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Nachdem Crisis on Infinite Earths und Infinite Crisis überstanden sind ... welches kosmische Ereignis kann den Helden des DC-Universums jetzt noch bevorstehen? Ganz einfach: Es ist der Tag, an dem das Böse im DC-Universum gewinnt! Nach dem Tod der New Gods ereignen sich seltsame Dinge auf der Erde, die Schurken sammeln sich unter der leitenden Hand eines mysteriösen Anführers und ein klassischer Held gibt ein nie für möglich gehaltenes Comeback ... während eines der beliebtesten Mitglieder der JLA dem neuen Schrecken auf Erden zum Opfer fällt! Seid dabei, wenn Grant Morrison und die Zeichnerstars J. G. Jones (52), Carlos Pacheco (Superman) und Doug Mahnke (BATMAN) das DC-Universum in seine Final Crisis stürzen!
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Morrison und Jones erklären, wie Slayer, "Kirby Dots" und die Vernichtung des DCU die Comicwelt in diesem Jahr ins Wanken bringen.

Das Zeichnen liegt ihm ebenso im Blut wie das Übertreiben: Deshalb kündigt Grant Morrison großspurig an, dass "Final Crisis" seinem Titel auf jeden Fall gerecht werden wird. Und das, obwohl in der Comic-Szene ja nahezu alles irgendwie "final" ist: Superman stirbt! Spider-Man wird demaskiert! Alan Moore geht in Rente! Als DC Final Crisis also auf Plakaten mit den Bildern ihrer größten Ikonen mitsamt der Unterzeile "Helden sterben" ankündigte, blieb die Reaktion der Fans zunächst entsprechend reserviert. "Wir verarschen euch nicht", so Morrison über die siebenteilige Miniserie. "Es geht hier schlicht und einfach um das Ende der Welt."

Zusammen mit dem Zeichner J. G. Jones, mit dem er bereits bei der wöchentlichen Serie 52 gearbeitet hatte, schuf Morrison dieses Mal eine deutlich düsterere Stimmung als in seinem kürzlich erschienenen All-Star Superman. Herausgekommen ist die DCVersion der "Götterdämmerung" - soll heißen: dessen vollkommene Vernichtung.

Nun hat Infinite Crisis im Jahr 2005 das Zusammenwirken der unterschiedlichen DC-Zeitlinien schon relativ umfassend erklärt. Also fragten sich viele Fans, was denn in dieser neuen "Krise" noch hinzukommen sollte. Aber anders als seine namensgebenden Vorgänger greift Final Crisis nicht einfach vorhandene lose Enden einer Story auf, sondern fährt stattdessen das ganze DCU mit Schwung gegen die Wand. Man kann sich das in etwa so vorstellen: Geoff Johns hat die Story-Bauklötze mit Infinite Crisis fein säuberlich aufgebaut und Morrison schmeißt sie nicht nur alle wieder um, sondern zertrümmert jeden einzelnen mit zielstrebiger Präzision.

In einer exklusiven Telefon-Konferenz haben uns die beiden Architekten dieser finalen Krise verraten, was uns DC-Fans erwartet.

WIZARD: Ist dieses Projekt der Traum eines jeden Fans - immerhin dürft ihr mit allen DC-Helden rumspielen -, oder übermannt euch eher der ganze Druck, der damit verbunden ist?

GRANT MORRISON: Von Fan-Traum kann eigentlich keine Rede sein. Es ist eher so, als müsste man eine DC-Bibel schreiben. Ich wollte von Anfang an etwas Episches schaffen, aber als wir uns zusammensetzten und über das Projekt sprachen, war schnell klar, dass etwas dabei herauskommen würde, das in diesem Umfang noch nie da gewesen war. Ich bin nicht direkt nervös, aber es ist schon eine enorm große Aufgabe. Es ist die Apokalypse des DCUniversums.

J. G. JONES: Na ja, es hat schon was von beidem. Es ist so groß und so episch und es gibt so viel zu tun, dass ich ständig das Gefühl habe, dass mir alles aus den Händen gleiten könnte. Aber diesen Druck haben wir uns ja mehr oder weniger selbst auferlegt.

MORRISON: Außerdem lastet der ganze Druck ohnehin auf Jeff [lacht].

JONES: Tja, es ist leicht zu schreiben "das ganze Universum explodiert" - aber ich muss das dann zeichnen!

MORRISON: Die erste Ausgabe beginnt vor 40.000 Jahren mit Garn, dem Höhlenjungen; in der zweiten Ausgabe stehen dann ein paar japanische Harajuku-Kids vor einem Nachtclub - wir zwingen ihn also von einem Extrem ins andere.

