave der Musen

  • Send private message

4,728

Saturday, August 2nd 2008, 6:14pm

Vielleicht bin ich der epischen Fantasy auch nur überdrüssig. Inzwischen lese ich ja eh fast gar keine High Fantasy mehr und versuche zu selektieren, damit ich mich an Urban Fantasy nicht so schnell satt lese und das vor allem die wirklich guten Sachen (Kim Harrison, Julie Kenner, Simon R. Green, Justina Robson ...) lese, um den Abnutzungseffekt zu vermeiden. Diese richtigen Epen und Endloszyklen mit mittelalterlicher Fantasy und Dutzend Intrigenspielchen fesseln mich leider nicht mehr so sehr wie früher. Ich ermüde da sehr schnell und werde lesefaul. Und ich hab Probleme, mich nach einem Jahr oder so wieder in den aktuellen Grad der Story einzufummeln. Das letzte, was ich in der Hinsicht genossen habe, war Stackpoles Düsterer Ruhm, und der hat am Ende ja auch verkackt.

Gespannt bin ich auf Der Name des Windes.

4,729

Saturday, August 2nd 2008, 6:29pm


Spannend wird natürlich, welche Rolle Randy dann kriegt. Hofnarr, Wildling oder Kleindrache? Bin schon mal gespannt! :)

Hofnarr oder Kleindrache wäre ja schon mal nicht schlecht. :thumbsup: Ich hoffe aber noch auf was in der Art wie Kammerdiener bei Cersei Lannister oder so. :waigel: ;)

Quoted

Bei Band 7 ist das halt erstmals nicht mehr der Fall, wobei man mal abwarten muss, wie die Geschichte weiter läuft.

In Band 8 wird´s natürlich noch einmal genauso aussehen, da werden ja nur die Geschehnisse von 7 weitergeführt. Aber danach in US-Band 5 "A Dance with Dragons" soll es ja um Jon und die Geschehnisse an der Mauer sowie um Daenerys und die Drachen gehen.

JackOLantern

Atombetriebene Redaktionslaterne

Posts: 12,080

Location: Würzburg

Occupation: Sklave der Musen

  • Send private message

4,730

Sunday, August 3rd 2008, 10:29am

Nun hab ich Scott Siglers EarthCore ausgelesen. Geiler Thriller mit SF-Komponente, sehr schön aufgemacht, sehr lebendig geschrieben, spannend, intensiv. Mir haben die Wesen nicht so gefallen vom Äußeren, diese LSD-Gummibärchen der Marke Tentakel-Lovecraft mit ihren Messern, aber ansonsten ein tolles Teil. Die Hardcore-Version der Reise zum Mittelpunkt der Erde, garniert mit viel Science Fiction und blutiger Äktschn. Pageturner. Der nächste Roman von Sigler erscheint jedoch nicht bei Otherworld, sondern dann direkt bei Heyne im Taschenbuch. Auf alle Fälle ein Autor, den man auf dem Radar behalten muss. Lesen, my fellows, lesen!

Posts: 3,687

Location: Erftstadt

Occupation: Student

  • Send private message

4,731

Sunday, August 3rd 2008, 11:12am

Bin jetzt mit Der Pate von Mario Puzo durch. Tolles Buch, aber da die Verfilmung so gut ist, kann man mMn auf das Buch verzichten, wenn man den Film schon kennt.

Al Pacino

Unregistered

4,732

Sunday, August 3rd 2008, 7:17pm

Playback von Raymond Chandler

Privatdetektiv Philip Marlowe kriegt einen Auftrag einer Frau zu folgen. Wenig später merkt Marlowe, dass sie noch von anderen Leuten verfolgt wird. Die ganze Zeit über versucht er rauszufinden was das Ganze auf sich hat. Fand die Story sehr mager, da kaum etwas passiert. Auch wenn ich die Geschichte langweilig fand, gefiel mir Raymond Chandlers Erzählstil. Allerdings haben mir die Metaphern gefehlt und man konnte die Noir-Stimmung kaum spüren. Das kann Mickey Spillane besser. Vor kurzem hab ich erfahren, dass "Playback" eines der schwächeren Werke von Chandler war. "The Big Sleep" und "The Long Good-Bye" sollen seine erfolgreichsten Marlowe-Geschichten sein. Werde mir jetzt die kaufen und ich hoffe, dass sie wirklich besser sind als "Playback".

4,733

Sunday, August 3rd 2008, 7:36pm

alle seine romane sind besser als "playback". :) (den ich aber auch mag.) der stil ist allerdings typisch chandler. was du in der form wahrscheinlich erwartest, wirst du vermutlich kaum bei ihm finden - dieser stil (sagen wir ruhig: dieses klischee) vom noir ist eher ein hollywood-konstrukt.


