Hino Horror 1: Red Snake
Wow, ganz weit draußen. Splatter, Wahnsinn, Körperekel, Morbidität und eine ganze Palette an Symbolik (Insekten/Würmer, Schlangen, geköpfte Hühner, Blutdurst, inzestuöse Tendenzen, verschiedene Formen der Geburt und der Transformation, elliptische Geschichte, …) - alles drin.
Gewinnt Horror oft seinen Reiz dadurch, dass das Unbekannte/Unkontrollierbare in die Normalität eindringt, so ist hier schon die Ausgangsituation (mehr oder weniger verrückte Familie in einem einsamen, riesigen und labyrinthischen Haus, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt) unglaublich bizarr und bedrückend. Und trotzdem wird das Ganze noch mal gesteigert, als das Grauen schließlich über die Protagonisten hereinbricht.
Der Zeichenstil ist eher alte Schule - 'Adolf'/'Barfuss durch Hiroshima' mit einem bösen Twist und vielen dunklen Flächen. Was auch gut so ist, denn wie es schon im Nachwort steht: In realistisch könnte man es wohl kaum ertragen.
Erschienen ist der Band unter dem shodoku-Label beim Verlag Schreiber & Leser. Die Aufmachung ist solide. Die Übersetzung aus dem Englischen, also nicht direkt vom japanischen Original, liest sich bis auf zwei unpassend wirkende Stellen - "oh shit" und "yeah! yeah! yeah!" (wohl Überbleibsel des englischen Textes) - angenehm. Die gewählte Schriftart finde ich übrigens sehr passend.
Einziger Wermutstropfen: Der Preis. 10 € für einen Manga im Standardformat und mit normalem Umfang sind doch schon recht viel. Aber sie sind gut angelegt.
9/10 (und das von jemand, der sonst kein großer Horror-Fan ist)
P.S.: Hino Horror 2: Bug Boy ist ebenfalls schon erhältlich - werde ich mir jetzt gleich holen.