Wo setzt diese Wahnsinns-Story nun eigentlich an?

MORRISON: [DC-Chefredakteur] Dan DiDio kam 2006 zu mir und sagte: "Wir wollen eine Final-Crisis-Geschichte machen und sie soll von den New Gods handeln." Es war also eigentlich Dans Idee, aber mir schwebte gleich eine Riesen-Story vor, in der die New Gods zurückkehren und richtig fies und furchteinflößend sind. Es ist eine Art "Was-wäre-wenn-Götter-unseren-Planeten-heimsuchen"- Geschichte. Es ist die Apokalypse, Ragnarök, das Jüngste Gericht …

Um noch einmal auf die New Gods zurückzukommen: Die meisten Fans wissen nicht gerade besonders viel über sie. Versteht man die Story trotzdem?

MORRISON: Im Grunde muss man über die New Gods gar nichts wissen. Sie symbolisieren Dinge, die jeder kennt. Darkseid beispielsweise ist das personifizierte Böse. Ein Satan. Das versteht, denke ich, jeder. Wir setzen sie so ein, dass es sich von selbst erklärt. Es geht darum, was die New Gods repräsentieren und nicht so sehr um ihre bisherige Geschichte.

Es kursieren Gerüchte, dass Batman sterben soll. Habt ihr Angst, dass Teile der Story vorher an die Öffentlichkeit durchsickern? Was sagt ihr zu solchen Gerüchten?

MORRISON: Ich habe gestern ein schönes Zitat gelesen, das lautet: "Im Internet ist alles immer viel größer als in der Realität." Ja, es wird etwas mit Batman geschehen. Etwas Unumkehrbares. Aber es ist nicht das, was ihr denkt. Der Tod ist ein Witz verglichen mit dem, was Batman tatsächlich passiert [lacht].

Ihr habt Superhelden und Superschurken … und ihr habt Libra - wie passt er in die Geschichte?

MORRISON: Der Knackpunkt der Story ist das Gleichgewicht und Libra ist der Ober-Schurke. Er ist ein Len-Wein-Schurke aus Justice League of America aus den Siebzigern. In der ganzen Serie geht es um das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse. In Civil War ging es um Politik, um das Abwägen von Sicherheit und Freiheit - und ich fand das super. Aber in Final Crisis geht es um die Seele des DCU. Und es geht darum, wie wir uns selbst gerade fühlen: Überall scheinen Terroristen zu lauern, jeder scheint es auf uns abgesehen zu haben. Es geht darum, mit dieser unterschwelligen Angst umzugehen, sie zu verstehen und sich zu wehren.

Ich kenne mich im DCU eigentlich ganz gut aus, aber ich hatte keine Ahnung, wer Libra ist. Hattest du vorher schon mal von ihm gehört, Jeff?

JONES: Ähm, nein [lacht].

Gibt es noch mehr Charaktere aus der dritten Reihe, die in Final Crisis eine große Rolle spielen dürfen? So wie Renee Montoya, die ja in der letzten Zeit eine Art Comeback gefeiert hat.

MORRISON: Ja, Renee Montoya wird auch dieses Mal eine große Rolle spielen. Ebenso die DC-Super-Animals - die wollte ich unbedingt in der Story haben. Und sie sollten besonders furchterregend werden. Supergirl kommt auch vor. Sie kämpft gegen Mary Marvel. Das wird krass.

Mit der Marvel-Familie und den New Gods hat DC ja quasi eine eigene Mythologie - aber weder DC noch Marvel beziehen sich dabei auf Götter in einem religiösen Sinn. Wie ist das in eurer Story?

MORRISON: Die New Gods sind die Götter der aktuellen Realität. In gewisser Weise versuchen wir herauszufinden, welchen Einfluss sie auf das alltägliche Leben im DCU haben. Es gibt in dieser Welt nicht einen Gott; sondern viele. Die New Gods haben zwar "die Quelle", was ja in gewissem Sinne ein einziger Gott ist, aber im Grunde haben wir hier eher technische Götter - Gut gegen Böse. Es geht eher darum, was sie symbolisieren und welchen Einfluss sie auf uns haben.

Wissen die Normalos im DCU überhaupt von den New Gods? Weiß Renee Montoya, wer Metron oder Big Barda sind?