“I am just a human being… I’m not a guru or a leader or a demigod of any kind.” – Grant Morrison

Al Pacino

Unregistered

4,734

Sunday, August 3rd 2008, 9:11pm

alle seine romane sind besser als "playback". :)


Das nenn ich mal "Anfängerpech" :D . Playback ist nämlich mein erstes Buch von Chandler.

JackOLantern

Atombetriebene Redaktionslaterne

Posts: 12,080

Location: Würzburg

Occupation: Sklave der Musen

  • Send private message

4,735

Sunday, August 3rd 2008, 10:09pm

dieser stil (sagen wir ruhig: dieses klischee) vom noir ist eher ein hollywood-konstrukt.


Das Anleihen nimmt, aber nicht adaptiert. Ich erinnere mich nur an meine erste Begegnung mit Hemmett ... :D

Das Sherlock-Holmes Buch zum 100.
Geburtstag des Meisterdetektivs
(ullstein)

1987 erschien dieses von Martin Compart herausgegebene Kleinod. Kurze Texte, aber ein toller Überblick. Lese ich immer wieder gern kurz durch (schafft man in weniger als einer Stunde), wenn ich mich auf Beschäftigung und Arbeit mit Doyle/Sherlock Holmes einstimmen möchte. Gerade die Texte über Doyle sind sehr gut, ebenso die Betrachtung des Holmes-Kults. Zwei Texte sind leider eher Werung für andere SH-Bücher von Ullstein, aber ja mei, nobody is perfekt. Ansonsten immer wieder gern gelesen und trotz seines Alters informativ und fundiert.

4,736

Sunday, August 3rd 2008, 11:04pm

dieser stil (sagen wir ruhig: dieses klischee) vom noir ist eher ein hollywood-konstrukt.


Das Anleihen nimmt, aber nicht adaptiert. Ich erinnere mich nur an meine erste Begegnung mit Hemmett ... :D


hammett, btw. :D


“I am just a human being… I’m not a guru or a leader or a demigod of any kind.” – Grant Morrison

JackOLantern

Atombetriebene Redaktionslaterne

Posts: 12,080

Location: Würzburg

Occupation: Sklave der Musen

  • Send private message

4,737

Monday, August 4th 2008, 9:30am

Test bestanden. Guter Mann!








:whistling:

4,738

Tuesday, August 5th 2008, 3:41pm

American Gods- Neil Gaiman
eines der ganz wenigen bücher die ich für ein 2tes mal aus dem bücherregal rauskram, und es hat mich noch immer sehr gut unterhalten. der "krieg" der alten gegen die neuen götter macht irrsinnig laune und ist auch sehr flott und spannend geschrieben, die story lebt von ihren skurillen und mystischen figuren(die aber im neuen gewand teilweise präsentiert werden), und das ende überrascht. super fantasy unterhaltung!

jetz ist band 2 von Kings Dunklen Turm Zyklus dran(Drei), und die ersten 50 seiten sind schon mal um längen spannender als das ganze erste buch.

JackOLantern

Atombetriebene Redaktionslaterne

Posts: 12,080

Location: Würzburg

Occupation: Sklave der Musen

  • Send private message

4,739

Wednesday, August 6th 2008, 10:33am

jetz ist band 2 von Kings Dunklen Turm Zyklus dran(Drei), und die ersten 50 seiten sind schon mal um längen spannender als das ganze erste buch.


Das ist aber echt nicht schwer :D

Simon R. Greens Geschichten aus der Nightside sind für mich nun seit zwei Jahren mit das beste, was die Fantasy hervor bringt. Unglaublich guter Stoff. Der vierte Roman rockt wieder alles weg. Von Merlin bis Fortuna, von Dämonen bis alten Jagdgöttern - die Mischung ist dermaßen innovativ und gut ... war aber klar, dass, wenn Green sein Schattenfall-Konzept aufpeppt, da sowas bei raus kommt. Definitiv die beste Serie der letzten Jahre. Groß! Kaufen! Lesen! Lieben!

4,740

Wednesday, August 6th 2008, 11:02am

Gestern gelesen:

Anne Rice - Vittorio

Ein Vampirroman außerhalb der Reihe der Vampirchroniken. Vittorio erzählt die Geschichte, wie er zum Vampir wird. Nicht gerade der Beste ihrer Vampirromane, aber trotzdem nett erzählt und mir gefiel die Zeit und der Ort der Geschichte sehr gut: Italien zur Zeit der Medici. Ein leichtes Sommerlesevergnügen ;) !


Manche haben im Leben einen großen Traum und versäumen diesen Traum. Andere haben im Leben nicht einen Traum und versäumen auch ihn.
Fernando Pessoa