| | Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 Der Verlag Virgin Comics entstand durch eine Zusammenarbeit von Schriftsteller Deepak Chopra, Regisseur Shekhar Kapur (Oscar für Elizabeth) und Weltenbummler und Multitalent Sir Richard Branson. Mit Kontakten in der Film- und Musikbranche nimmt Virgin ein Projekt in Angriff, das die verschiedenen kulturellen Einflüsse aus Indien mit unserer Kultur kombiniert. Außerdem konnte Sir Richard Branson einige namhafte Personen wie Nicolas Cage, John Woo, Guy Ritchie oder Jenna Jameson für seine Projekte gewinnen, die ihr Bestes geben, um eine ganz neue Art der Comics zu schaffen. Hier ist jeder Band wie ein Kino-Blockbuster! PANINI präsentiert euch die ersten Comics dieses großartigen Projektes! Selbstbewusst schlendert Sharad Devarajan über den sonnengetränkten Holzfußboden seines Büros im New Yorker Stadtteil SoHo. Noch während er mir fast etwas überschwänglich die Hand schüttelt, dreht er sich zu seinem Partner Larry Lieberman um, dem Marketing-Chef von Virgin. "Was meinst du? Sollen wir den Vorhang für ihn lüften?", scherzt er und zeigt auf den weißen Leinenvorhang, der den riesigen Raum in eine Lagerfläche und einen Bürobereich mit sauber aufgeräumten Schreibtischen einteilt. Das karge Büro erweckt nicht den Eindruck, der Sitz des neuesten Projektes von Milliardär und Medienmogul Sir Richard Branson zu sein. Aber die Entstehungsgeschichte von Virgin Comics ist gespickt mit Köpfen und Ideen, die die Mehrheit der Comicfans noch niemals zu Gesicht bekommen hat. Als der Start der Unternehmung vor zwei Jahren bekannt gegeben wurde, erwischte es Leser und Branchenkenner gleichermaßen unvorbereitet. Mit Branchengrößen wie Garth Ennis (THE BOYS) oder dem Regisseur John Woo (Mission Impossible 2) und einem nahezu unerschöpflichen Heer indischer Zeichner wollte Virgin originelle Comic-Serien entwickeln. "Der Grund, weshalb viele Filmemacher zu uns kommen, ist, dass ein Comic wie ein Filmprojekt mit unbegrenztem Budget ist. Comic-Fans wissen das seit Jahren", sagt Devarajan, der mit seiner Firma Gotham Entertainment fast zehn Jahre lang amerikanische Comics in Indien und Südostasien verlegt hat. Für die Mini-Serie Spider-Man: India arbeitete er 2004 sogar mit Marvel zusammen, wählte mit seinen Partnern die Zeichner für die Serie aus. "Wir engagierten Werbezeichner, Straßenkünstler, Tempelmaler, Architekten – Leute, die nicht die geringste Erfahrung im Comic-Bereich hatten", erklärt der Verleger. "Wir wollten keine Techniker, wir suchten Künstler, denen wir eine Plattform bieten wollten, um der ganzen Welt ihr Talent zu zeigen." Nach dem "Heimsieg" Spider-Man: India schickte sich die Firma an, auch den amerikanischen Markt zu erobern, holte hoffnungsvolle Talente aus Hollywood und die Finanzkraft von Branson mit an Bord und gründete die Marke "Virgin". Heute steckt Virgin mitten in der ersten Veröffentlichungs- Welle, mit drei neuen Reihen: Die Shakti-Reihe, mit Titeln, die auf der indischen Mythologie basieren, die Director’s Cut-Reihe, mit Projekten von Talenten aus Hollywood, und die Voices-Reihe, eine Art Spielwiese für Multimedia-Crossover-Projekte. Alle drei Reihen sollen die Aufmerksamkeit traditioneller Comic-Fans auf Virgin lenken. Dazu holte das Unternehmen für die Cover-Zeichnungen Top-Talente der Comic-Szene mit ins Boot, darunter Alex Ross, Greg Horn und Amanda Conner. "Wir wollen eine Art interaktive Gemeinde mit unseren Lesern bilden", sagt Devarajan. "Sie können uns erzählen, wer ihr Traum-Filmemacher wäre oder welchen Musiker sie gerne mal in einem Comic sehen würden. Wir bieten den kreativsten Köpfen ein Zuhause, machen ihnen das Medium Comic schmackhaft – und erfüllen so die Wünsche eines jeden Comic-Fans". Eurythmics-Frontmann Dave Stewart und Jeff Parker (Agents of Atlas) haben bei Woos und Ennis‘ mystischem Gangster-Epos Seven Brothers mitgearbeitet. Und zur großen Freude von Devarajan hat sich der indische Regisseur Shekhar Kapur (Elizabeth, The Four Feathers) zu einem der treibenden Köpfe hinter der Shakti- Reihe gemausert. "Er ist wahrscheinlich der größte Regisseur, den die indische Filmszene je hervorgebracht hat", sagt Devarajan. Kapur konnte sein Talent, Geschichten zu erzählen, und seine Kenntnisse der indischen Mythologie bereits in der Action-Serie Devi – inspiriert von der gleichnamigen indischen Kriegs-Göttin – und Ramayan Reborn, der Umsetzung einer der größten indischen Legenden vor futuristischem Hintergrund, unter Beweis stellen. Sowohl Devarajan als auch Lieberman sind sich sicher, dass dieses neue Comic- Genre ähnlich erfolgreich einschlagen wird wie Mangas und Animes vor einigen Jahren. Auf die Frage, wieso sie sich des Erfolges ihrer Reihen so sicher sind, obwohl Comic-Fans neue Serien, Firmen und Autoren traditionell eher skeptisch betrachten, bleibt das Duo zuversichtlich. Beide glauben fest an ihre Idee und daran, dass die Fans ihren Geschichten eine Chance geben werden. Denn die beiden setzen ihre Ideen mit viel Sorgfalt um, und Virgin hat sich bereits in anderen Bereichen der Popkultur einen guten Namen gemacht. "Wir sind nicht Marvel oder DC, wir sind auch kein Indie-Label. Wir sind Virgin. Wir regeln die Dinge auf Virgin-Art und das bedeutet, wir veröffentlichen kontinuierlich Geschichten mit Qualität – in einer großen Bandbreite", erklärt Lieberman. "Die Kunden wollen Herausforderungen, besonders die Fans guter Geschichten. Und unsere Geschichten sind eine Herausforderung. Eine visuelle Herausforderung." "Die revolutionäre Optik wird die Leser auf unsere Bücher aufmerksam machen, die guten Geschichten werden sie langfristig daran binden", fügt Devarajan hinzu und bemerkt, dass sich den Comicfans mit der indischen Kultur eine vollkommen neue Welt eröffnet. "Wir bieten den Leuten einen neuen, eher philosophischen Stil. Ich denke, unsere Storys werden von den Lesern vollkommen anders aufgenommen werden als herkömmliche Superhelden- oder Manga-Geschichten. Wir lüften den Schleier ihrer Erkenntnis. Wir verfüttern an sie die Art von kleinen Hinweisen, die sie nächtelang im Internet recherchieren lassen werden, um mehr darüber zu erfahren." Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 |