MORRISON: Nein. Sie spüren ihren Einfluss, aber sie wissen nichts von ihnen. Superman, Batman und die Justice League kennen die New Gods zwar, aber sie haben sie noch nie in voller Stärke erlebt. Die DC-Helden sehen die New Gods eher als eine Art andere Superhelden. Sie haben nie verstanden, dass es eigentlich Götter sind. In unserer Geschichte geht es darum, dass Darkseid sich zum ersten Mal tatsächlich auf dem Planeten manifestiert. Alles, was wir zuvor gesehen haben, waren nur Projektionen aus der Welt der New Gods. Nun sehen wir zum ersten Mal, welche Macht sie wirklich haben. Es geht darum, was passiert, wenn ein Gott auf dem Planeten erscheint. Galactus ist ein Gott. Hier haben wir gleich eine ganze Clique - ihr könnt euch also vorstellen, wie’s ausgeht.

Was ist der Auslöser für das plötzliche Erscheinen der New Gods?

MORRISON: Am Anfang der Story erfährt man, dass Darkseid den Kampf zwischen Gut und Böse für sich entschieden hat. Das ist im Grunde der Auslöser.

Hat das auch Auswirkungen auf andere Storys aus dem DCU?

Jeder Superheld wird seine definitiv dunkelste Stunde erleben - und das wird ziemlich cool. Das DCU steht vor der aller-, aller-, allerschlimmsten Katastrophe und daran kommt natürlich keine andere Story vorbei. Wir werden DC-Helden erleben, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben.

Ich fand die Energie-Punkte, die Kirby gemalt hat, immer super. Kommen die auch vor?

JONES: Sie kommen vor, aber wir benutzen sie auf ganz spezielle Art und Weise. Immer wenn man sie sieht, steht etwas ganz Bestimmtes bevor.

MORRISON:Wenn man diese Kirby Dots sieht, weiß man, dass die New Gods in der Nähe sind.

Wieso sollten wir uns Final Crisis kaufen?

MORRISON: Es geht um die Grundfesten des DCU. Es ist die Apokalypse. Es ist die knallharte Death-Metal-Version des DCU. Es ist cooler als alles, was Marvel in den nächsten Jahren rausbringt. Es ist die ultimative Superhelden-Story für jeden, der auf Superhelden steht. Es ist ein Comic wie das Cover eines Slayer- Albums.

JONES: Guter Vergleich. Ich höre wirklich viel Metal beim Zeichnen [lacht].

MORRISON: Batman wird gekreuzigt, Superman von Darkseid zermalmt … es ist das Ende. Buchstäblich. Das war’s dann also?

MORRISON: Hängt natürlich davon ab, wie viel Geld sie damit verdienen [lacht].

JONES: Und davon, wie viele Adjektive man noch mit "Crisis" kombinieren kann [lacht].

Marvels nächstes Großereignis - Secret Invasion - startet einen Monat vor euch. Was haltet ihr von dieser Konkurrenz?

MORRISON: Wir werden sie so was von fertigmachen. [Lacht.] Marvel hatte seine große Stunde mit Civil War. Das war wirklich enorm. Aber Secret Invasion bringt nichts wirklich Neues. Die Skrulls hatten wir schon im Kree-Skrull-Krieg und bei den F4. Marvel scheint sich in diesem Jahr wohl eher ein bisschen auszuruhen. [Lacht.] In diesem Sommer gibt es nur eine Serie, die es zu lesen lohnt. Das wissen sogar Marvel-Fans. Ganz einfach.

Helden sterben. Legenden leben ewig. Diese fünf ominösen Worte kündigen den nächsten DC-Blockbuster Final Crisis an, der im März 2009 erscheinen soll. Mit Starautor Grant Morrison (Batman, All Star Superman) und Zeichner J. G. Jones (Cover von 52, Wanted) im Aufgebot, hat Final Crisis das Zeug zum waschechten Epos. An dieser Stelle beantworten wir schon einmal die wichtigsten Fragen rund um die siebenteilige Serie, die Morrison als "den Herrn der Ringe des DC-Universums" bezeichnet hat. Was bedeutet das für die Großen Drei? Wenn es so läuft wie bei früheren Crisis- Storys, werden Fans von Morrisons Justice League voll auf ihre Kosten kommen: Der Autor nutzt das gesamte DCU für seine Geschichte. Auf den Promo-Bildern stehen Superman, Batman und Wonder Woman im Mittelpunkt, die JLAler Hawkman, Hal Jordan und Flash sind ebenfalls zu sehen. In DC-Anzeigen tritt außerdem ein toter Flash (Bart Allen) in Erscheinung. Es scheint also, als würde hinter dem Slogan "Helden sterben" der Plan stecken, einen der ganz Großen über die Klinge springen zu lassen - oder vielleicht sogar alle! "Die Tatsache, dass all diese Figuren auf den Promo-Bildern zu sehen sind, sollte doch schon Hinweis genug darauf sein", sagt Zeichner Jones. "Allerdings ist das nur ein winziger Vorgeschmack. Im Hintergrund sieht man übrigens noch einen weiteren Hinweis. Komisch eigentlich. Jetzt, wo ich darüber nachdenke." Weshalb so kurz nach Infinite Crisis? Wenn Final Crisis erscheint, werden seit dem Ende von Infinite Crisis zwei Jahre vergangen sein. Die Zeit vergeht eben wie im Flug, wenn man sich amüsiert. Und genau das hat DC-Vizepräsident Dan DiDio 2006 getan, als er nach Infinite Crisis das wöchentliche 52 nachschob, in dem es mehr um die Entwicklung von Charakteren wie Renee Montoya, Booster Gold und Ralph Dibny als um große Katastrophen ging. Seitdem hat sich der Status quo im DCU mehr oder weniger etabliert. Genau der richtige Zeitpunkt also, um alles wieder ordentlich durchzuschütteln.
FlashFlash
Stirbt ein Flash?
Den Spruch, dass bei jeder Crisis-Story ein Flash sterben muss, kennt mittlerweile jeder. Warum sollte es dieses Mal also anders sein? Nun, zunächst einmal ist es gar nicht so lange her, dass Bart Allen in 100% DC 11: Flash - AM LIMIT 13 starb. Wieso sollte so kurz danach schon wieder ein Flash geopfert werden? Besonders wenn man bedenkt, dass der Flash, der bei Infinite Crisis "starb", Wally West war. Und der kehrte in Justice League 10 gerade erst wieder zurück. Dieses Mal scheint eher die Frage angemessen, ob ein Superman stirbt. Nicht ganz abwegig: Immerhin hat Golden Age- Supes schon einmal in Crisis on Infinite Earths den Löffel abgegeben und biss dann in Infinite Crisis endgültig ins Gras!
FlashMultiversum
Was passiert mit dem DC-Multiversum?
Um Probleme mit der Kontinuität in den Griff zu bekommen, wurden die unendlichen Parallelwelten mit Crisis on Infinite Earths abgeschafft. Nach diesem Kahlschlag führte DC nach Infinite Crisis 51 neue Parallel- Universen ein. Angesichts der Tatsache, dass dieses Multiversum nun gerade erst ein Jahr existiert, ist es unwahrscheinlich, dass DC dieses Konstrukt schon wieder über Bord schmeißt. Aber das Multiversum könnte natürlich größer werden ... War Countdown also die Vorgeschichte? Was sonst? Immer wieder war bei Countdown die Rede von einem "Großen Unheil", dem die gesamte Menschheit zum Opfer fallen würde. Wenn das stimmt, könnte sich Final Crisis tatsächlich um dieses große Unheil drehen. Und wer sind die Bösen? Der Fiesling in COIE war ein urhässliches Weltraum-Monster, der sogenannte Anti- Monitor, der am Ende der Miniserie starb. Allerdings wird in der Sinestro Corps War-Storyline in Green Lantern deutlich, dass dieser Kerl immer noch ziemlich lebendig ist - und immer noch verdammt hässlich. Schätzungsweise werden wir in Final Crisis seinen Aufstieg zu voller Größe erleben, wahrscheinlich mit der tatkräftigen Unterstützung von Infinite Crisis-Bösewicht Superboy Prime, der ebenfalls während Sinestro Corps ins Rampenlicht zurückkehrte. Wird das Grant Morrisons Meisterstück? Als Morrison 1997 JLA neu auflegte, versteckte er in seinen Geschichten immer wieder Hinweise auf einen größeren Zusammenhang. "Er weiß bei allen Sachen, die er für das DCU schreibt, ganz genau, was er tut", sagt Jones. "Abgesehen von All Star Superman hängen alle Geschichten zusammen. Als er begann, mir von der Story zu erzählen, erkannte ich sofort, wie sich 52 und Countdown in die Geschichte einfügen. Wenn ihr Final Crisis lest, werdet ihr merken, dass sich alles wie ein Puzzle zusammensetzt." Wird das dann wirklich die letzte Kriese? Genauso könnte man fragen, ob Captain America wirklich tot bleibt. In Comics ist alles möglich. Seht euch die COIE-Originalserie an. DC hat fast 19 Jahre gebraucht, alle Fäden dieser Geschichte aufzunehmen und mit Infinite Crisis ein wirtschaftlich erfolgreiches Produkt daraus zu spinnen. Und angesichts der Verkaufszahlen macht es für DC durchaus Sinn, diese Kuh erneut zu melken. Event-Comics verkaufen sich einfach gut. Und solange dieser Trend bestehen bleibt, stellt sich DC solchen "Krisen" sicherlich gerne.
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